Tagesüberblick Wirtschaft

Bern (awp/sda) - Donnerstag, 21. Juli 2016
21.07.2016 17:08

IM SOG VON 1MDB: Der Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB erfasst nun auch die UBS. Die Finanzaufsichtsbehörde Singapurs (MAS) stellte bei der Grossbank Kontrollmängel fest. Die UBS erklärte, sie habe verdächtige Transaktionen von sich aus gemeldet und sei in engem Kontakt mit Regulatoren. Auch die US-Behörden haben im Zusammenhang mit dem Staatsfonds Ermittlungen aufgenommen und wollen Vermögenswerte über eine Milliarde Dollar beschlagnahmen - darunter ein Gemälde von Vincent van Gogh und zwei von Claude Monet. Die Schweiz hat in diesem Zusammenhang ein Rechtshilfeersuchen der US-Behörden erhalten. Das Bundesamt für Justiz beschlagnahmt als vorsorgliche Massnahme die drei Bilder. Zuvor hatten die US-Behörden in Zusammenhang mit 1MDB bereits um die Erhebung von Schweizer Bankunterlagen ersucht.

ROCHE WÄCHST IM HALBJAHR: Der Pharmakonzern Roche hat im ersten Halbjahr wie erwartet Umsatz und Gewinn gesteigert. Die Verkäufe stiegen um 6 Prozent auf rund 25 Milliarden Franken, der Gewinn um 4 Prozent auf 5,4 Milliarden Franken,. Die grössere Division Pharma trug mit 19,4 Milliarden Franken zum Umsatz bei. Das Wachstum von 6 Prozent geht hauptsächlich auf das Konto der Krebsmedikamente. Der Basler Konzern ist bei den Krebsmedikamenten Weltmarktführer. Die kleinere Division Diagnostics erzielte 5,5 Milliarden Franken Umsatz, was ebenfalls einem Plus von 6 Prozent entspricht. Sämtliche Regionen hätten zum Wachstum beigetragen.

ABB WEITER AUF SCHRUMPFKURS: Der Industriekonzern ABB hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch erlitten. Der Reingewinn ging von April bis Juni um 31 Prozent auf 406 Millionen Dollar zurück. Der Umsatz sank um 5 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar. Mit dem geschrumpften Umsatz und als Folge von Kostenmassnahmen konnte ABB aber die operative Marge auf Stufe Ebita verbessern. Sie stieg um 1 Prozentpunkt auf 12,7 Prozent. Im ersten Semester ging es bei den Erlösen insgesamt um 6 Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar nach unten. Das Konzernergebnis brach um 21 Prozent auf nunmehr 900 Millionen Dollar ein. Als Grund für die Entwicklungen gab das Unternehmen die Marktlage sowie Restrukturierungsaufwendungen an. Den Ausblick liess ABB allerdings angesichts positiver Signale aus den USA und China unverändert.

GEWINNEINBRUCH BEI SWATCH: Swatch hat wie angekündigt ein äusserst schwaches erstes Halbjahr hinter sich. Die Gruppe verkaufte weniger Schmuck und Uhren, insbesondere weil weniger Touristen nach Europa und in die Schweiz reisten. Der Gewinn brach um mehr als die Hälfte auf noch 263 Millionen Franken ein. Der Betriebsgewinn war mit 353 Millionen Franken ebenfalls noch knapp halb so hoch wie vor einem Jahr. Der Umsatz sank um 11 Prozent auf 3,7 Milliarden Franken. Swatch hatte am vergangenen Freitag bereits vor dem starken Rückgang der Halbjahreszahlen gewarnt. Die am Donnerstag vorgelegten Zahlen fielen im Bereich des Angekündigten aus, jedoch eher an der oberen Grenze. Entsprechend stieg der Kurs der Swatch-Aktie.

