Tagesüberblick Wirtschaft

Bern (awp/sda) - Mittwoch, 29. Juni 2016
29.06.2016 17:51

STÜHLERÜCKEN BEI VERSICHERUNGEN: Wieder ist es an der Spitze eines Schweizer Versicherungskonzerns zu einem Personalwechsel gekommen. Diesmal tritt der Chef der Helvetia-Gruppe, Stefan Loacker (47), nach genau neun Jahren von seinem Posten per Ende August zurück. Ab September wird der 53-jährige Chef der Schweizer Einheit, Philipp Gmür, den Gesamtkonzern führen. Seine Nachfolge bei Helvetia Schweiz ist allerdings noch offen. Als Grund für diesen Führungswechsel gibt der Konzern an, dass Loacker eine berufliche Veränderung suche. In der Schweizer Versicherungswirtschaft hat es bereits zahlreiche Veränderungen an der Spitze von Konzernen gegeben. Prominente Beispiele sind die Zurich Insurance und die Baloise-Gruppe.

TIEFERE PROGNOSE: Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) senkt nach dem Brexit-Entscheid ihre Prognosen für die Schweizer Wirtschaft. Für das laufende Jahr erwartet sie noch ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 1,1 Prozent. Zuvor war sie von 1,2 Prozent ausgegangen. Für das nächste Jahr lautet die Prognose neu 0,9 statt 1,1 Prozent. Die zurückhaltendere Prognose begründet die ZKB mit dem stärkeren Franken. Ein starker Franken ist schlecht für die Exportwirtschaft, da er Schweizer Waren im Ausland verteuert. Gegen Jahresende dürfte sich dann auch die schwächere europäische Nachfrage auswirken, schreibt die Kantonalbank. Die ZKB ist das erste Institut, das nach dem Brexit die Wirtschaftsprognosen für die Schweiz senkt.

GEFÄHRDETE ERHOLUNG: Der Brexit-Entscheid stellt den Aufwärtspfad der vom Frankenschock gebeutelten Branchen in Frage. Er könnte deren Erholung verzögern, heisst es im Branchenmonitor der Credit Suisse. Der direkte Effekt läuft über die Wechselkurse: So schmälert das derzeit sehr schwache Pfund die Kaufkraft der Briten im Ausland. Dies dürfte einige von Auslandsferien abhalten, worunter auch das Schweizer Gastgewerbe leiden würde. Auch der Industrie droht ein Rückschlag. Zum einen ebenfalls wechselkursbedingt, sollte sich der Franken stark aufwerten. Zum anderen im Falle einer konjunkturellen Abkühlung in der Eurozone. Die Credit-Suisse-Ökonomen erwarten allerdings nach wie vor, dass die Eurozone im laufenden Jahr wachsen wird.

TERRORISMUS - TÜRKEI: Seit sich in der Türkei die Terroranschläge mehren, verläuft für die Reiseveranstalter das Türkei-Geschäft schleppend. Der jüngste Anschlag auf den Flughafen von Istanbul droht nun auch das Last-Minute-Geschäft zu verderben, das in den letzten Wochen gut anlief. In den vergangenen zwei, drei Wochen mauserte sich das Land zur "Last-Minute-Badeferiendestination". "Es gab kurzfristige Buchungen von Badeferien in der Südtürkei", sagte eine Hotelplan-Suisse-Sprecherin. Auch bei Kuoni zeichnete sich in den vergangenen Tagen eine leichte Erholung beim Badeferiengeschäft ab. Allgemein buchen die Kunden im laufenden Jahr wegen der latenten Terror-Bedrohung eher kurzfristig. Ein weiterer Grund für die Last-Minute-Entscheide ist das bisher schlechte Wetter in der Schweiz.

