Tagesüberblick Wirtschaft

Freitag, 10. März 2017
10.03.2017 17:13

MILLIONENLOHN FÜR ERMOTTI: (Zürich) UBS-Chef Sergio Ermotti hat im vergangenen Jahr leicht weniger verdient. Er erhielt einen Lohn von 13,7 Millionen Franken für das Geschäftsjahr 2016. Im Vorjahr waren es noch 14,3 Millionen Franken gewesen. Grund dafür waren 5 Prozent tiefere Boni, wie aus dem UBS-Geschäftsbericht hervorgeht. 2016 halbierte sich der im Vorjahr durch Steuergutschriften angetriebene Gewinn der Grossbank beinahe auf noch 3,2 Milliarden Franken. Das sind zudem 102 Millionen Franken weniger, als die UBS noch im Januar aufgrund ungeprüfter Zahlen gemeldet hatte. Die Bank musste nachträglich mehr Geld zur Seite legen für die Beilegung eines Streits zu US-Hypothekenpapieren.

SFS STEIGERT REINGEWINN: (Heerbrugg SG) Die Ostschweizer Industriegruppe SFS hat im Geschäftsjahr 2016 deutlich mehr verdient. Unter dem Strich steht ein gut 16 Prozent höherer Reingewinn von 122,2 Millionen Franken. Der Bruttoumsatz stieg, wie bereits früher bekannt gegeben, um 4,4 Prozent auf 1,44 Milliarden Franken und erreichte damit eine neue Höchstmarke. Der bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe EBITA erhöhte sich um knapp 21 Prozent auf 207,3 Millionen Franken. Gründe für die verbesserte Rentabilität sind gemäss den Angaben Verkaufserfolge mit innovativen Produkten, eine bessere Auslastung der Fabriken sowie effiziente Massnahmen nach der Aufwertung des Schweizer Frankens.

HALBIERTER GEWINN BEI STARRAG: (Rorschacherberg SG) Weniger Nachfrage aus der Uhrenindustrie und Kostenüberschreitungen bei Kundenaufträgen haben den Reingewinn beim Maschinenhersteller Starrag im vergangenen Jahr halbiert. Unter dem Strich blieben dem Unternehmen noch 4,6 Millionen Franken. Auch das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 7,4 Millionen Franken 49,8 Prozent unter Vorjahr. Besser sieht die Bilanz beim Auftragseingang und den Umsatzzahlen aus, die das Unternehmen bereits Ende Januar publiziert hatte. Die Erlöse lagen mit 372 Millionen Franken um 2 Prozent über jenen des Vorjahrs. Gar den höchsten je erzielten Auftragseingang in der 120-jährigen Unternehmensgeschichte vermeldete Starrag: 480 Millionen Franken oder ein Plus von 44 Prozent.

NEUE NUMMER EINS: (Zürich/Salzburg) Die Autohandelsgruppe Emil Frey von Ex-SVP-Nationalrat Walter Frey übernimmt 275 Filialen des europäischen Händlernetzes von Porsche und steigt zur neuen Nummer eins in Europa auf. Emil Frey bestätigte die Kaufabsicht gegenüber der Nachrichtenagentur sda ohne Angabe des Kaufpreises oder weiterer Details. Zuvor hatten verschiedene Medien über die Pläne berichtet. Wann die Transaktion genau vollzogen wird, ist nicht bekannt. Die Wettbewerbsbehörden müssen noch ihre Zustimmung geben. Gemäss einer Mitteilung der Porsche Holding Salzburg vom 6. März übernimmt Emil Frey die Porsche-Tochtergesellschaft PGA Motors, mit 207 Filialen in Frankreich, 50 in den Niederlanden, 12 in Polen und 6 in Belgien. Dabei handelt es sich mehrheitlich um Standorte, die Marken ausserhalb des VW-Konzerns anbieten.

REKORDGEWINN: (Zürich) Der Liechtensteiner Baugerätekonzern Hilti hat sein 75. Jubiläumsjahr mit einem Rekordgewinn gekrönt. Der Betriebsgewinn verbesserte sich um 10 Prozent auf 604 Millionen Franken. Unter dem Strich kletterte der Reingewinn gar um 17 Prozent auf 481 Millionen Franken. Damit wurde der bisherige Rekordgewinn von 426 Millionen aus dem Jahr 2014 noch einmal deutlich übertroffen. Der Umsatz stieg 2016 um 5,7 Prozent auf 4,6 Milliarden Franken. Nordamerika war zum dritten Mal in Folge die Wachstumslokomotive. Auch in Europa verliefen die Geschäfte erfreulich. Durchzogen war die Entwicklung indes in den Schwellenländern. Hilti will die Rekordjagd fortsetzen. 2018 soll die Grenze von 5 Milliarden Franken Umsatz geknackt werden.

