Swissquote macht im Halbjahr mehr Ertrag und Gewinn - Gestiegene Kundenaktivität

Swissquote hat im ersten Halbjahr deutlich mehr Ertrag sowie Gewinn erwirtschaftet und damit die Erwartungen am Markt übertroffen. Das Management der Online-Bank spricht von Rekordwerten. So sind die Depotvermögen erstmals über 20 Mrd CHF gestiegen, und auch im noch kleineren Bereich Private Banking dürften die Wachstumsziele für das laufende Jahr erreicht werden.
08.08.2017 08:45

Der Nettoertrag stieg im Vergleich zum Vorjahr um 18% auf 89,1 Mio CHF. "Alle vier Bereiche haben massgeblich zum bisher besten Ergebnis in der Geschichte von Swissquote beigetragen", teilt der Online-Broker am Dienstag mit.

Dank einer "spürbar gewachsenen" Handelslust der Kunden stieg der Kommissionsertrag von Swissquote um 12% auf 38,9 Mio CHF. Die durchschnittlichen Transaktionen pro Kunde im Jahr legten auf 12,7 gegenüber 11,5 zu. Und der eForex-Ertrag nahm um 17% auf 32,6 Mio CHF zu. Hier erkläre sich das Wachstum einerseits mit der Zunahme von Neukunden (+32%) und anderseits aus gestiegenen Depotvermögen der eForex-Kunden (+77%).

Der Handelsertrag (Währungshandel exkl. eForex) nahm indes um 41% auf 10,4 Mio CHF zu, und der Zinsertrag erhöhte sich um 13,0% auf 8,6 Mio CHF. Zudem gewinne das Robo-Advisory (ePrivate Banking) an Bedeutung, und auch der Handel mit derivativen Produkten über Swiss DOTS habe zum guten Ergebnis beigetragen, heisst es.

Bereits Anfang März hatte CEO Marc Bürki anlässlich der Zahlenvorlage zum Geschäftsjahr 2016 angedeutet, dass 2017 mit Blick auf die Handelslust womöglich "ein Superjahr" werden könnte. Und auch im Interview mit AWP erst Ende Juni sagte er, der Online-Broker habe in diesem Jahr bislang gute Resultate auf der Handelsseite gesehen.

DEPOTVERMÖGEN ÜBER 20 MRD

Mit dem Wachstum habe das Depotvermögen zudem erstmals die Marke von 20 Mrd überschritten. Die Kundengelder stiegen im ersten Halbjahr 2017 auf 21,2 Mrd CHF nach 18,6 Mrd Ende 2016, und die Assets under Custody (AuC) lagen bei 20,3 Mrd nach 17,9 Mrd Ende 2016. Der Netto-Neugeldzufluss belief sich in den ersten sechs Monaten 2017 auf 1,5 Mrd nach 5,2 Mrd CHF im Vorjahressemester bzw. 6,1 Mrd im Gesamtjahr 2016.

Per Ende Juni 2017 betrugen die Vermögen auf den Handelskonten 20,0 Mrd (+28%), den Sparkonten 614,5 Mio (-20,0%), den eForex-Konten CHF 347,5 Mio (+77%) und den Robo-Advisory-Konten 166,8 Mio (+71%). Im Robo-Advisory sei damit das Wachstumsziel von 178 Mio im laufenden Jahr bereits im ersten Halbjahr nahezu erreicht, heisst es.

Die Zahl der Konten nahm um 1,0% auf 303'055 zu und teilte sich entsprechend auf in Handelskonten (-1,4% auf 233'421), eForex-Konten (+32% auf 37'879), Sparkonten (-9,4% auf 30'103) sowie Robo-Advisory-Konten (+14,8% auf 1'652).

Gleichzeitig stieg der Betriebsaufwand in der Berichtsperiode um 7,6% auf 67,7 Mio. Grund seien vor allem "kontinuierlich hohe Investitionen in Technologie, Marketing und Mitarbeiter.

ZUVERSICHT FÜR GESAMTJAHR

In der Folge legten die Gewinnzahlen markant zu: Der Vorsteuergewinn verbesserte sich um 71% auf 21,4 Mio CHF und der Reingewinn um 61% auf 17,9 Mio CHF. Die entsprechenden Margen stiegen auf 24,0% bzw. 20,1%.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Swissquote die Prognosen von Analysten bei weitem übertroffen. ZKB und Baader Helvea hatten mit einem Ertrag von 84,6 Mio bzw. 79,6 Mio gerechnet und einem Gewinn von 12,2 Mio bzw. 10,0 Mio.

Mit einer Kernkapitalquote (Tier 1) von 20,5% sei Swissquote ausserdem nach wie vor eine der bestfinanzierten Banken der Schweiz, so die Aussage. Das Eigenkapital erreichte nach Dividendenauszahlung und dem Rückkauf von 5% eigener Aktien 271,5 Mio CHF.

Mit Blick auf das Gesamtjahr heisst es von Swissquote, dass man für das zweite Halbjahr mit einer ähnlich positiven Entwicklung rechne.

ys/tp

(AWP)