Syngenta-Aktien legen nach US-Freigabe der Übernahmepläne gut 12% zu

Zürich (awp) - Die Aktien von Syngenta sind mit deutlich festeren Kursen in die neue Börsenwoche gestartet. Die Papiere profitieren von einem Entscheid der US-Behörden zu der vom chinesischen Staatsunternehmen ChemChina vorgelegten Barofferte. Allen Befürchtungen zum Trotz hat das Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) der geplanten Übernahme des Agrarchemiekonzerns aus Basel durch ChemChina seinen Segen erteilt. Damit sei der grösste Stolperstein für die Transaktion aus dem Weg, meinen Experten.
22.08.2016 09:25

Bis um 09.20 Uhr klettern die Aktien von Syngenta um 12% auf 428 CHF und sind damit mit Abstand die grössten Gewinner im Gesamtmarkt (SMI), der aktuell um 0,40% zulegt. Damit rücken Syngenta in grossen Schritten auf den von ChemChina gebotenen Übernahmepreis in Höhe von 465 USD zuzüglich einer Sonderdividende von 5 CHF je Aktie zu.

Im Handel und unter Analysten werden die Neuigkeiten zur Syngenta-Übernahme als eine positive Überraschung gewertet. Zwar sei bis zum Stichtag vom 29. August eine Entscheidung der US-Behörde erwartet worden. Allerdings hätten viele Marktteilnehmer mit einem negativen Votum des CFIUS gerechnet, heisst es.

Bei Baader Helvea schreibt der zuständige Analyst mit Blick auf die Freigabe des CFIUS von "Big News". Seines Erachtens dürfte der weitere Zulassungsprozess, etwa die Bewilligungen von Behörden anderer Länder, nun keine grösseren Schwierigkeiten mehr bieten. Er rechnet deshalb nach wie vor mit dem Abschluss der Firmentransaktion bis Ende Jahr.

Auch für seinen Berufskollegen von Kepler Cheuvreux ist der Segen des CFIUS ein wichtiger Meilenstein für die beiden involvierten Unternehmen und daher ganz klar positiv zu werten. Die regulatorischen Vorbehalte hält er nun für überschaubar gering. Noch nicht investierten Anlegern rät der Experte sogar zu kurzfristigen Arbitrage-Käufen.

Der Entscheid der CFIUS bringe ChemChina dem erfolgreichen Abschluss der Übernahme von Syngenta einen grossen Schritt weiter, bläst Philipp Gamper von der ZKB ins gleiche Horn wie seine Kollegen. Er werde weltweit Signalwirkung haben. In den USA hätten politische Kreise und Interessenverbände gegen die Übernahme stets starke Bedenken angemeldet, selbst das Verteidigungsministerium habe vor einer Bedrohung für die Sicherheit der nationalen Lebensmittelversorgung gewarnt.

Für eine erfolgreiche Übernahme brauche es nun noch die Entscheide von Wettbewerbsbehörden aus aller Welt, ergänzt Jeremy Redenius von Bernstein. Im Fokus stünden dabei die Anti-Trust-Behörden Europas, den USA oder aus Brasilien. Dabei dürfte Europa die grösste Hürde darstellen.

Im Handel gehen Beobachter nun davon aus, dass die Syngenta-Aktien Kurs auf das auf dem Tisch liegende Barangebot nehmen werden. In diesem Zusammenhang wird ausserdem auf umfangreiche Wetten gegen die in New York gehandelten Syngenta-Titel verwiesen. Beobachter erwarten deshalb im Laufe des Nachmittags grössere Deckungskäufe.

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(AWP)