GALENICA KAUFT US-FIRMA: Die Berner Gesundheitsgruppe Galenica baut ihr Pharmageschäft aus. Sie übernimmt den US-Biopharmakonzern Relypsa für rund 1,5 Milliarden Dollar. Dadurch könnte die Pharmasparte Vifor Pharma das Medikament Patiromer weltweit vertreiben und ihre Stellung auf dem US-Markt ausbauen. Die Übernahme steht auch im Zusammenhang mit der geplanten Aufspaltung der Galenica-Gruppe im Jahr 2017 in die zwei Geschäftszweige Pharma (Vifor Pharma) und Medikamentenhandel (Galenica). Finanziert werden soll die Akquisition durch Eigenkapital und eine Überbrückungsfinanzierung der Credit Suisse. An der Börse kam der Deal nicht gut an. Dieser sei zu teuer und "gesamthaft belastend", hiess es.

AUSSENHANDEL LEGT ZU: Der Schweizer Aussenhandel ist im ersten Halbjahr gewachsen. Doch das Plus der Exporte um 5,1 Prozent auf 105,4 Milliarden Franken geht vor allem auf gestiegene Medikamentenpreise zurück. Ohne den Schwung der Chemie- und Pharmabranche fallen die Exportergebnisse negativ aus. Dies teilte die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mit. Mit Absatzrückgängen kämpften vor allem die Uhren- und Maschinenbranchen. Die Importe wuchsen um 3,9 Prozent auf 86 Milliarden Franken. In der Handelsbilanz resultiert ein neuer Rekordüberschuss von 19,3 Milliarden Franken. Nach Ländern betrachtet lief es für die Schweizer Exporteure in Nordamerika sehr gut (+16 Prozent). Auch Europa verzeichnet ein Plus (5 Prozent). Nicht wachsen konnte der Versand nach Lateinamerika und Asien. Aus Lateinamerika gingen auch die Importe zurück. Die Bezüge aus Nordamerika und Europa hingegen stiegen.

AUFSCHWUNG ABSEHBAR: Bei Rieter ist im ersten Halbjahr erwartungsgemäss sowohl der Umsatz als auch der Gewinn markant eingebrochen. Der Spinnereimaschinenhersteller scheint jedoch in seinem sehr zyklischen Geschäft die Talsohle durchschritten zu haben. Die Aufträge haben jedenfalls deutlich angezogen. Sie haben sich im Vergleich zum Vorjahr um einen Drittel auf 510,7 Millionen Franken erhöht. Dafür verantwortlich ist vor allem das Maschinengeschäft, bei dem sich das Bestellvolumen um 52 Prozent auf 343,4 Millionen Franken erhöht hat. Umsatz und Gewinn dagegen waren entsprechend dem zuvor schwachen Bestellungseingang deutlich rückläufig. So haben sich die Verkäufe gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 um 21 Prozent, der Konzerngewinn sogar um 62 Prozent auf 11,0 Millionen Franken reduziert.

WENIGER GEWINN: Die Bank Coop hat im ersten Halbjahr mehr Gelder verwaltet und ausgeliehen. Da sie sich zudem wegen der tiefen Zinsen billiger refinanzieren konnte, verdiente sie im Zinsengeschäft mehr. Die anderen beiden Sparten, das Kommissions- und Dienstleistungs- sowie das Handelsgeschäft, brachten zwar weniger ein. Mit dem guten Resultat aus dem Zinsengeschäft, der wichtigsten Ertragsquelle, konnte die Bank dies aber annähernd kompensieren. Der Geschäftsertrag ging dadurch nur leicht zurück. Gleichzeitig stiegen jedoch die Kosten, unter anderem weil die Bank in die Digitalisierung und ins Marketing investiert. Unter dem Strich blieb daher ein leicht tieferer Reingewinn von 23 Millionen Franken nach 24 Millionen Franken im Vorjahr.

