Tamedia befiehlt Sparprogramm bei der "Berner Zeitung"

Bern (awp/sda) - Die "Berner Zeitung" muss sparen und baut in der Redaktion und Produktion 3,4 Vollzeitstellen ab. Fünf Mitarbeitende erhalten die Kündigung, wie Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer am Freitagabend eine Meldung von persoenlich.com bestätigte.
21.10.2016 18:50

Das Personal wurde am Nachmittag informiert. Dabei seien rund 30 "kleinere und grössere Einzelmassnahmen" bekannt gegeben worden, erklärte Zimmer. Dazu gehörten unter anderem freiwillige Pensenreduktionen, die Neuverhandlung von Agenturverträgen, die Reduktion von Spesen oder die "Verschlankung" von Produktionsabläufen.

Die fünf Kündigungen betreffen 340 Stellenprozente. Den Betroffenen werden laut Zimmer eine Verlängerung der Kündigungsfristen sowie eine Unterstützung bei der Stellensuche angeboten. Zwei der fünf Gekündigten werde eine vorzeitige Pensionierung angeboten.

Grund für das Sparprogramm sind laut Zimmer die rückläufigen Werbeeinnahmen in der gesamten Zeitungsbranche. Die "BZ" und ihre Kopfblätter zählen laut Tamedia insgesamt rund 130 Vollzeitstellen.

GEWERKSCHAFT: PERSONAL "AM ANSCHLAG"

Die Gewerkschaft Syndicom forderte Tamedia auf, "die Abbaustrategie zu sistieren und wieder in den Journalismus zu investieren", wie Syndicom am Abend mitteilte. Der Umfang des Stellenabbaus sei umso bedenklicher, als die Redaktionen seit 2003 laufend ausgedünnt worden seien, "und das Personal am Anschlag arbeitet."

Dazu komme, dass Tamedia als Konzern "bei bester finanzieller Gesundheit" sei, nachdem im letzten Jahr ein Gewinn von 334 Mio CHF eingefahren habe.

(AWP)