Tamedia-Umsatz von Printwerbung belastet - Gewinnplus dank Sonderfaktoren

Das Medienhaus Tamedia hat im ersten Semester des laufenden Jahres unter dem sich weiter akzentuierenden Rückgang der Printwerbung gelitten. Die ausgewiesenen Gewinnzahlen verbesserten sich dank eines rechnungslegungsmässig tieferen Vorsorgeaufwandes sowie tieferen Abschreibungen auf Druckereien markant.
29.08.2017 07:20

Der Umsatz des grössten Schweizer Medienhauses sank in der Berichtsperiode um 5,7% auf 475,1 Mio CHF. Der EBIT erhöhte sich demgegenüber um 55,3% auf 95,2 Mio ab. Die ausgewiesene EBIT-Marge verbesserte sich auf 20,0 % von 12,2% im Vorjahr. Der Anstieg ist indes auf einen tieferen Vorsorgeaufwand nach IAS 19 sowie auf tiefere Abschreibungen aufgrund einer verlängerten Nutzungsdauer der drei Druckzentren von Tamedia zurückzuführen.

Unter dem Strich verblieb ein um 37,1% höherer Reingewinn von 76,6 Mio, wie Tamedia am Dienstag in einer Mitteilung schreibt.

Unter Ausklammerung der Sondereffekte betrug das Ergebnis 54,5 Mio und lag damit nur leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Die Zahlen liegen bezüglich Umsatz unter den Schätzungen der ZKB. Die ausgewiesenen Gewinnzahlen sind dagegen markant höher als vom Zürcher Institut prognostiziert.

Den Umsatzschwund begründet die Gruppe zur Hautsache mit dem Rückgang des Print-Werbemarktes um 12% im Vergleich zum Vorjahr. "Die Entwicklung des Werbemarktes bleibt eine Herausforderung", lässt sich CEO Christoph Tonini zitieren. Positiv hätten sich dagegen die digitalen Angebote wie auch die Marktplätze und Beteiligungen entwickelt. In diese Wachstumsfelder wolle man in den kommenden Jahren weiter investieren, so der Konzernchef weiter.

Die publizistischen und kommerziellen digitalen Angebote zusammen genommen erreichten einen Anteil von über 49% am EBITDA und EBIT.

Einen konkreten Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf gibt Tamedia wie gewohnt nicht.

gab/rw

(AWP)