LOHNENDER ZUKAUF: (Regensdorf ZH) Die Expansion nach Deutschland hat den Handyverkäufer Mobilezone 2016 beflügelt. Der Gewinn schoss um 17 Prozent hoch auf 36,1 Millionen Franken, der Betriebsgewinn (EBIT) um ein Fünftel auf 48,5 Millionen Franken. Der Umsatz erreichte 1,087 Milliarden Franken, nach 859 Millionen Franken im Vorjahr, wie Mobilezone mitteilte. In den Ergebnissen wird die deutsche einsAmobile erstmals für das volle Jahr mitgezählt, im Vorjahr wurden die Ergebnisse ab April hinzugerechnet. Im Segment Handel, zu dem einsAmobile gehört, stieg der Umsatz um 29 Prozent, der Betriebsgewinn um 46 Prozent. Diese sehr erfreuliche Entwicklung sei im Wesentlichen in Deutschland erzielt worden, schreibt Mobilezone.

TIEFERE BEWERTUNGEN: (Zug) Tiefere Liegenschaftsbewertungen haben der Immobilienfirma Zug Estates im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch beschert. Unter dem Strich blieben noch 48 Millionen Franken (-28,0 Prozent). Ohne den Neubewertungserfolg der Liegenschaften stagnierte das Ergebnis bei 24 Millionen Franken, wie Zug Estates mitteilte. Die Mieterträge stiegen um 2,3 Prozent auf 40 Millionen Franken. Die Leerstandsquote betrug rekordtiefe 1,8 Prozent. Im laufenden Jahr rechnet Zug Estates wegen des abkühlenden Immobilienmarkts erneut mit tieferen Liegenschaftsbewertungen und somit auch einem sinkenden Konzernergebnis. Dagegen dürften die Mieterträge weiter steigen.

CFT STEIGERT GEWINN: (Lausanne) Der Finanzbroker Compagnie Financière Tradition (CFT) hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016 mit etwas weniger Umsatz ein höheres Ergebnis erzielt. Der Reingewinn nach Minderheiten stieg um 24 Prozent auf 50,4 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn legte um 3,0 Prozent auf 60,5 Millionen Franken zu. Die entsprechende Marge verbesserte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent, wie CFT mitteilte. Wie bereits bekannt, ging der Umsatz um 1,4 Prozent auf 803,4 Millionen Franken zurück. Zu konstanten Währungen betrug das Minus 1,4 Prozent.

HEIME BRINGEN UMSATZ: (Neuhausen SH) Der Medizinalbedarfshersteller IVF Hartmann will künftig stärker auf Alters- und Pflegeheime als Kunden setzen. Bereits 2016 trieben diese das Umsatzwachstum an, neben Spitexorganisationen, Arztpraxen und Tageskliniken. Der Umsatz stieg 2016 um 1,8 Prozent auf 134,7 Millionen Franken. Dabei habe der Kostendruck im Gesundheitswesen nochmals zugenommen, teilte der Hersteller von Wundversorgungs- und Hygieneprodukten mit. Mit einem Mengenwachstum von 4 Prozent konnte IVF Hartmann Preisrückgänge von 2,2 Prozent mehr als ausgleichen. Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg um 4,1 Prozent auf 19,7 Millionen Franken, der Konzerngewinn um 2,2 Prozent auf 16,4 Millionen Franken.

KEINE FLÜGE NACH BERLIN: (Berlin) An den Berliner Flughäfen fallen am Freitag wegen eines Streiks des Bodenpersonals nahezu alle Flüge aus. Auch die Verbindungen zwischen der Schweiz und Berlin fallen komplett aus. In Zürich sind zwischen 6 und 23 Uhr 13 Hin- und Rückflüge betroffen, in Genf zwei und in Basel fünf, wie den Webseiten der Flughäfen zu entnehmen ist. Insgesamt wurden am Freitag in Tegel 455 Verbindungen gestrichen und in Schönefeld 204, wie der Betreiber der beiden Airports mitteilte. Die Gewerkschaft Verdi fordert für die mehr als 2000 Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste eine Erhöhung des Stundenlohns um einen Euro auf zwölf Euro und einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von einem Jahr.

