Tagesüberblick Wirtschaft

Freitag, 24. März 2017
24.03.2017 17:55

WENIGER GELD FÜR CS-CHEF: (Zürich) Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam hat im vergangenen Jahr 11,9 Millionen Franken Salär erhalten. Das ist deutlich weniger als im Vorjahr (18,9 Millionen Franken). Ein grosser Teil der Vergütung 2015 waren damals allerdings Kompensationszahlungen für entgangene Boni bei seinem vorherigen Arbeitgeber Prudential. Ohne diese hätte Thiam 2015 für sein erstes halbes Jahr an der Spitze der Grossbank einen Lohn von 4,57 Millionen Franken bekommen. Insgesamt kassierte die 13-köpfige Geschäftsleitung der Bank 82,04 Millionen Franken, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Im Vorjahr waren es 80,4 Millionen Franken.

HÖHERER VERLUST BEI CS: (Zürich) Die Credit Suisse (CS) hat im vergangenen Jahr einen grösseren Verlust erlitten, als bislang bekannt war. Unter dem Strich musste die zweitgrösste Schweizer Bank ein Defizit von 2,71 Milliarden Franken hinnehmen. Im Februar hatte die CS noch ein Minus von 2,44 Milliarden Franken ausgewiesen. Schuld an den grösseren roten Zahlen sei eine zusätzliche Belastung von 272 Millionen Franken, gab die Grossbank anlässlich der Veröffentlichung ihres Geschäftsberichts bekannt. Wie bereits die UBS legte die CS mehr Geld zur Seite, nachdem sie einen Grundsatzvergleich zur Beilegung eines Streits zu Hypothekenpapieren (RMBS) erzielt hatte.

REKORD DANK ONLINEHANDEL: (Sant'Antonio TI) Der Tessiner Automations- und Fördertechnikkonzern Interroll hat ein Rekordjahr hinter sich. So erhöhte sich der Gewinn um 23,6 Prozent auf 36,2 Millionen Franken. Auch der Umsatz (+11,3 Prozent auf 401,5 Millionen Franken) und der Bestellungseingang (+5,2 Prozent auf 405,2 Millionen Franken) erreichten neue Höchststände. Grund für diesen Höhenflug ist vor allem E-Commerce. Wenn immer mehr Kunden Produkte im Internet bestellen, dann muss eine ganze Reihe von Unternehmen die Logistik ausbauen. Interroll wiederum liefert Bestandteile und baut ganze Lager- und Sortieranlagen.

ELANCO STREICHT STELLEN: (Basel) Die auf Tiergesundheit spezialisierte Firma Elanco streicht in Basel 48 von 266 Stellen. Das Anfang 2015 von Novartis an den US-Pharmakonzern Eli Lily verkaufte Unternehmen bestätigte entsprechende Angaben des Verbands Angestellte Schweiz. Mit der Übernahme der Novartis-Tiergesundheitssparte war Eli Lily zur Nummer zwei des Sektors geworden. Doch wenig später, im Herbst 2015, hatte Elanco ihr Forschungszentrum im freiburgischen St-Aubin geschlossen und dabei 80 Stellen gestrichen. Einem Teil der damals Betroffenen waren Jobs in Basel angeboten worden. Jetzt geht Elanco auch in Basel über die Bücher, nach eigenen Angaben aus Kostengründen. Nach einem Konsultationsverfahren sei ein Sozialplan ausgehandelt worden.

UMSATZEINBUSSE WEGEN ÖLPREIS: (Genf) Der Genfer Ölhandelskonzern Vitol hat im Geschäftsjahr 2016 bei mehr Handelsvolumen weniger Umsatz erzielt. Dieser sank um knapp 10 Prozent auf 152 Milliarden Dollar. Der Handel mit Rohöl und raffinierten Produkten zog dagegen um 16 Prozent auf 2,60 Milliarden Fässer an, womit sich eine tägliche Rate von über 7 Millionen gehandelten Fässern ergibt. Die Schiffladungen nahmen gleichzeitig um knapp 3 Prozent auf 6809 zu. Dass der Umsatz trotz mehr Handelsvolumen rückläufig war, begründet das Unternehmen mit den tieferen durchschnittlichen Ölpreisen. Zum operativen Ergebnis sowie Reingewinn macht der niederländisch-schweizerische Konzern keine Angaben.

DUFRY EXPANDIERT: (Basel) Der Reisedetailhändler Dufry hat mit der griechischen Fraport-Tochter einen Vertrag für Konzessionen an 14 Flughäfen in Griechenland verlängert. Dieser laufe nun über weitere 30 Jahre, teilte der Reise-Detailhändler . Dufrys Tochter Hellenic Duty Free decke exklusiv die Shops auf der Flugseite ab. Im Zuge des Vertrages sei auch eine Expansion geplant, die die aktuelle Verkaufsfläche auf 12'000 Quadratmeter mehr als verdoppeln soll. Die Expansion starte noch im laufenden Jahr und soll 2021 abgeschlossen sein. Die Flughäfen sind unter anderem in Thessaloniki, Mykonos, Korfu, Rhodos oder Santorin.