SYNTHES-GRÜNDER VOR GERICHT: Der ehemalige Konzernchef und Gründer des Medizintechnikunternehmen Synthes, der Schweizer Milliardär Hansjörg Wyss, muss sich in den USA vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Er soll Ärzte zu tödlichen Versuchen mit einen Knochenzement angestiftet haben. Im zivilen Gerichtsverfahren werden Synthes, Wyss und ein Arzt von der Familie von Reba Golden verklagt. Reba Golden starb 2007 während eines angeblichen Routineverfahrens auf dem Operationstisch. Der zuständige Arzt habe gewusst, dass der Synthes-Knochenzement Norian nicht für Rückenoperationen zugelassen sei, machen die Kläger geltend.

BESSERE KONSUMLAUNE: Die Konsumlaune der Schweizerinnen und Schweizer hat sich im Mai leicht verbessert. Der UBS-Konsumindikator, ein aus sechs Grössen berechneter Index, stieg von 1,24 Punkten im April auf 1,35 Punkte im Mai. Allerdings musste die UBS den April-Wert nach unten revidieren: Ursprünglich hatte der Indikator 1,47 Punkte angezeigt. Der Grund für die Revision sind tiefer als erwartete Beschäftigungszahlen für das erste Quartal, wie die UBS mitteilt. Diese seien zum ersten Mal seit 2010 rückläufig gewesen. Dies belastete den Indikator. Positiv wirkte sich hingegen der Privatkonsum aus. Dieser hatte das Schweizer Wirtschaftswachstum im ersten Quartal gestützt.

UNTERNEHMEN VERKAUFT: Der St. Galler Sanitärtechnikhersteller Geberit verkauft die Koralle Gruppe. Die Herstellerin von Duschen und Badewannen gehört erst seit vergangenem Jahr zu Geberit. Koralle war Teil der finnischen Sanitec Gruppe und kam zu Geberit, als diese Sanitec übernahm. Nun verkauft Geberit Koralle an den Thurgauer Bauausrüster Arbonia Forster (AFG). Wie viel AFG für Koralle bezahlt, ist nicht bekannt. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden, heisst es in einer Mitteilung von Geberit. Koralle erzielte im vergangenen Jahr mit 240 Mitarbeitenden einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro.

GAM KAUFT ZU: Der Schweizer Vermögensverwalter GAM Holding will den britischen Konkurrenten Cantab Capital Partners mit einem verwalteten Vermögen von vier Milliarden Dollar übernehmen. GAM bezahle dafür zunächst 217 Millionen Dollar in bar, teilte die Firma mit. Hinzu kommen weitere Zahlungen, die - abhängig von den Vermögensverwaltungserträgen - in den kommenden Jahren erfolgen sollen. Abgeschlossen werden soll die Übernahme in der zweiten Jahreshälfte. Der Zukauf wird durch bestehende Mittel finanziert. GAM hat allerdings vorübergehend den Rückkauf eigener Aktien ausgesetzt, um genügend Kapital zu behalten.

KEIN INTERESSE: BKW hat kein Interesse an der zum Verkauf stehenden Wasserkraft von Alpiq. Man wolle die Energieposition nicht aufbauen und höchstens strategische Zukäufe machen, sagte BKW-Chefin Suzanne Thoma in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP. "Sich an einer Beteiligungsgesellschaft zu beteiligen, wie es die Struktur von Alpiq vorsieht, liegt für einen industriellen Investor wie BKW weniger auf der Hand." Auch die bis 2019 geplante Stilllegung des Kernkraftwerks Mühleberg bereut die Chefin des Energiekonzerns in keinster Weise: "Ich denke, der Mühleberg-Entscheid war für BKW goldrichtig."

INTELLIGENTES WOHNEN: Die Swisscom und die ETH Lausanne (EPFL) sind eine strategische Partnerschaft für Themen wie Mensch und intelligentes Wohnen eingegangen. Die Swisscom schafft einen Forschungsfonds und ein "Digital Lab". Die Zusammenarbeit umfasst Forschung rund um die Digitalisierung wie Benutzerschnittstellen, Robotik im Geschäft oder zu Hause, intelligente Städte oder Gebäude, Biosensoren und künstliche Intelligenz, wie die Swisscom mitteilte. "Die digitale Revolution ist in vollem Gang. Die Schweiz und ihre Unternehmen müssen bei dieser Revolution eine Vorreiterrolle einnehmen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zu erhalten", sagte Swisscom-Chef Urs Schaeppi.

