Schweizer Banksoftwarespezialist - Temenos wächst profitabel und erhöht Dividende

Der Bankensoftwarehersteller Temenos ist im Gesamtjahr 2016 profitabel gewachsen. Die Aktionäre sollen an der positiven Geschäftsentwicklung mit einer höheren Dividende beteiligt werden.
14.02.2017 20:50
2016 flott unterwegs: der Schweizer Bankensoftwarehersteller Temenos.
2016 flott unterwegs: der Schweizer Bankensoftwarehersteller Temenos.
Bild: iNg

Für das Geschäftsjahr 2017 wird weiteres Wachstum in Aussicht gestellt. Neben den Zahlen gab Temenos eine Übernahme in Australien bekannt.

Der Umsatz legte nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS um 17% auf 634,0 Millionen Dollar zu. In Lokalwährungen gerechnet resultiert ein Anstieg um 19%. Temenos sei in allen Regionen gewachsen, besonders stark in Europa und Asien, sagte CEO David Arnott am Dienstagabend an einer Telefonkonferenz. Man habe alle grossen Deals und Marktanteile gewonnen.

Die wichtigen Lizenzeinnahmen trugen 255,1 Millionen Dollar zum Gesamtumsatz bei, womit der entsprechende Vorjahreswert um 28% übertroffen wurde. Auch in den beiden anderen Geschäftsbereichen Unterhalt (maintenance) und Service hat das Unternehmen zugelegt.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT stieg trotz höherer operativer Kosten um rund die Hälfte auf 149,2 Millionen Dollar. Unter dem Strich verbleibt ein Gewinn pro Aktie von 1,61 Dollar, was einer Steigerung um 77% entspricht. Die Dividende wird auf 0,55 Dollar von 0,45 im Vorjahr angehoben. Analysten hatten im Durchschnitt mit 0,53 Dollar gerechnet.

Im Schlussquartal 2016 ist Temenos gemessen am Gesamtjahr unterdurchschnittlich gewachsen (Umsatz +14%, EBIT +33%). Mit den vorgelegten Quartalszahlen wurden die Markterwartungen (AWP-Konsens) allerdings mehrheitlich übertroffen.

Weiteres Wachstum

Für das Geschäftsjahr 2017 rechnet die Unternehmensleitung mit weiterem Wachstum und wie gewohnt wird der Ausblick in Non-IFRS-Zahlen formuliert. Beim Umsatz erwartet man einen Anstieg zu konstanten Wechselkursen um 7,5% bis 11,0% bzw. 667 Millionen bis 689 Millionen Dollar.

Dabei wird für die Lizenzeinnahmen ein Wachstum um 10% bis 15% veranschlagt. Der Non-IFRS EBIT wird zu konstanten Wechselkursen zwischen 210 Millionen und 215 Millionen Dollar erwartet nach 187 Millionen in 2016.

Übernahme in Australien

Weiter hat das Unternehmen eine Übernahme bekanntgegeben. Für die an der australischen Börse ASX kotierte Softwareschmiede Rubik Financial Limited bietet Temenos 0,1667 Australische Dollar in bar je ausstehende Aktie. Der Gesamtwert belaufe sich damit auf rund 68 Millionen Australische Dollar oder rund 50 Millionen US-Dollar, schreibt Temenos in einer separaten Mitteilung. Finanziert wird der Deal durch bestehende Barmittel und Kredit-Fazilitäten.

Rubik beschäftigt den Angaben zufolge rund 150 Mitarbeitende und erzielt einen Umsatz von 43 Millionen Australische Dollar. Die Übernahme ermögliche den Eintritt in den schnell wachsenden australischen Markt, führte Arnott aus. Damit gewinne Temenos grosse lokale Präsenz. Er sieht Möglichkeiten für Umsatzsynergien durch sogenanntes Cross-Selling. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Transaktion für das laufende Jahr neutral und für 2018 mit 3% positiv auf das Non-IFRS-Ergebnis je Aktie auswirke.

Der Rubik-Verwaltungsrat empfiehlt den Aktionären einstimmig die Annahme des Angebots. Den Abschluss der Transaktion stellt Arnott für Ende Mai in Aussicht.

Temenos hält am Mittwoch in London einen Investorentag ab.

(AWP)