MEHR NEGATIVZINSEN: Die Grossbanken UBS und Credit Suisse zahlen im laufenden Jahr deutlich mehr Strafzinsen für ihre Einlagen bei der Schweizer Notenbank. Das legen Daten der SNB nahe. Sie zeigen, dass sich die Einlagen, auf die die beiden Institute Strafzinsen zahlen, von Ende 2015 bis Mai verdoppelt haben. Die Notenbank verlangt von den Finanzinstituten oberhalb einer Freigrenze Strafzinsen von 0,75 Prozent. Die Höhe dieses Freibetrags unterscheidet sich je nach Geldhaus. Sie entspricht dem 20-fachen jener Summe, die die Banken als sogenannte Mindestreserve bei der SNB hinterlegen müssen. Parken die Banken mehr Geld bei der Notenbank, müssen sie dafür Strafe bezahlen. Die Giroguthaben der Grossbanken liegen mittlerweile in etwa beim 27-fachen der Mindestreserve. Im vergangenen Jahr hatte die SNB mit der Abgabe 1,2 Milliarden Franken eingenommen.

ACTELION WÄCHST WEITER: Der Baselbieter Biotechkonzern Actelion hat im ersten Halbjahr den Umsatz um 17 Prozent auf 1,18 Milliarden Franken gesteigert. Der Reingewinn stieg gar um 25 Prozent auf 361 Millionen Franken. Getragen wurde das Wachstum vor allem von dem Medikament Opsumit. Das Medikament zur Therapie von Lungenbluthochdruck verzeichnete einen Umsatz von 378 Millionen Franken, 82 Prozent mehr als im Vorjahr. Wichtigstes Medikament bleibt vorerst der Blockbuster Tracleer. Dessen Umsatz schrumpfte aber um 15 Prozent auf 546 Millionen Franken. Tracleer steht nach dem Patentverfall in den USA sowie wegen neuerer Produkten unter Druck. Allerdings ist in den USA bisher noch kein Tracleer-Generikum auf den Markt gekommen.

GEGENWIND VOM FINANZMARKT: Das Fintech-Unternehmen Leonteq spürt im ersten Halbjahr den Gegenwind der Finanzmärkte. Der Betriebsertrag wuchs zwar um 7 Prozent auf 119,3 Millionen Franken an. Der Gewinn fiel mit 37,2 Millionen Franken dagegen um 4 Prozent tiefer aus als im ersten Semester 2015. Als Hauptgrund dafür gibt Leonteq die schwierige Situation an den Finanzmärkten an. Aber auch der Umbau des Geschäfts hat das Unternehmen gebremst. So hat zwar Leonteq mit der Verlagerung weg von der Emission eigener Finanzprodukte hin zum Betrieb einer Plattform für Drittkunden sowohl die Transaktionsvolumen wie den Betriebsertrag steigern können. Noch stärker jedoch sind die Kosten gestiegen, was auf den Gewinn drückte.

MICRONAS MACHT VERLUST: Der Chiphersteller Micronas hat sich im ersten Halbjahr 2016 wieder etwas vom Frankenschock erholt. Er konnte den Umsatz um 9,3 Prozent auf 77,4 Millionen Franken steigern. Dennoch kam das Unternehmen nicht ganz aus den roten Zahlen heraus. Unter dem Strich resultierte ein Reinverlust von 131'000 Franken. Im Vorjahr hatte Micronas noch einen Fehlbetrag von 5,2 Millionen Franken ausgewiesen, weil die Euro-Bestände wegen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses an Wert verloren. Einen Rückgang verzeichnete Micronas beim Betriebsgewinn (EBIT), der um 36 Prozent auf 1,2 Millionen Franken sank. Der Chiphersteller wurde letztes für 214 Millionen Franken an den japanischen Elektronikkonzern TDK verkauft.