WACHSTUM IN EURO-ZONE: (Berlin) Der Aufschwung in der Euro-Zone ist so kräftig wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - kletterte im März überraschend um 0,7 auf 56,7 Punkte Dies teilte das Institut IHS Markit zu seiner Umfrage unter 5000 Unternehmen mit. Das ist der beste Wert seit April 2011. Ökonomen hatten einen leichten Rückgang auf 55,8 Zähler erwartet. Bereits ab 50 Zählern signalisiert das Barometer Wachstum. Für Schwung sorgen vor allem die beiden grössten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich. In den übrigen Ländern schwächten sich Wirtschafts- und Auftragswachstum zwar leicht ab, blieben aber nahe den 10-Jahres-Bestmarken.

LEITZINS GESENKT: (Moskau) Die russische Zentralbank hat ihren Leitzins überraschend gekappt und weitere Senkungen in Aussicht gestellt. Sie senkt den Schlüsselsatz von 10,0 auf 9,75 Prozent. Das ist das niedrigste Niveau seit 2014. Die Zentralbank begründete ihre Massnahme mit der niedrigen Inflation und der wirtschaftlichen Erholung. Die Teuerungsrate liegt derzeit bei 4,3 Prozent. Sie ist damit nicht mehr weit entfernt vom Ziel der Notenbank, die vier Prozent anstrebt. Zudem haben sich die konjunkturellen Perspektiven Russlands aufgehellt. Die Zentralbank rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,0 bis 1,5 Prozent.

REKORDBESCHÄFTIGUNG IN DEUTSCHLAND: (Berlin) Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA) sagt angesichts der robusten Konjunktur einen anhaltenden Job-Boom in Deutschland voraus. Die Zahl der Erwerbstätigen wird demnach in diesem Jahr um rund 670'000 auf den Rekordwert von 44,26 Millionen steigen. Die Zahl der Arbeitslosen werde um 160'000 auf 2,53 Millionen abnehmen, geht aus der Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Das wäre der niedrigste Stand seit 1990.

DEFIZITZIEL VERPASST: (Paris) Frankreich hat sein Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr erneut gesenkt, aber nicht so stark wie geplant. Das Staatsdefizit lag bei 3,4 Prozent der Wirtschaftskraft. Die Regierung hatte minus 3,3 Prozent angepeilt. Frankreich will 2017 erstmals seit zehn Jahren wieder die europäische Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einhalten. Die Schulden sind ein zentrales Problem des Landes. Die zweitgrössten Volkswirtschaft der Euro-Zone hatte von der EU bereits zweimal einen Aufschub bekommen, um seine Neuverschuldung in den Griff zu bekommen. Der französische Rechnungshof hält das Defizit-Ziel der Regierung von 2,7 Prozent jedoch für schwierig zu erreichen.

MEHR FIRMENPLEITEN: (Urdorf ZH) Die Zahl der Unternehmenskonkurse ist in den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres angestiegen. Einen massiven Zuwachs gab es in der Zentral- und in der Nordwestschweiz. In den Monaten Januar und Februar 2017 haben in der Schweiz 807 Unternehmen Konkurs angemeldet. Gegenüber der Vorjahresperiode ist das eine Zunahme um 4 Prozent, wie der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B mitteilte. Innerhalb der Branchen hat sich laut Mitteilung die Situation vor allem im Baugewerbe verschärft.

MEHR ZEIT FÜR NOTFALLPLAN: (Washington) Die US-Aufseher haben die Abwicklungspläne von 15 amerikanischen Grossbanken für den Fall einer Pleite gutgeheissen. Vier Auslandsbanken erhalten ein Jahr mehr Zeit, um ihre sogenannten "Testamente" nachzubessern. Die Deutsche Bank, die beiden Schweizer Institute Credit Suisse und UBS sowie die britische Barclays müssen ihre Notfallpläne bis Juli 2018 einreichen, wie die US-Notenbank (Fed) und der Einlagensicherungsfonds (FDIC) mitteilten.

SPRITZGRUSS KONZENTRIERT: (Herisau AR) Der Kabelhersteller Huber+Suhner konzentriert die Spritzguss-Fertigung zentral in Herisau. Das Unternehmen hat dort einen mittleren einstelligen Millionenbetrag investiert. Einen zweiten Standort in Herisau gibt Huber+Suhner auf. Die bisher am Standort "Tiefe" beschäftigten Mitarbeiter ziehen alle innerhalb von Herisau an den Standort "Mühle" um, wie ein Sprecher des Unternehmens erklärte. Laut einem Communiqué werden interne Abläufe optimiert. Den Standort Tiefe verkauft Huber+Suhner an ein Industrieunternehmen aus dem Ort.

POSITIVES FAZIT FÜR CEBIT: (Hannover) Die letzte CeBIT alter Prägung geht nach fünftägiger Dauer mit einem positiven Ausblick zu Ende. Aussteller und Verbände bezeichneten die IT-Messe als Erfolg. 2018 will sich die in Hannover stattfindende Messe als "Technologiefestival" neu erfinden. Messe-Chef Oliver Frese hatte am Mittwoch eine Neukonzeption angekündigt, die die Veranstaltung künftig wieder stärker für Privatbesucher öffnet und in den Sommer schiebt - die nächste CeBIT findet vom 11. bis 15. Juni 2018 statt. Wie andere Verbände begrüsst der Schweizer Branchenverband ICTswitzerland das neue Format und plant, den Schweizer Auftritt auf das neue Konzept abzustimmen, wie es in einer Mitteilung heisst.

(AWP)