VERSICHERUNGSPRÄMIEN GESTIEGEN: Weltweit sind die Versicherungsprämien teuerungsbereinigt (real) im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent gewachsen. Das ist etwas mehr als 2014, als die Versicherungsprämien um 3,5 Prozent zulegten. Bei der Umrechnung in Dollar ergab sich aber ein Rückgang. Insgesamt fielen hier die Versicherungsprämien im Jahr 2015 um 4,2 Prozent auf 4554 Mrd. Dollar. Im Vorjahr hatte die Branche noch 4779 Mrd. Dollar an Prämien eingefahren. Grund für den Rückgang sei die Aufwertung des US-Dollars, teilte der Rückversicherer Swiss Re in seiner Sigma-Studie zum weltweiten Versicherungsmarkt mit. Im Lebensversicherungsbereich nahm die Assekuranzbranche 2534 Mrd. Dollar ein. Das sind 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Schadensversicherungsgeschäft schrumpften die Prämien um 3,8 Prozent auf 2020 Mrd. Dollar.

BRITEN SPAREN: Das Brexit-Votum dämpft schon jetzt die Kauflaune der Briten: Insgesamt 37 Prozent der Befragten gaben in einer Erhebung an, Pläne für grössere Anschaffungen nun zurückzustellen. Dies betreffe etwa den Kauf von Fernsehgeräten, Möbeln oder Ferienreisen. Drei Fünftel der Befragten hegen laut der Umfrage des Marktforschungsinstituts Retail Economics Sorgen vor einem negativen Effekt des Brexit auf ihre persönliche Vermögenslage. 58 Prozent wollen nun erst einmal auf nicht notwendige Anschaffungen verzichten. Am meisten betroffen seien vermutlich die Elektronikbranche und Baumärkte, erklärte der Direktor des Marktforschungsinstituts, Richard Lim. Zudem rechnen Experten damit, dass auch die Lebensmittelpreise anziehen.

FUSION TROTZ BREXIT: Die Deutsche Börse kämpft trotz der Kritik von Politik und Aufsichtsbehörden für den Zusammenschluss mit der London Stock Exchange (LSE). Nach der Entscheidung der britischen Bevölkerung, die EU zu verlassen, sei es nun wichtiger als zuvor, die finanzwirtschaftliche Verbindung zum Vereinigten Königreich stabil zu halten. "Der Finanzplatz Frankfurt sollte dabei eine Führungsrolle einnehmen und die Verbindung zwischen Europas grösster Volkswirtschaft mit London als dem grössten Finanzplatz der Welt sicherstellen", sagte der Verwaltungsratspräsident der Deutschen Börse, Joachim Faber. Die fusionierte Börse könne dabei eine Schlüsselrolle übernehmen. Zuletzt hatten mehrere deutsche Politiker und die deutsche Finanzaufsicht BaFin die Unternehmen aufgefordert, die fusionierte Börse nicht wie geplant in London anzusiedeln.

ZUGANG GEFORDERT: Die britische Autoindustrie pocht nach dem Brexit-Referendum auf einen weiteren Zugang zum EU-Binnenmarkt. Der Chef des Lobbyverbandes der Autohersteller und -händler, Mike Hawes, sagte am Mittwoch in London, man habe der Regierung die Bedeutung einer weiteren Beteiligung am EU-Binnenmarkt klar verdeutlicht. Der Wirtschaftszweig wolle weiterhin zollfreien Handel und Offenheit für talentierte Mitarbeiter aus der EU. Bisher rechnet die Autoindustrie damit, in diesem Jahr rund 2,7 Millionen Fahrzeuge abzusetzen. Hawes sagte, es sei noch zu früh, um diese Vorhersage möglicherweise anzupassen.