EINIGUNG BEI TARIF-STREIT: (Berlin) Zugreisende müssen bis Ende 2018 keine Streiks bei der Deutschen Bahn fürchten. Der Staatskonzern und die Lokführergewerkschaft GDL einigten sich nach einer achtwöchigen Schlichtung auf Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverbesserungen, wie beide Seiten bestätigten. Die Regelungen gelten für rund 34'000 Mitarbeiter des Zugpersonals und lehnen sich in weiten Teilen an den Abschluss mit der grösseren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) von Ende 2016 an. Ähnlich wie mit der EVG für 150'000 Eisenbahner vereinbart, erhalten die Beschäftigten ab April 2,5 Prozent mehr Lohn. Fällig wird zudem eine Einmalzahlung von 550 Euro. Ab 2018 soll es weitere 2,6 Prozent geben, die aber auch mit zusätzlicher Freizeit ausgeglichen werden können. Dazu kommen Regelungen für eine bessere Organisation der Schicht-Dienste.

KONJUNKTUR: (Washington) In den USA sind im Februar mehr Jobs entstanden als erwartet. Private Unternehmen und der Staat schufen insgesamt 235'000 Stellen, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit 190'000 gerechnet. Vor allem auf dem Bau, bei privaten Bildungsträgern, in der Industrie und im Gesundheitsbereich habe die Nachfrage nach Arbeitskräften angezogen. Die Arbeitslosenquote sank um einen Tick auf 4,7 Prozent. Das ist ein Minus von 0,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit herrscht de facto Vollbeschäftigung - das erklärte Ziel der US-Notenbank Fed. Sie hat für Mitte nächster Woche eine Zinserhöhung signalisiert.

FIRMENÜBERNAHMEN: (Brüssel) Die EU-Kommission hat erste Pläne für Schutzinstrumente gegen unerwünschte Firmenübernahmen aus Ländern wie China erarbeitet. Die Mechanismen sollten "politisch motivierte" Unternehmenskäufe in Bereichen wie Verteidigung, Infrastruktur und High-Tech verhindern. Diese Mechanismen sollten sowohl aus wirtschaftlichen als auch sicherheitspolitischen Gründen greifen können, heisst es in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Entwurf aus der Brüsseler Behörde. Auch Investitionen in Rohmaterialien, strategische Projekte wie das europäische Satelliten-Programm "Galileo" oder in für die Atomindustrie tätigen Firmen sollen blockiert werden können.

MEHR AUTOS VERKAUFT: (Peking) Der Automarkt in China ist zu Jahresanfang trotz gekappter Steuervorteile gewachsen. Der Absatz legte in den ersten beiden Monaten um rund 9 Prozent zu, wie der Hersteller-Verband CAAM mitteilte. Damit liefen die Geschäfte rund angesichts der Befürchtungen von Volkswagen und anderer Autobauer, dass das Auslaufen staatlicher Kaufanreize für kleinere Wagen die Nachfrage bremsen könnte. Der Verband erwartet allerdings, dass sich das Absatzwachstum im zweitgrössten Automarkt der Welt nach den USA dieses Jahr auf fünf Prozent von 13,7 Prozent 2016 verlangsamt. Die Umsatzsteuer bei Autos mit 1,6-Liter-Motoren oder geringeren Varianten stieg von fünf Prozent im vorigen Jahr auf 7,5 Prozent in diesem Jahr und soll 2018 auf das reguläre Niveau von zehn Prozent erhöht werden.

STABILER YUAN-WECHSELKURS: (Peking) Die chinesische Notenbank geht davon aus, dass sich der Wechselkurs für die chinesische Landeswährung Yuan in diesem Jahr stabil entwickelt. Kursschwankungen seien aber normal, sagte Zentralbankchef Zhou Xiaochuan am Rande des Volkskongresses. Ein Rückgang bei den Devisenreserven sei ebenfalls üblich und nicht ungünstig. Die Volksrepublik werde darauf nicht überreagieren. Die grenzüberschreitenden Kapitalströme sollten sich künftig weitgehend ausgleichen. Er trat damit Sorgen vor einer sich fortsetzenden Abwertung der chinesischen Währung entgegen. Im vorigen Jahr hat die Volksrepublik rund 330 Milliarden Dollar in die Hand genommen, um die Kapitalflucht aus dem Land abzumildern und die Landeswährung zu stützen.

NEUES KAPITAL: (San Francisco) Geldpolster für den Zimmervermittlungsdienst Airbnb: Das Unternehmen sammelte in einer Finanzierungsrunde rund eine Milliarde Dollar ein. Nach den 555 Millionen Dollar im vergangenen Jahr, kamen nun noch einmal 448 Millionen Dollar zusammen. Damit ist der Konzern nach Angaben aus dem Firmenumfeld mit 31 Milliarden Dollar bewertet. Seit dem zweiten Halbjahr 2016 macht das Startup Gewinn. Pläne für einen baldigen Börsengang gibt es dem Unternehmen zufolge aber nicht.

(AWP)