Swiss streicht einige Verbindungen vom Flughafen Genf

(Ergänzte Meldung, Linie Genf-Lugano wird per 10. Oktober gestrichen und Verbindungen Genf-Algier und Genf-Skopje per 30. Oktober)
31.08.2016 19:36

Zürich/Genf (awp/sda) - Die Fluggesellschaft Swiss streicht mehrere Destinationen, die sie vom Flughafen Genf aus anfliegt. Per 10. Oktober wird die Verbindung Genf-Lugano eingestellte, wie Swiss-Chef Thomas Klühr in einem Interview mit der "Handelszeitung" laut einem Vorabdruck vom Mittwoch erklärte.

Er sei sich bewusst, dass dies ein emotionales Thema sei. Die Strecke sei aber hochdefizitär, sagte er zur Begründung, ohne Zahlen zur Höhe des Verlusts zu nennen. Zudem würden die Flüge von Genf nach Algier und Skopje aus dem Winterflugplan gestrichen, sagte Swiss-Sprecherin Meike Fuhlrott auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Generell will Klühr den Standort Genf jedoch keineswegs aufgeben. Der Mutterkonzern Lufthansa arbeite allerdings an einem Alternativszenario für Genf, in dem die Lufthansa-Billigtochter Eurowings die Swiss ersetzen würde.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir als Swiss das bessere Geschäftsmodell haben, und stelle mich gerne den Zahlen, die sich aus der Alternative Eurowings ergeben", sagte Klühr. Es gebe keine Frist der Lufthansa für die Swiss, um sich zu beweisen, dass sie das bessere Angebot habe.

AUSBAU VON STRECKEN

"Wir fahren mit unserem Geschäftsmodell fort und optimieren unser Streckennetz weiter", sagte Klühr. Es gebe auch Strecken, welche die Swiss ausbauen werde. Namen wollte der Airline-Chef nicht nennen.

"Wir investieren auch, indem wir den neuen Bombardier-Flieger vom Typ C-Series nach Genf bringen. Dies ist ein deutliches Bekenntnis zur Westschweiz", sagte Klühr: "Wir müssen aber die Effizienz verbessern. Genauso wie in Zürich."

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr dämpfte der Deutsche die Erwartungen: 2016 werde nicht so gut ausfallen wie das vorangegangene Jahr, das ein Rekordjahr gewesen sei: "Für das Gesamtjahr 2016 erwarten wir immer noch ein sehr gutes Ergebnis, das heisst eine Betriebsgewinnmarge (EBIT) grösser als 8%".

"Wir spüren besonders den starken Franken beim Geschäft mit ausländischen Passagieren. Auch der Terrorismus führt zu Zurückhaltung", sagte Klühr. Einzelne Märkte seien völlig zusammengebrochen.

(AWP)