GEWINNEINBRUCH BEI MONSANTO: Der US-Saatgutproduzent Monsanto hat im dritten Quartal deutlich weniger verdient. Der Nettogewinn fiel um 37 Prozent auf 717 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz sank um mehr als acht Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Monsanto habe im laufenden Geschäftsjahr mit unvorhergesehenen Herausforderungen zu kämpfen, erklärte Monsanto-Chef Hugh Grant. Die Branche befinde sich an einem Tiefpunkt, es gebe aber frühe Anzeichen einer Erholung. Bayer will Monsanto für 62 Milliarden Dollar übernehmen. Grant hatte die Offerte als zu niedrig zurückgewiesen, sich aber offen für Gespräche gezeigt.

NIKE SPÜRT KONKURRENZ: Der weltgrösste Sportartikel-Hersteller Nike bekommt den Konkurrenzkampf in der Branche zu spüren. Für die Monate Juni bis November gingen bei Nike weniger Bestellungen ein als Analysten erwartet hatten. Sie stiegen währungsbereinigt um 11 Prozent - Analysten hatten jedoch mit einem Zuwachs von 13 Prozent gerechnet. Die Aktie fiel am Dienstag nachbörslich um bis zu 7 Prozent. Nike konnte zwar im vierten Geschäftsquartal (bis Ende Mai) seinen Umsatz abermals steigern, und zwar um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 8,2 Milliarden Dollar. Doch die Kosten legten noch kräftiger zu, so dass der Gewinn um 2 Prozent auf unter dem Strich 846 Millionen Dollar schrumpfte. Dem erfolgsverwöhnten Konzern weht seit einiger Zeit ein rauerer Wind entgegen. Nicht nur Erzrivale Adidas setzt Nike zu. Mit Under Armour hat sich auch ein neuer Konkurrent im eigenen Land etabliert.

MILLIARDENAUFTRAG FÜR ALSTOM: Ein vom französischen Zugbauer Alstom angeführtes Konsortium hat den Zuschlag für den milliardenschweren Ausbau der U-Bahn von Dubai erhalten. Alstom soll zusammen mit dem spanischen Bauunternehmen Acciona und dem türkischen Transportkonzern Gulermak die Verlängerung der U-Bahn zum Gelände der Expo 2020 bauen, wie die Regierung des Emirats mitteilte. Frankreichs Aussenminister Jean-Marc Ayrault sprach am Mittwoch in Paris von einem Erfolg des Unternehmens. Der Vertrag mit einem Wert von umgerechnet 2,6 Mrd. Euro umfasst den Bau einer 15 Kilometer langen U-Bahn-Strecke und den Kauf von 50 Zügen. Das Expolink genannte Konsortium soll noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten beginnen. Die Strecke soll im Mai 2020 und damit einige Monate vor Beginn der Weltausstellung in dem Stadtstaat eröffnet werden.

STELLENABBAU BEI BANK: Die britische Grossbank Lloyds baut erneut Hunderte Arbeitsplätze ab und schliesst bis zum Herbst 23 Filialen. Wie das führende Hypothekeninstitut auf der Insel am Mittwoch bestätigte, fallen abzüglich neu geschaffener Jobs insgesamt 525 Stellen weg. Insider sprachen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters von 640 Beschäftigten aus dem IT- und Backoffice-Bereich, die am Mittwoch über die Streichung ihres Arbeitsplatzes informiert worden seien. Weil immer mehr Bankgeschäfte über das Internet abgewickelt werden, baut Lloyds massiv Kosten ab. In diesem Jahr hat die Grossbank bereits den Wegfall von 3580 der insgesamt 75'000 Stellen angekündigt.

HÖHERE INFLATION: Die Konsumentenpreise steigen in Deutschland wieder etwas schneller. Waren und Dienstleistungen kosteten im Juni durchschnittlich 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch nach ersten Berechnungen mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit diesem Wert gerechnet, nach einem Anstieg von 0,1 Prozent im Mai. Die Teuerungsrate bleibt damit aber weit unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die erst bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen spricht.

