Swisscom hält nach neun Monaten Umsatz stabil - Schweizer Geschäft unter Druck

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
03.11.2016 08:03

Bern (awp) - Die Swisscom hat in den ersten neun Monaten 2016 beim Umsatz stagniert, unter dem Strich dank Sondereffekten aber mehr Gewinn erzielt. Das Geschäft im Hauptmarkt Schweiz ist unter Druck, in Italien legt das Unternehmen hingegen zu. Die Prognosen der Analysten wurden beim Umsatz knapp erfüllt und beim Reingewinn übertroffen. An den Zielen für das Gesamtjahr hält das Management fest.

Der Umsatz nahm zwischen Januar und September um 0,1% auf 8,64 Mrd CHF ab. Das operative Ergebnis auf Stufe EBITDA verbesserte sich gleichzeitig um 6,7% auf 3,31 Mrd CHF. Unter dem Strich steht ein 13% höherer Reingewinn von 1,20 Mrd CHF, wie der Telekomkonzern am Donnerstag mitteilt.

Die überdurchschnittliche Steigerung bei den Gewinnkennzahlen sind eine Folge von Sondereffekten, insbesondere einem Ertrag aus Rechtsverfahren mit Fastweb sowie der Bildung einer Rückstellung für eine Weko-Busse im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte hätte etwa der EBITDA um 1,7% abgenommen, wie das Unternehmen einräumt.

"RAUERER WIND IM DRITTEN QUARTAL"

"Wir haben erneut solide Zahlen erarbeitet, auch wenn der Wind im dritten Quartal rauer geworden ist", lässt sich CEO Urs Schaeppi in der Mitteilung zitieren. Der starke Preisdruck und sinkende Roamingpreise seien gute Nachrichten für die Kunden, forderten Swisscom aber sowohl bezüglich Umsatz und der Profitabilität. Tatsächlich nahm der Umsatz im dritten Quartal separat betrachtet um 0,7% ab - also stärker als in den gesamten ersten neun Monaten.

Gut lief das Geschäft in den ersten neun Monaten in Italien, wo Umsatz und EBITDA (bereinigt) in der Berichtswährung Euro um 2,5% rsp. 7,4% gesteigert wurden. Dies sei eine Folge des Kundenwachstums bei der Italien-Tochter Fastweb gewesen, heisst es dazu. Die Kundenbasis im Breitbandgeschäft sei innert Jahresfrist um 5,7% gewachsen.

In der Schweiz hingegen gingen Umsatz und EBITDA (bereinigt) um 0,7% rsp. 3,5% zurück. Allein der Umsatz mit Telekom-Diensten habe wegen hohem Preisdruck und zunehmender Marktsättigung um 1,9% abgenommen, und diese Entwicklung habe sich im dritten Quartal verstärkt, schreibt Swisscom weiter. Vor allem wegen der gestiegenen Nutzung inbegriffener Roamingdienste in der Sommerferien-Zeit seien im dritten Quartal 53 Mio CHF Umsatz verloren gegangen.

Gewachsen ist die Nummer eins auf dem Schweizer Telekommarkt hingegen mit Bündelangeboten, deren Umsatz um 12% auf 1,85 Mrd CHF gesteigert wurde. Im Mobilfunkbereich konnte die Zahl der Abokunden zudem gesteigert werden. Auf Wachstumskurs ist Swisscom auch im TV-Segment, wo die Anzahl der Anschlüsse auf 1,44 Mio stieg (+13%). Als erfreulich bezeichnet das Unternehmen auch die Entwicklung im (IT-)Lösungsgeschäft mit Grosskunden.

UMSATZERWARTUNGEN ERFÜLLT

Die Markterwartungen hat Swisscom mit den vorgelegten Zahlen beim Umsatz und EBITDA knapp erfüllt und beim Reingewinn übertroffen. Analysten hatten im Schnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 8,65 Mrd CHF, einem EBITDA von 3,31 Mrd CHF und einem Reingewinn von 1,17 Mrd CHF gerechnet.

Konzernweit stiegen die Investitionen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,8% auf 1,77 Mrd CHF, davon wurden 1,29 Mrd (-0,8%) in der Schweiz getätigt.

Etwas kleiner geworden ist wegen des im Februar angekündigten Sparprogramms die Mitarbeiterzahl. Sie nahm um 311 Vollzeitstellen oder 1,4% ab, bereinigt um Firmenkäufe sei sie sogar um 1,6% gesunken.

ZIELE BESTÄTIGT

Die Ziele für das Gesamtjahr gelten unverändert. Es wird ein Umsatz von "über 11,6 Mrd CHF" und ein EBITDA von "rund 4,25 Mrd CHF" angepeilt. Investiert werden sollen "rund 2,4 Mrd CHF". Werden diese Ziele erreicht, winkt den Aktionären eine Dividende auf Vorjahreshöhe von 22 CHF.

rw/gab/ra

(AWP)