Symrise geht vorsichtig ins Jahr - Aktie unter Druck

(Ausführliche Fassung) - Der Hersteller von Duftstoffen und Aromen Symrise will 2019 den eingetrübten Konjunkturaussichten trotzen. Das erwartete Wachstum des relevanten Marktes von drei bis vier Prozent soll - auf Basis konstanter Wechselkurse - erneut deutlich übertroffen werden, wie der MDax-Konzern am Mittwoch in Holzminden mitteilte. Trotz voraussichtlich weiter steigender Rohstoffpreise sollen beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rund 20 Prozent des Umsatzes hängen bleiben.
13.03.2019 09:35

"Auch bei der erwarteten konjunkturellen Abkühlung sind wir zuversichtlich in das laufende Geschäftsjahr gestartet", sagte Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram laut Mitteilung. Bei den Anlegern kam der Ausblick zunächst aber nicht gut an. Die Aktien fielen im frühen Handel um 1,5 Prozent. Allerdings waren sie zuletzt auch deutlich gestiegen und hatten sich ihrem Rekordhoch genähert.

Der Margenausblick liege unter den Erwartungen, erklärte Analyst Gunther Zechmann von Bernstein Research. Allerdings sei Symrise für gewöhnlich eher vorsichtig bei den Prognosen. Der Experte geht daher davon aus, dass das Unternehmen die eigenen Prognosen komfortabel erreichen dürfte. Dabei rechnet er mit einem zumindest etwas nachlassenden Kostendruck.

Im abgelaufenen Jahr bekam der MDax-Konzern neben einer ungünstigen Entwicklung der Wechselkurse eine seit 2017 andauernde Rohstoffknappheit zu spüren. Zudem steckte Symrise viel Geld in den Kapazitätsausbau etwa in den USA und China. Die höheren Kosten konnten zwar teilweise durch eigene Rohstoffzugänge und Preiserhöhungen ausgeglichen werden, das operative Ergebnis (Ebitda) stagnierte 2018 mit 631 Millionen Euro aber.

Der Umsatz stieg derweil um 5,3 Prozent auf 3,15 Milliarden Euro. Wechselkurseffekte sowie Übernahmen und Verkäufe herausgerechnet, lag das Plus sogar bei 8,8 Prozent und damit über der Unternehmensprognose. Auf dieser Basis legte Symrise vor allem in Asien und Lateinamerika stark zu.

In den kommenden Jahren soll dieser Trend weitergehen: Der Anteil der Schwellenländer am Konzernumsatz soll von 43 Prozent im abgelaufenen Jahr bis 2025 auf mehr als 50 Prozent steigen. Allerdings schwanken die Wechselkurse dieser Länder oftmals recht stark, was sich unter Umständen negativ auf das tatsächliche Umsatzwachstum auswirken kann.

Bis 2025 plant Manager Bertram weiterhin bestenfalls eine Verdopplung des Umsatzes auf etwa 5,5 bis 6,0 Milliarden Euro. Für die Ebitda-Marge werden langfristig 20 bis 23 Prozent angepeilt. Neben einem Ausbau der eigenen Produktion sollen Übernahmen zum Wachstum beitragen. Erst im Januar wurde der Ausbau des Geschäfts für Heimtiernahrung mit dem Kauf des US-Anbieters von Proteinspezialitäten auf Basis von Fleisch- und Ei-Produkten ADF/IDF für 900 Millionen US-Dollar bekannt gegeben.

Trotz der geplanten Investitionen in das Wachstum sollen weiter 30 bis 50 Prozent des Überschusses als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Für 2018 soll die Ausschüttung je Aktie um 2 Cent auf 90 Cent steigen, nachdem Symrise unter dem Strich 275 Millionen Euro verdiente nach 270 Millionen ein Jahr zuvor./mis/mne/jha/

(AWP)

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