Syngenta prüft Akquisitionen im Saatgut-Bereich - auch Bayer-Sparten

(Meldung ausgebaut) - Obschon Syngenta im Saatgutbereich seit Jahren gegenüber seinen Mitbewerbern im Hintertreffen liegt und die Sparte die Profitabilität des Konzerns erheblich schmälert, halten die Basler auch nach Abschluss der Übernahme durch ChemChina an dem Geschäft fest. Es soll im Gegenteil unter anderem mit Akquisitionen gestärkt werden.
27.06.2017 15:13

CEO Erik Fyrwald erklärte am Dienstag vor den Medien: "Wir wollen die Nummer drei in diesem Markt bleiben - eine starke Nummer drei". Heute kommt Syngenta auf einen Marktanteil von 7% im Saatgutbereich, hinter den beiden Platzhirschen Monsanto (27%) und DuPont (17%).

Syngenta strebe an, durch organisches Wachstum und Kollaborationen den Marktanteil profitabel zu steigern und prüfe gezielte Akquisitionen mit einem Schwerpunkt auf Saatgut, so Fyrwald. Auch die zum Verkauf stehende LibertyLink-Marke von Bayer werde man sich ansehen. Von diesem müssen sich die Deutschen im Zuge der geplanten Monsanto-Akquisition trennen.

Aber auch aus eigener Kraft will Syngenta in diesem Bereich stärker werden. "Sehr signifikante" Geschäfte verspricht sich Fyrwald von Hybridweizen, die im eigenen Haus entwickelt wurden. Früheren Angaben zufolge soll die Hyvido-Hybridgerste Peak-Umsätze von über 3 Mrd USD generieren, die Markteinführung dürfte zum Ende des Jahrzehnts anlaufen.

Ansonsten gleichen die Ziele Syngentas der bereits früher kommunizierten Marschroute. "Das heisst, wir wollen das Marktwachstum übertreffen und die Profitabilität laufend verbessern", sagte CEO Fyrwald. Eine konkrete Guidance gibt das Unternehmen aber nicht mehr aus.

TEIL-IPO

Der neue Verwaltungsratspräsident Ren Jianxin bestätigte wiederum die Pläne bezüglich eines partiellen Relistings von Syngenta. Hintergrund dafür ist, dass ChemChina ursprünglich lediglich einen Anteil von 70% an Syngenta übernehmen wollte. Doch in der Schweiz ist dies gesetzlich nicht zulässig.

Dafür gibt sich Jianxin eine Frist von fünf Jahren. Der genaue Zeitpunkt hänge aber von der Marktsituation ab. Ob kotiert oder nicht kotiert: Hauptsitz der Syngenta werde Basel bleiben, versicherte der neue starke Mann an der Spitze des Konzerns.

Geschäftsleitungsmitglied Christoph Mäder blieb es vorbehalten, für den Standort Schweiz und für Basel im Speziellen Werbung zu machen. "Unsere andauernden Umbauten am Hauptsitz sind Beleg dafür, dass wir bleiben werden", sagte er. Und an den anderen Schweizer Standorten habe Syngenta bereits in den letzten 10 Jahren rund 900 Mio CHF investiert.

ra/cp

(AWP)