Symrise bleibt auf Wachstumskurs - Industrieaktivitäten verkauft

(Ausführliche Fassung)
02.11.2016 08:55

HOLZMINDEN (awp international) - Der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise bleibt trotz schwieriger Bedingungen in Schwellenländern klar auf Wachstumskurs. "Nach dem dynamischen Geschäftsausbau und dem kräftigen profitablen Wachstum in den ersten neun Monaten sehen wir dem Endspurt 2016 optimistisch entgegen", sagte Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram am Mittwoch laut Mitteilung. Der MDax -Konzern werde 2016 schneller als der Markt wachsen. Die Profitabilität dürfte gemessen an der Ebitda-Marge dabei bei mehr als 20 Prozent liegen. Auch die Mittelfristziele hätten vollen Bestand.

Ungeachtet der politischen und konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Ländern sei von einer guten Nachfrage und Wachstumsdynamik auszugehen, heisst es im Quartalsbericht. Im dritten Quartal legte der Umsatz auch dank eines Zukaufs um 13 Prozent auf 729,8 Millionen Euro zu. Besonders kräftig war der Umsatzsprung bei Riechstoffen. DZ-Bank-Experte Thomas Maul sprach von einem überraschend starken Wachstum, während die Profitabilität etwas geringer als erwartet sei.

Im Januar hatte Symrise mit dem Kauf der amerikanischen Pinova für rund 400 Millionen US-Dollar das Duftstoffgeschäft um weitere natürliche Rohstoffe gestärkt. Nun gab Symrise den Verkauf der Industrieaktivitäten daraus an DRT für 150 Millionen Dollar bekannt. Der französische Spezialanbieter übernimmt die Geschäftseinheit mit Produktlösungen für technische Anwendungen wie Klebstoffe, Farben oder etwa Lacke. Der Verkauf soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein, wenn die Behörden zustimmen.

Symrise profitierte im dritten Quartal auch von einer starken Nachfrage und einer hohen Auslastung. Ungünstigere Wechselkurse bremsten vor allem das Geschäft mit Aromen. Bei konstanten Wechselkursen wäre Symrise mit 17 Prozent insgesamt deutlich stärker gewachsen.

Bei den Gewinnkennzahlen belastete der Pinova-Kauf. Wegen Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme sank der Gewinn im Jahresvergleich um fast neun Prozent auf 59,9 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge ging wegen der Verwässerung durch Pinova auf 20,5 (Vorjahr 22,9) Prozent zurück. Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an. Der Kurs der Aktie legte vorbörslich um fast zwei Prozent zu.

Mit gut 8900 Mitarbeitern ist der Konzern ein wichtiger Lieferant für die Kosmetik-, Pharma-, Lebensmittel- sowie Getränkeindustrie./jha/mne/fbr

(AWP)