Syngenta und ChemChina erhalten von US-Behörden Freigabe für Fusion

(Ausführliche Fassung)
22.08.2016 07:34

Basel (awp) - Der chinesische Chemiegigant ChemChina darf den Basler Agrochemiekonzern Syngenta übernehmen. Die US-Behörde Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) hat den 43-Milliarden-Dollar-Deal freigegeben.

Die Transaktion soll bis Ende Jahr abgeschlossen werden, teilt Syngenta am Montag mit. Noch ist der Weg für die Übernahme allerdings nicht ganz frei. Zahlreiche Regulatorische Behörden weltweit müssen ihre kartellrechtliche Prüfung noch abschliessen. Beide Unternehmen arbeiteten indes eng mit den involvierten Zulassungsbehörden zusammen und die Gespräche seien konstruktiv, so Syngenta.

In Marktkreisen wurde teilweise in Zweifel gezogen, dass die US-Behörden für diesen Deal grünes Licht geben könnten, entsprechend notiert die Aktie mit einem Schlusskurs von 380,80 CHF vom vergangenen Freitag deutlich unter den gebotenen 465 USD je Aktie, wobei hier noch eine Sonderdividende von 5 CHF obendrauf kommt. ChemChina hat die Frist für die Annahme der Offerte bereits zweimal verlängert, sie läuft noch bis zum 13. September.

ChemChina hat im Januar schon den deutschen Spezialmaschinenbauer KraussMaffei für 925 Mio EUR übernommen. Vor knapp einem Jahr hatte ChemChina auch die traditionsreiche italienische Reifenfirma Pirelli für mehr als 7 Mrd EUR gekauft. Nach eigenen Angaben hat ChemChina 140'000 Mitarbeiter.

Mit dem Kauf von Syngenta wird ChemChina zu einem wichtigen Mitspieler der Agrochemie-Branche weltweit. Gelingt die Transaktion, wäre dies die bisher grösste chinesische Übernahme im Ausland. Der Kauf ist auch ein wichtiger Schritt in der Strategie Chinas, die Entwicklung seiner Landwirtschaft durch moderne Methoden wie Biotechnologie und eine Konsolidierung der Branche voranzubringen.

cf/cp

(AWP)