Swisscom-CFO: Keine Dividendenerhöhung in nächsten Jahren - Investitionsbedarf

Swisscom-Finanzchef Mario Rossi sieht angesichts der hohen Investitionen in die Glasfasertechnologie in den nächsten Jahren keinen Spielraum für eine Dividendenerhöhung. Seit 2011 beläuft sich die Dividende des Telekommunikationskonzerns jeweils stabil bei 22 CHF je Aktie.
20.10.2017 12:53

"Wenn ich unsere Pläne mit jährlich 500 bis 600 Mio CHF Investitionen in moderne Glasfasertechnologien anschaue, erwarte ich für die nächsten Jahre keine Erhöhung", sagte Rossi in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" vom Freitag (Online-Ausgabe). Rossi rechnet zudem über längere Zeit mit einem hohen Investitionsbedarf. Ein Investitionsniveau von 12 bis 13% des Umsatzes wie vor einigen Jahren werde es in nächster Zeit jedenfalls nicht mehr gehen, so der Finanzchef. Aktuell wendet die Swisscom etwa 18% ihres Umsatzes für Investitionen auf.

Etwas nachlassen könnte der Investitionsbedarf im Vergleich zu heute in Rossis Augen aber durchaus: So dürfte die nächste Mobilfunktechnologie 5G weniger investitionsintensiv als der Glasfaserausbau sein. "Insofern könnte der Gesamtinvestitionsbedarf dann rückläufig sein." Bezüglich 5G seien allerdings noch viele Frage offen, etwa auch, ob wegen der Strahlenschutzvorschriften das Potenzial der Technologie überhaupt ausgeschöpft werden kann.

Ob sich die Investitionen in 5G also auf dem Niveau jener für 4G bewegen werden, lasse sich daher noch nicht sagen, so der CFO. Beim Ausbau des Mobilfunknetzes auf den 4G-Standard hatte die Swisscom zusätzlich zu den ständigen Investitionen von jährlich 250 Mio CHF während zweier Jahre zusätzlich 150 bis 200 Mio CHF investiert.

BANKENGESCHÄFT SOLL PREISDRUCK AUFFANGEN

Rossi äusserte sich im FuW-Interview ausserdem zum italienischen Markt. Dort wird derzeit der Markteintritt des französischen Anbieters Iliad erwartet, der als Preisbrecher bekannt ist. Auch die Swisscom-Tochter Fastweb habe reagiert und das Mobilfunkangebot auf Basis des Vertrags mit Telecom Italia attraktiver gemacht, sagte Rossi. Zudem habe Fastweb 27% Marktanteil bei den Geschäftskunden und wachse auch in diesem Segment. Fastweb sei damit "nicht nur von der Entwicklung im Massenmarkt abhängig".

In der Schweiz setzt Swisscom im Geschäftskundenbereich derweil vermehrt auf das Geschäft mit Banken. Dieses ist Teil des Lösungsgeschäfts, das derzeit rund die Hälfte des Umsatzes mit Geschäftskunden von total 2,4 Mrd CHF ausmacht. Das Bankengeschäft benötige zwar mehr Personal und sei daher weniger rentabel, mit dem Volumenwachstum bei den Banken solle aber hauptsächlich der Preisdruck im übrigen Grosskundengeschäft abgefedert werden, so der Finanzchef. Daher gehe ein Wachstum im Lösungsgeschäft mit Banken nicht auf Kosten der Marge.

jr/ys

(AWP)