Telekomkonzern Orange verkauft Anteile an britischer BT Group

Der französische Telekomkonzern Orange fährt seine Beteiligung am britischen Branchenriesen BT Group deutlich zurück. In einem ersten Schritt platzierten die Franzosen 133 Millionen Aktien zu 288 Pence das Stück, wie Orange am Dienstag in Paris mitteilte. Dadurch sinkt der direkte Anteil von 4 auf 2,7 Prozent, Orange erlöste damit 383 Millionen Pfund (437 Mio Euro). Zudem verkaufte der Konzern Anleihen, die in BT-Aktien gewandelt werden können, für weitere 517 Millionen Pfund.
20.06.2017 13:07

Orange war im Tausch für den Verkauf des Mobilfunk-Joint-Ventures Everything Everywhere (EE) an das Aktienpaket gekommen. Die Deutsche Telekom als Ex-Partner bei EE besitzt als grösster BT-Einzelaktionär aus dem Geschäft rund 12 Prozent der Aktien der Briten.

Den Bonnern war das Paket zuletzt keine grosse Freude: Zuerst hatte der Verfall des britischen Pfunds nach dem Brexit-Entscheid für milliardenschweren Abschreibungsbedarf gesorgt, Anfang des Jahres kam noch ein Bilanzskandal einer italienischen BT-Tochter hinzu. Seit der EE-Übernahme durch BT hat der Aktienkurs rund 40 Prozent verloren und befindet sich auf dem Niveau vom Mai 2013.

Die Telekom unterliegt noch bis Ende Juli einer Haltefrist für die eigenen Anteile. Der Dax -Konzern hat die Anteile in eine spezielle Beteiligungssparte eingegliedert, die sich vor allem um die Wertentwicklung kümmern soll und die auch potenzielle Verkaufskandidaten enthält. Vorstandschef Tim Höttges bezeichnete das Aktienpaket auf der Hauptversammlung Ende Mai aber weiter als "richtige" strategische Beteiligung./men/mne/jha/

(AWP)