BOOM BEI STELLENINSERATEN: Die Situation auf dem Schweizer Arbeitsmarkt ist so gut wie lange nicht mehr: In den ersten sechs Monaten des Jahres sind 23,6 Prozent mehr Stelleninserate publiziert worden als in der Vorjahresperiode. Das ist der bedeutendste Zuwachs an Stellenangeboten seit 2012. Diese positive Entwicklung werde auch nicht durch die saisonale Stagnation getrübt, wie es im jüngsten Swiss Job Index des Personalvermittlers Michael Page heisst. Zwischen Juni und Juli nahm die Zahl der landesweit angebotenen Stellen um 6 Prozent ab. Dennoch entwickelte sich der Stellenmarkt für gewisse Jobs auch in diesem Zeitraum positiv: Gefragt waren vor allem Ingenieure, IT-Fachleute sowie Spezialisten im Bereich Logistik, Pharma und Verkauf.

EZB BELÄSST LEITZINS: Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Die jüngsten Ereignisse hätten die Wirtschaft der Euro-Zone nicht aus der Bahn geworfen, erklärte Notenbankpräsident Mario Draghi nach der EZB-Ratssitzung am Donnerstag in Frankfurt. Noch gebe es nicht genügend Informationen, um Entscheidungen zu treffen. Draghi machte aber auch klar, dass die EZB alles tun werde, um der Wirtschaft der Eurozone auf die Beine zu helfen. Ökonomen rechnen damit, dass eine Wirtschaftsabkühlung in Grossbritannien auch die Konjunktur im Euro-Raum bremsen und die Inflationsaussichten dämpfen wird. Aus ihrer Sicht könnte die EZB ihre ultralockere Geldpolitik möglicherweise schon im September weiter lockern. Erst im März hatten die Währungshüter ihren Kurs gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche drastisch verschärft und den Leitzins auf null gesenkt.

JA ZU BIER-FUSION: Nach den Wettbewerbshütern der Europäischen Union hat auch das US-Justizministerium der Megafusion der Bierkonzerne Anheuser-Busch und SABMiller zugestimmt. Als Voraussetzung muss aber das gesamte US-Geschäft von SABMiller abgegeben werden. Die im November 2015 beschlossene Fusion soll Ende des Jahres endgültig spruchreif werden. Sie würde die bislang grösste Übernahme der Branche darstellen. Anheuser-Busch ist bereit, 71 Milliarden britische Pfund für die bisherige Nummer Zwei am Weltmarkt auf den Tisch zu legen; das waren damals umgerechnet rund 100 Milliarden Euro - wegen des Kursrutsches beim Pfund nach dem Brexit-Votum aktuell aber nur noch rund 85 Milliarden Euro.

GEWINNWACHSTUM: Höhere Preise und eine stärkere Nachfrage haben den Umsatz des Lebensmittel- und Konsumgüterkonzerns Unilever im zweiten Quartal angeschoben. Um Sonderfaktoren bereinigt seien die Erlöse um 4,7 Prozent gestiegen, teilte das niederländisch-britische Unternehmen mit. Von Januar bis Juni wuchs der Gewinn um zwei Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Für das zweite Quartal wies Unilever - bekannt für Rexona-Deos, Domestos-Reinigungsmittel, Lipton-Tee und Knorr-Fertiggerichte - das Nettoergebnis nicht separat aus.Trotz der Zuwächse bezeichnete Unilever-Chef Paul Polman das Geschäft als herausfordernd. Es gebe keine Anzeichen für eine Verbesserung der Weltwirtschaft, begründete Polman seine Skepsis.

