Swisscom: Rekordgrosse Spam-Flut überschwemmt Bluewin-Kunden

Wer einen E-Mail-Account bei Bluewin hat, wird seit Sonntagabend mit einer Flut von Werbemails eingedeckt. Laut der Betreiberin Swisscom handelt es sich um eine schweizweite Störung.
24.10.2017 15:03

"Wir stellen im Moment eine aussergewöhnlich hohe Spam-Welle fest", sagte Sprecherin Annina Merk am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Zahl der unerwünschten Mails sei vier bis fünf Mal höher als üblich. "Es sind Millionen von Mails", so die Sprecherin.

Angefangen hatte die Cyberattacke am Sonntagabend. Seit Dienstagvormittag hat die Intensität noch einmal stark zugenommen. "Die Spam-Mails erreichen uns und unsere Kunden wellenartig", heisst es bei der Swisscom.

Wegen der Mailflut ist der E-Mail-Service einschliesslich Webmailzugang für einige Kunden beeinträchtigt. Es können laut der Swisscom auch Übermittlungsfehler bei Mailprogrammen (wie Microsoft Outlook) auftreten, die sich mit einem Bluewin-E-Mail-Konto synchronisieren.

UNSICHTBARER FEIND

Der Absender des Spam-Angriffs ist unbekannt. Die Mails würden vermutlich weltweit von mit Maleware und Trojanern infizierten Computern verschickt, sagte Merk. Aussergewöhnlich dabei sei, dass die Mails über reguläre Mailserver - also solche, die nicht auf einer schwarzen Liste stehen - verschickt würden.

Die Mails haben jeweils unterschiedliche Absender und unterschiedliche Betreffs. Deshalb seien sie sehr schwierig zu erkennen und abzufangen. Im Inhalt sind die Werbemails aber ähnlich - Kunden würden mit falschen, kostenlosen Geschenken getäuscht, schreibt die Swisscom auf ihrer Homepage.

LÖSCHEN STATT LESEN

Das Unternehmen warnt, keinesfalls auf solche E-Mails zu antworten, keine Zahlung zu veranlassen, keine persönliche Daten preiszugeben oder keine Datei herunterzuladen. "Markieren Sie zweifelhafte E-Mails als Spam oder löschen Sie diese", empfiehlt die Swisscom-Sprecherin.

Spezialisten arbeiten mit Hochdruck an der Lösung des Problems, wie Merk weiter sagte. Wie lange das dauern werde, sei momentan noch unklar. Swisscom bedauert die Umstände und entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten. Das Unternehmen hat im Moment keine Kenntnis davon, dass auch andere Anbieter betroffen sind.

(AWP)