Swisscom erzielt im Q1 weniger Umsatz, aber mehr Gewinn - Ziele bestätigt

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Die Swisscom hat im ersten Quartal 2017 etwas weniger Umsatz erzielt. Vor allem im Schweizer Hauptgeschäft waren die Einnahmen rückläufig, während das kleinere Italiengeschäft wuchs. Unter dem Strich steht jedoch ein leicht höherer Reingewinn. Für das Gesamtjahr bekräftigt das Management die früher genannten Ziele.
03.05.2017 08:28

Das Swisscom-Management spricht von einer "soliden Leistung" in einem "schwierigen Umfeld". So nahm der Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres 2017 um 1,9% auf 2,83 Mrd CHF ab. Der operative Gewinn (EBITDA) ging derweil nur um 0,7% auf 1,07 Mrd CHF zurück. Unter dem Strich steht dank einem verbesserten Finanzergebnis ein 2,5% höherer Reingewinn von 373 Mio CHF, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt.

"Die Tendenzen von 2016 setzten sich, wie erwartet, auch im ersten Quartal 2017 fort", kommentiert CEO Urs Schaeppi die Zahlen. Das Kerngeschäft, insbesondere die Festnetztelefonie, sei deutlich zurückgegangen. "Der intensive und stark promotionsgetriebene Wettbewerb und die hohe Marktsättigung fordern uns bezüglich Umsatz und Profitabilität", so der Konzernchef.

SCHWEIZ: UMSATZMINUS VON 2,6%

Konkret bildete sich der Umsatz im Schweizer Kerngeschäft um 2,6% zurück. So habe sich die rückläufige Tendenz von 2016 beim Umsatz mit Telekom-Diensten im ersten Quartal verstärkt. 37 Mio CHF seien dadurch verloren gegangen. Rund die Hälfte davon habe aus einer rückläufigen Zahl von Festnetzkunden resultiert, die andere Hälfte aus Preissenkungen, Roaming und einem Rückgang im Grosskundengeschäft.

Erfreulich entwickelten sich hingegen weiterhin das TV-Geschäft sowie die Bündelangebote. So seien im ersten Quartal 20'000 TV-Kunden gewonnen worden. Swisscom ist mit 1,44 Millionen Kunden die klare Nummer eins auf dem Schweizer TV-Markt. Die Anzahl Kunden mit Bündelangeboten stieg auf über 1,7 Mio (+18,6%).

WACHSTUM IN ITALIEN

Dank "aktivem Kostenmanagement" habe die Hälfte des Umsatzrückgangs in der Schweiz beim operativen Gewinn kompensiert werden können, wird betont. Insbesondere verringerte sich der Personalbestand im Heimmarkt gegenüber dem Vorjahr um 680 auf 18'280 Vollzeitstellen. Im ersten Quartal seien 92 Jobs abgebaut worden. Für das Gesamtjahr peilt die Swisscom weiterhin den Abbau von rund 500 Stellen an, bestätigte CEO Schaeppi das bisherige Ziel.

Gut lief das Geschäft hingegen in Italien, wo Umsatz und EBITDA (bereinigt) in der Berichtswährung Euro um 3% rsp. 11% zunahmen. Die Zahl der Breitbandanschlüsse in Italien stieg gegenüber dem Vorjahr um 7,1%, wobei allein im ersten Quartal 45'000 neue Glasfaser-Kunden dazugestossen seien. Zufrieden zeigt sich das Unternehmen aber auch mit den Fortschritten im italienischen Mobilfunkgeschäft: Die Zahl der Kunden habe im ersten Quartal um 87'000 zugenommen.

GEWINNPROGNOSEN ÜBERTROFFEN

Mit den vorgelegten Zahlen hat Swisscom die Markterwartungen beim Umsatz knapp verfehlt, bei den Gewinnzahlen hingegen leicht übertroffen. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 2,86 Mrd CHF, einem EBITDA von 1,06 Mrd CHF und einem Reingewinn von 360 Mio CHF gerechnet.

Konzernweit nahmen die Investitionen - nicht zuletzt auf Grund saisonaler Effekte - im Vergleich zur Vorjahresperiode um 11% auf 529 Mio CHF ab. In der Schweiz sanken sie überproportional um 15% auf 362 Mio.

WEITER DIVIDENDE VON 22 CHF IN AUSSICHT

Für das Gesamtjahr 2017 bestätigt das Unternehmen die früher genannten Ziele. So werden ein Umsatz von rund 11,6 Mrd CHF, ein EBITDA von rund 4,2 Mrd CHF sowie Investitionen von rund 2,4 Mrd CHF angepeilt. Unverändert sind auch die Angaben des Managements zur Dividende: Die Aktionäre sollen 22 CHF pro Papier erhalten, sofern die Ziele erreicht werden.

"Für den weiteren Jahresverlauf rechne ich mit anhaltend hohem Preisdruck", lässt sich CEO Schaeppi dazu zitieren. Er verspreche sich aber zugleich auch einen Absatzschub dank dem neuen, kürzlich lancierten Bündelangebot "inOne".

Das Swisscom-Management geht zudem weiterhin davon aus, dass Preissenkungen und Inklusivleistungen im Mobilfunkbereich das Ergebnis 2017 mit rund 70 Mio belasten werden.

rw/gab

(AWP)