REKORDVERKÄUFE BEI DAIMLER: Rekordverkäufe in der PKW-Sparte haben im zweiten Quartal den Umsatz beim Autobauer Daimler trotz eines schwächelnden Lkw-Marktes angetrieben. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 38,6 Milliarden Euro, wie der Konzern in Stuttgart mitteilte. Beim Absatz hatte Daimler den Rivalen BMW dank starker Geschäfte in China und dem Start der neuen E-Klasse im ersten Halbjahr überrundet. Unterm Strich verdiente Daimler 2,4 Milliarden Euro nach 2,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

WIEDER SCHWARZE ZAHLEN: Nach jahrelangen Milliardenverlusten ist der Autohersteller Opel in die Gewinnzone zurückgekehrt. Im zweiten Quartal dieses Jahres lieferte die Europatochter des US-Konzerns General Motors einen operativen Gewinn von 137 Millionen Dollar in Detroit ab. Für das erste Halbjahr ergibt sich daraus ein Gewinn von 131 Millionen Dollar, wie GM in Detroit mitteilte. Allerdings sei die zweite Jahreshälfte wegen des Brexit-Votums mit hohen Risiken belastet, erklärte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. "Die Brexit-Entscheidung verheisst nichts Gutes. Das zweite Halbjahr wird daher alles andere als einfach", sagte er in einer Video-Botschaft. Grossbritannien ist der wichtigste Markt von Opel/Vauxhall. Letztmalig hatte das Unternehmen im zweiten Quartal 2011 einen Gewinn ausgewiesen.

MEHR ABSATZ: Die junge LKW- und Bussparte im Volkswagen-Konzern sieht nach Absatzzuwächsen im ersten Halbjahr auch bis Ende 2016 weiteren Schub. "Auch für das zweite Halbjahr sind wir optimistisch", sagte Nutzfahrzeug-Chef Andreas Renschler in einer Mitteilung. Die Verkäufe der Marken MAN und Scania kamen in den ersten sechs Monaten zusammen auf fast 90'000 Fahrzeuge. Das sind binnen Jahresfrist 3 Prozent mehr, wie die Volkswagen Truck & Bus mitteilte.

DETAILHÄNDLER MIT UMSATZMINUS: Die britischen Detailhändler haben im Juni das grösste Umsatzminus seit Dezember eingefahren. Das Statistikamt führt dies aber vor allem auf Einbussen beim Bekleidungsgeschäft wegen wechselhaftem Wetter zurück und nicht auf Folgen des Brexit-Votums. Im Vergleich zum Mai fielen die Erlöse um 0,9 Prozent und damit stärker als von Ökonomen erwartet, wie die Behörde mitteilte. Sie gingen zurück, obwohl die Warenhäuser vom Geschäft rund um die Fussball-EM und vom 90. Geburtstag von Königin Elizabeth II profitierten. Im Vormonat hatte es noch ein Umsatzplus von 0,9 Prozent gegeben.

HERMES WÄCHST: Der französische Luxusgüterkonzern Hermes ist trotz der ausbleibenden ausländischen Touristen nach den Terroranschlägen in Frankreich überraschend stark gewachsen. Bereinigt um Währungsschwankungen stieg der Umsatz im zweiten Quartal dank der anhaltenden Konsumlaune der Franzosen und des Auslandsgeschäfts um mehr als acht Prozent, wie der Konkurrent von Branchenprimus LVMH (Louis Vuitton, Bulgari, Christian Dior) am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von rund fünf Prozent gerechnet.

PRIVATANLEGER ABGEBLITZT: Griechische Privatanleger sind mit einer Klage gegen den Schuldenschnitt vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof (EGMR) gescheitert. Den griechischen Staat vor der Pleite zu bewahren, rechtfertige den Eingriff in die Eigentumsfreiheit, entschieden die Richter. Geklagt hatten über 6000 Griechen, die Staatsanleihen im Wert von 10'000 bis 1,5 Millionen Euro innehatten. Mit dem Schuldenschnitt wurden ihre Anleihen gegen Papiere getauscht, die nur etwa halb so viel wert waren. Griechenland wollte damit Anfang 2012 seine Schulden verringern. Der Schuldenschnitt war damals Teil des zweiten Hilfspakets, das die Euro-Partner für Griechenland vereinbart hatten.

(AWP)