Tamedia ernennt Ressortleiter für Kompetenzzentrum

Das Medienhaus Tamedia hat die Ressortleiter für das geplante Kompetenzzentrum in der Deutschschweiz ernannt, das an den Standorten Zürich und Bern aufgebaut wird. Der Anteil der Zürcher ist dabei viel höher als der Anteil der Berner. Auch Frauen sind selten.
22.09.2017 15:42

Unter der Leitung von Chefredaktor Arthur Rutishauser wird dieses Kompetenzzentrum in der Deutschschweiz für die überregionale Berichterstattung in den Ressorts Inland, Ausland, Wirtschaft und Sport zuständig sein. Zudem stellt sie für die angehängten Zeitungstitel die Kultur-, Gesellschafts-, Wissens- und Service-Inhalte zur Verfügung.

"HAUPTSTADTBÜRO" IN BERN

Chefredaktor ist - wie bereits seit längerem bekannt - Arthur Rutishauser. Sein Stellvertreter ist Adrian Zurbriggen, der von der "Berner Zeitung" her kommt und das "Hauptstadtbüro" in Bern übernehmen wird, wie Tamedia am Freitag intern mitteilte.

Weitere Mitglieder der Chefredaktion sind Armin Müller, Iwan Städler und Michael Marti. Ein Blick auf die nun ernannten Ressortleiter zeigt, dass die Mehrheit vom "Tages-Anzeiger" her kommt. Berner finden sich seltener.

Dies liege daran, dass die Redaktion von "Tages-Anzeiger" und "SonntagsZeitung" bisher auch schon die grösste Redaktion innerhalb von Tamedia war, hiess es bei Unternehmenssprecher Christoph Zimmer auf Anfrage der sda. Deshalb stelle sie auch in der neuen Redaktion am meisten Ressortleiterinnen und Ressortleiter.

Mit Zurbriggen als stellvertretendem Chefredaktor und mehreren Ressortleitern sei aber auch Bern in der Führungsebene vertreten.

NUR WENIGE FRAUEN

Zimmer räumt weiter ein, dass der Anteil männlicher Führungskräfte nach wie vor höher ist als der Anteil der Frauen. Aber auch das widerspiegle die Ausgangslage, sagte er.

Gemäss Zimmer gibt es aber auch Ausnahmen - etwa die Editorial Services, in denen Layout, Bildredaktion, Fotografen, Korrektorat und andere unterstützende Abteilungen zusammengefasst sind. Dort sei die Hälfte der Führungspositionen durch Frauen besetzt.

NUR NOCH ZWEI REDAKTIONEN

Der Medienkonzern Tamedia hatte im August angekündigt, seine Zeitungsredaktion neu aufzustellen. Ab 2018 sollen zwei überregionale Redaktionen in der Deutsch- und der Westschweiz den Mantel für zwölf Zeitungstitel liefern. In Zürich, Bern und Lausanne sind dafür sogenannte Kompetenzzentren vorgesehen.

Laut Tamedia sind bis zur Einführung am 1. Januar 2018 keine Kündigungen vorgesehen. Grund für die Konzentration ist der starke Rückgang der Werbeumsätze.

(AWP)