Swissquote-Aktien deutlich im Plus nach Zahlenvorlage

Die Aktien von Swissquote sind am Freitagvormittag gesucht. Der Online-Broker hat nach einem desaströsen Ergebnis im Vorjahr 2016 wieder einen Gewinn von über 20 Mio CHF erzielt. Die Neugelder konnten angesichts der Kooperation mit Postfinance deutlich gesteigert werden.
03.03.2017 10:42

Swissquote gewinnen gegen 10.40 Uhr 2,5% auf 24,80 CHF dazu, während der Gesamtmarkt gemessen am SPI leicht tiefer notiert. Im bisherigen Hoch erreichte die Aktie gar 25,05 CHF (+3,5%). Die Volumen haben einen durchschnittlichen Tageswert bereits um ein Mehrfaches überschritten.

Trotz eines glanzlosen Ertragsumfelds bei geringem Risikoappetit der Kunden könne die Gruppe weiter Vermögen anhäufen und die Kundenzahl steigern, kommentiert etwa Baader Helvea. Das zeige, dass wenn sich die Marktbedingungen verbessern, Swissquote stark profitieren dürfte.

Positiv werden in dem Zusammenhang auch die Neugelder hervorgehoben. Dieses habe man zuvor "deutlich unterschätzt", schreibt die ZKB und spricht dabei von einer "positiven Überraschung".

Angesichts der Tatsache, dass das Unternehmen die kurzfristigen Erträge nicht beeinflussen kann (stark abhängig von Marktumfeld und Kundenverhalten), seien die nun verkündeten langfristigen strategischen Pläne bis 2020 eine intelligente Lösung, den Wert der Technologieplattformen sowie der Marktposition und der Reputation zu maximieren, so wiederum Baader.

Insgesamt sei das Ergebnis allerdings durchzogen ausgefallen, was nach der Gewinnwarnung im November bereits erwartet worden war, zieht der Analyst bei ZKB das Fazit. Das Ertragsmomentum falle insbesondere im eForex-Bereich negativ auf. Zudem stört sich der Experte an der Vorsteuergewinnmarge von 15%. Diese erscheine ihm zu tief für das auf die Vermögensverwaltung fokussierte Geschäftsmodell. Auch sei die Aktienbewertung "nicht gerade attraktiv". ZKB nimmt die Einstufung "Marktgewichten" under review.

Von Baader heisst es auf mit Blick auf negative Aspekte, dass auf kurzfristige Sicht der Geschäftsgang bei Swissquote in den Händen der Kunden bleibt und derer Bereitschaft zum Handel. Die jüngsten Trends seien jedoch ungünstig. Im gewissen Sinne gebe es zwar nur den Weg zur Besserung, wenn die Kundenaktivität wieder anzieht, und jede schlussendlich Zinserhöhung wäre ein klarer Vorteil. Allerdings seien die Kunden von Swissquote in den vergangenen Jahren "hartnäckig" vorsichtig geblieben. Daher hält der Baader-Analyst aufs weitere an "Hold" fest.

ys/ra

(AWP)