Swissport verletzt Kreditvereinbarung mit Banken

Das Flugzeug- und Flughafendienstleister Swissport kann zurzeit auf gewisse Bankkredite nicht zugreifen. Grund dafür ist eine umstrittene Transaktion der Muttergesellschaft HNA mit Swissport-Aktien.
10.05.2017 11:40

Swissport hat im Januar 2016 kurz vor der definitiven Übernahme durch den chinesischen Mischkonzern HNA mit Banken eine Kreditvereinbarung getroffen. Mit dieser Vereinbarung gibt es jetzt jedoch ein Problem, wie der Flughafendienstleister selbst vor einigen Tagen auf seiner Internetseite bekannt gab. Die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) hat in ihrer Ausgabe vom Mittwoch auf diese Mitteilung aufmerksam gemacht.

Swissport habe nämlich gegen Abmachungen in dieser Vereinbarung verstossen, wie es in der Mitteilung heisst. Die involvierten Banken seien entsprechend am 3. Mai informiert worden.

Das Problem hat jedoch nicht der Flughafendienstleister selbst verursacht, sondern die chinesische Muttergesellschaft HNA. Diese hat gemäss Mitteilung entgegen der Vereinbarung Kredite für eine Tochtergesellschaft mit Swissport-Aktien abgesichert. Die Transaktion ist dabei noch vor der Übernahme erfolgt, also bevor der chinesische Konzern im Besitz der Papiere war.

HNA TEILTE TRANSAKTION NICHT MIT

Swissport hat vom Fall zudem nur zufällig erfahren. Die Gruppe habe im Zuge von Gesprächen mit HNA über die Einschiessung von zusätzlichem Kapital durch HNA von der Verwendung der Aktien erfahren.

Für Swissport hat der Bruch der Vereinbarungen Folgen. Bis das Unternehmen das Problem gelöst hat, kann das Unternehmen laut der Mitteilung nicht auf diese Kreditlinie zugreifen. Zudem verzögert sich dadurch die Publikation des Jahresberichts, was seinerseits ein Bruch der Vereinbarung mit Investoren zweier Swissport-Anleihen darstellt.

Die Sperrung der Kreditlinie bringt Swissport jedoch nicht in finanzielle Schwierigkeiten. Die Gruppe habe genügend Liquidität, um sämtlichen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, schreibt das Unternehmen. Es sei auch nicht zu erwarten, dass diese Probleme das tägliche Geschäft in Mitleidenschaft ziehe.

Swissport hat sich zur Lösung der Probleme 90 Tage Zeit gegeben. Sowohl die Banken wie die Investoren seien entsprechend informiert.

(AWP)