Tamedia: Weniger Entlassungen bei "24 Heures" und "Tribune de Genève"

Genève (awp/sda) - Dank einer Einigung zwischen dem Verlagshaus Tamedia und den Redaktionen werden bei den beiden Westschweizer Zeitungen "24 Heures" und "Tribune de Genève" vier Personen weniger entlassen, als ursprünglich geplant. Bei "24 Heures" sind noch 13 Mitarbeitende betroffen, bei der "Tribune de Genève" sieben.
21.10.2016 20:38

Die Einigung kam nach dreiwöchigen "harten" Verhandlungen zu Stande, wie die Redaktionskommissionen der beiden Zeitungen in einem gemeinsamen Communiqué am Freitagabend mitteilten. Sie betrachteten die Einigung zwar als "akzeptabel", verurteilten aber weiterhin die Sparmassnahmen und die "unverhältnismässige und ungerechtfertigte Zahl der Entlassungen".

Der Direktor von Tamedia Publications romandes, Serge Reymond, seinerseits lobte den sozialen Dialog. Mit der Einigung könne das neue Konzept umgesetzt werden, und die Betroffenen erhielten die besten Chancen für einen Neuanfang.

NOCH 20 ENTLASSUNGEN

Tamedia hatte Ende September zunächst den Abbau von insgesamt 31 Stellen angekündigt. Bei "24 Heures" sollten 19 Stellen gestrichen werden, bei der "Tribune de Genève" 12 Stellen. Insgesamt hätten 24 Mitarbeitende entlassen werden sollen. Sieben Stellen wären durch freiwillige Abgänge und Pensionierungen weggefallen.

Mit dem Abkommen kommt es nun noch zu 20 Entlassungen bei den beiden Titeln. Ausserdem einigten sich die Verhandlungspartner auf einen Sozialplan für die Mitarbeitenden, die die Unternehmen Ende November verlassen müssen. Einen von den Redaktionen geforderten Abbaustopp habe Tamedia zurückgewiesen.

KRITIK UND UNTERSTÜTZUNG

Die Gewerkschaft Syndicom begrüsste die Reduktion des Stellenabbaus in der Westschweiz und die Einigung über die Begleitmassnahmen. Gleichzeitig kritisierte sie "den Angriff auf die Qualität und Vielfalt der Presse durch eine Mediengruppe, der es finanziell ausgesprochen gut geht".

Die beiden Redaktionen hatten mit öffentlichen Aktionen gegen den Stellenabbau gekämpft und waren dabei breit unterstützt worden. Eine Petition erhielt über 3000 Unterschriften.

Zudem sprachen sich zahlreiche Politiker, Sportler und sogar der Waadtländer Generalstaatsanwalt gegen die Einsparungen aus. Tamedia hatte den Stellenabbau mit rückläufigen Einnahmen aus den Inseraten und der Werbung begründet.

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(AWP)