Zürcher Medienunternehmen - Tamedia verzeichnet Gewinneinbruch

Die Mediengruppe Tamedia hat auch 2016 die rückläufigen Printwerbeumsätze nur zum Teil mit Wachstum im Digitalgeschäft kompensieren können.
02.03.2017 07:31
Tamedia-Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende erhalten.
Tamedia-Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende erhalten.
Bild: ZVG

Umsatz und Betriebsgewinn entwickelten sich deshalb rückläufig. Unter dem Strich verblieb ein markant tieferer Reingewinn, wobei die Gruppe im Vorjahr einen hohen Aufwertungsgewinn verbuchte hatte.

Der Umsatz der breit diversifizierten Mediengruppe verminderte sich 2016 um 5,5% auf 1,005 Mrd CHF, schreibt die Gruppe am Donnerstag in einer Mitteilung. Tamedia führt als Gründe für den Rückgang den strukturellen Wandel des Print-Werbemarktes, die Einstellung der Druckerei Ziegler Druck auf Ende 2015 sowie den Verkauf der Swiss Online Shopping AG an.

Der EBIT nahm um 13% auf 113,5 Mio ab, die entsprechende Marge beläuft sich damit auf 11,3% nach 12,3%. Der Rückgang fällt umso stärker ins Gewicht, wurde das Vorjahr doch noch durch einen Goodwill-Abschreiber im Umfang von 40,3 Mio belastet.

Der Gewinn beträgt für 2016 noch 122,3 Mio und liegt damit deutlich unter dem Vorjahres-Rekordwert von 334 Mio. Darin enthalten war aber in 2015 noch ein Aufwertungsgewinn auf der Beteiligung an search.ch in Höhe von 210 Mio, was den Vergleich stark verfälscht. In den Gewinn 2016 floss dagegen als Sondereffekt nur ein Gewinn aus dem Verkauf bzw. der Neubewertung von Moneypark in Höhe von 25 Mio ein.

Der Zahlenkranz liegt vor allem bezüglich EBIT deutlich unter den Schätzungen der ZKB. Die Kantonalbank hatte einen Umsatz von 1'018 Mio, einen EBIT von 140,8 und einen Gewinn von 104,2 Mio prognostiziert.

Die Tamedia-Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 4,50 CHF erhalten.

Weiter erhöht hat sich 2016 der Digitalanteil am Ergebnis. So stammen bereits 31% (VJ 28%) des Umsatzes und 51% (39%) des EBITDA von den kommerziellen und publizistischen Digitalangeboten. Das strategische Ziel, 50% des EBITDA-Ergebnisses mit digitalen Angeboten zu erzielen, ist damit übertroffen. "Auf dieses Unternehmensziel haben wir in den letzten Jahren hingearbeitet, und wir sind stolz, dieses wichtige Zwischenziel erreicht zu haben", wird CEO Christoph Tonini zitiert.

Einen konkreten quantitativen Ausblick für das laufende Jahr gibt Tamedia wie gewohnt nicht.

(AWP)