AMERIKANER IN KAUFLAUNE: Die Amerikaner haben ihren Konsum im Mai den zweiten Monat in Folge gesteigert. Die Ausgaben dafür kletterten um 0,4 Prozent, wie das Handelsministerium in Washington am Mittwoch mitteilte. Ökonomen hatten mit diesem Wert gerechnet. "Die Konsumausgaben konnten nicht an die hohe Dynamik des Vormonats anknüpfen", sagte Helaba-Ökonomin Viola Julien. Denn im Mai hatten die US-Bürger ihre Ausgaben um 1,1 Prozent gesteigert und damit so stark wie seit mehr als sechs Jahren nicht. "Dennoch sind die Zahlen robust", betonte Julien und erwartet einen "soliden Wachstumsbeitrag" im laufenden zweiten Quartal. Der private Konsum in den USA steht für gut zwei Drittel der Wirtschaftskraft.

SCHUTZ VOR CYBER-ATTACKEN: Die jüngsten Cyber-Attacken auf Zentralbanken und Geldinstitute rufen die globalen Aufseher auf den Plan. Die Internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) gab azusammen mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Richtlinien heraus, wie sich Finanzfirmen besser gegen Hacker-Angriffe schützen können. "Finanzmarkt-Infrastrukturen sollten diese Empfehlungen sofort übernehmen", sagte EZB-Direktor Benoit Coeure, der dem Ausschuss für Zahlungsverkehr der BIZ vorsteht. Adressaten sind unter anderem Wertpapierverwahrer, Zahlungverkehrssysteme, Abwicklungshäuser und zentrale Gegenparteien, die sich zwischen Käufer und Verkäufer von Finanzprodukten schalten. Die Unternehmen sollten Cyber-Abwehr zur Führungsaufgabe machen, konkrete Abwehrpläne erstellen und effektive Sicherheitskontrollen einrichten.

STÄRKER PERSONALISIERTE WERBUNG: Google will Daten seiner Nutzer auch auf Webseiten anderer Anbieter zur Personalisierung von Werbung einsetzen - wird sie aber um Erlaubnis dafür fragen. Die Änderungen der Kontoeinstellungen sollen den Anwendern in den kommenden Wochen vorgeschlagen werden. Bei einer aktiven Zustimmung ("opt-in") würden die Kontoinformationen bei Google selbst auch beim Anzeigen von Werbung ausserhalb von Google-Websites berücksichtigt, wenn dort Anzeigen aus dem Werbenetzwerk Doubleclick erscheinen, sagte ein Google-Sprecher in Hamburg. Bislang nutzt Google für die Werbeschaltungen zwei verschiedene Systeme, die nach Angaben des Unternehmens nicht miteinander verbunden sind.

PINTEREST SETZT AUF ONLINE-HANDEL: Der Foto-Dienst Pinterest will sich stärker als Plattform für Online-Shopping etablieren. Das Start-up aus San Francisco führt einen eigenen Einkaufskorb ein, in dem Artikel verschiedener Anbieter abgelegt werden können. Die zunächst nur in den USA verfügbare Funktionen ergänzt die "Kaufen"-Buttons, die Händler in Fotos mit Artikeln einbinden können. Über Partnerschaften mit 20'000 Händlern seien rund zehn Millionen Produkte über Pinterest verfügbar, gab das Unternehmen in einem Blogeintrag am späten Dienstag bekannt. In der Schweiz wurden die Einkaufs-Funktionen bisher nicht eingeführt.

UPDATE FÜR WINDOWS 10: Knapp ein Jahr nach dem Start bringt Microsoft für sein neues Betriebssystem Windows 10 das erste grosse Update heraus. Ab dem 2. August werde es zur Verfügung stehen, kündigte das Unternehmen am Mittwoch an. Im August und zur Internationalen Funkaustellung (IFA) in Berlin sollen zudem viele Hardware-Hersteller neue Geräte mit dem aktuellen Windows 10 im Gepäck haben. Bei dem Update sollen vor allem neue Sicherheitsfunktionen im Mittelpunkt stehen. So kann sich der Nutzer künftig mit Hilfe seiner biometrischen Merkmale auch bei Anwendungen und im Browser Edge anmelden, eine Passwort-Angabe ist dann nicht mehr erforderlich. Nach Angaben von Microsoft läuft Windows 10 bereits auf 350 Millionen Geräten weltweit.

(AWP)