Swisscanto-Verkauf schlägt auf Gewinne der Kantonalbanken durch

Basel (awp/sda) - Die Schweizer Kantonalbanken haben im ersten Halbjahr 2016 weniger verdient als vor zwölf Monaten. Der Reingewinn der 24 Geldhäuser sank um 5,8% auf 1,43 Mrd CHF.
14.09.2016 19:20

Der Rückgang sei erwartet worden, teilte der Verband Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB) am Mittwoch in einem Communiqué mit. Denn im Vorjahr hatten die Kantonalbanken den gemeinsamen Fondsanbieter Swisscanto an die Zürcher Kantonalbank (ZKB) verkauft, was ihnen einen grossen Sondergewinn in die Kasse gespült hatte.

Das Zinsengeschäft als Hauptertragsquelle der Kantonalbanken konnte trotz der tiefen Zinsen seinen Netto-Erfolg um 2,2% auf 2,7 Mrd CHF steigern. Dagegen bekam das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft die Zurückhaltung der Anleger zu spüren. Hier fiel der Erfolg um 1,5% auf 1,03 Mrd CHF.

Beim Handelsgeschäft tauchte der Erfolg gar um rund 12% auf 446,4 Mio CHF ab. Nachdem die Handelsaktivitäten von Kunden wegen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Vorjahr in die Höhe geschnellt waren, haben sie sich im laufenden Jahr wieder auf ein normales Niveau eingependelt, wie es hiess. Der übrige ordentliche Erfolg schmolz um 16% auf 106,8 Mio CHF.

HÖHERE KOSTEN

Auf der anderen Seite stiegen die Kosten leicht um 0,8% auf 2,3 Mrd CHF. Sowohl der Personal-, als auch der Sachaufwand nahmen zu. Das Kosten-Ertragsverhältnis verschlechterte sich von 53,2 auf 54,1%. Damit seien die Kantonalbanken immer noch sehr effizient, denn das Kosten-Ertragsverhältnis liege markant unter dem Branchendurchschnitt, schrieb der Verband.

Die 24 Geldhäuser haben ihr Geschäftsvolumen gesteigert. Die gesamten Ausleihungen an Kunden stiegen um 2% auf 397,8 Mrd CHF. Der grösste Teil davon sind Hypothekarkredite, die um ebenfalls 2% auf 350,2 Mrd CHF wuchsen.

Ebenfalls ein Wachstum gab es bei den übrigen Kundenforderungen, die Kredite und Finanzierungslösungen für Unternehmen beinhalten. Diese nahmen um 2,4% auf 46,7 Mrd CHF zu.

cp/

(AWP)