Tecan verdient 2016 weniger wegen Integrationskosten - Dividende bleibt stabil

(Ergänzt um Details zu den zwei Geschäftsbereichen und den Regionen) - Tecan hat 2016 mehr Umsatz erzielt und den Betriebsgewinn gesteigert. Unter dem Strich resultierte jedoch ein tieferer Reingewinn, was primär auf Integrationskosten zurückzuführen sei. Der Verwaltungsrat schlägt dennoch eine unveränderte Ausschüttung vor und sagt für das laufende Jahr eine höhere Profitabilität voraus.
15.03.2017 09:15

Der Laborausrüster steigerte den Umsatz im Berichtsjahr um 15% auf 506,2 Mio CHF und der EBITDA legte um 6,7% auf 89 Mio zu. Entsprechend sank die EBITDA-Marge um 130 Basispunkte auf 17,6%.

Denn für die Integration der im November 2015 übernommen Sias-Gruppe fielen Kosten im mittleren einstelligen Millionenbereich an, teilte Tecan am Mittwoch mit. Um diesen Effekt bereinigt hätte sich die Marge um 140 Basispunkte auf 19,5% erhöht.

Unter dem Strich resultierte ein um 4,6% auf 54,5 Mio gesunkener Reingewinn. Die Aktionäre sollen aber eine unveränderte Dividende von 1,75 CHF je Aktie erhalten.

Finanziell sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt. So stiegen die Barmittel per Bilanzstichtag um 22% auf 242,3 Mio CHF und die Eigenkapitalquote lag bei 66,3%.

Mit den vorgelegten Resultaten hat Tecan die Erwartungen von Analysten beim Umsatz knapp erfüllt, beim Reingewinn aber verfehlt.

BEIDE EINHEITEN AUF KURS

Die Division Life Sciences Business (Endkundengeschäft) steigerte den Umsatz um 11% auf 280,2 Mio CHF. Ein Treiber waren lau Tecan die neuen Plattformen Fluent und Spark. Fluent etwa sei sehr erfolgreich gestartet und auf dem Weg zur führenden Automationslösung. Der Bereichs-EBIT stagnierte bei 45,7 Mio CHF mit einer Marge von 15,6%. 2015 waren es noch 17,0%.

Der etwas kleinere Bereich Partnering Business (OEM-Geschäft) verzeichnete nach der Sias-Übernahme einen Umsatzzuwachs von 21% auf 226,0 Mio CHF. Entscheidend dafür seien die Instrumenten-Plattformen gewesen, die Tecan in den Vorjahren entwickelt habe. Aufgefallen sei der "kräftige Zuwachs" der Verkäufe in China.

Im Partnering Business sei aber im zweiten Halbjahr eine Verlangsamung zu beobachten gewesen, so Tecan. Denn ein Kunde habe einen Grossauftrag auf Januar 2017 verschoben. Der EBIT des Segments stieg um 12% auf 33,8 Mio CHF bei einer 1,2 Prozentpunkte tieferen Marge von 14,8%.

ASIEN WÄCHST AM SCHNELLSTEN

Im wichtigsten Markt Europa stiegen die Verkäufe um 13% auf 205,6 Mio CHF, wobei das Wachstum primär im Partnering Business stattfand. Dazu beigetragen habe erstmals die Sias-Produkte. Aber auch organisches Wachstum der grossen bestehenden Plattformen spielte laut Tecan eine wichtige Rolle.

Etwas schwächer war das Wachstum in Nordamerika, wo Tecan die Verkäufe um 9,6% auf 197,2 Mio CHF steigerte. In Nordamerika hätten sowohl der Bereich Life Science als auch die Einheit Partnering Business "solide" Wachstumsraten erreicht.

Am schnellsten wuchs Tecan in Asien, wo der Umsatz um 30% auf 78,5 Mio CHF zulegte. Beide Segmente sind zweistellig gewachsen. In China kletterte der Umsatz gar um 50% und erreichte fast 50 Mio CHF.

WACHSTUM ÜBER DEM MARKT UND HÖHERE PROFITABILITÄT ERWARTET

Im laufenden Jahr will Tecan den Umsatz in Lokalwährung um mindestens 6% steigern. Die EBITDA-Marge soll auf mindestens 18% ansteigen, prognostizierte das Unternehmen. Das Margenziel beinhalte neuerlich anfallende Akquisitionskosten, die im "mittleren einstelligen Millionenbereich" liegen würden.

Tecan habe zudem verschiedene neue Entwicklungsvereinbarungen unterzeichnet, was eine gute Ausgangslage für weiteres Wachstum schaffe. Schliesslich erweitere die Übernahme der US-amerikanischen SPEware Tecans Angebot an Gesamtlösungen nun auch in die Probenvorbereitung für die Massenspektrometrie.

pr/ra

(AWP)