Thomas Cook will Fluglinie Condor nicht hergeben

Treueschwur für Condor: Europas zweitgrösster Reiseveranstalter Thomas Cook will im Gegensatz zum Weltmarktführer Tui an seiner eigenen deutschen Fluglinie festhalten. "Wir haben einen starken Verbund, die Thomas Cook Airlines, geschaffen, da wollen wir Condor nicht herausbrechen", sagte Konzernchef Peter Fankhauser der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). In Deutschland ist Thomas Cook neben Condor vor allem mit seiner Veranstaltermarke Neckermann Reisen aktiv.
27.03.2017 10:18

Dass der Ferienflieger zu seinem 60-jährigen Bestehen im vergangenen Geschäftsjahr einen operativen Verlust von 10 Millionen britischen Pfund (11,5 Mio Euro) einflog, soll an Fankhausers Strategie nichts ändern. "Die Verluste waren der Marktentwicklung in Deutschland geschuldet", sagte er. Condor hat inzwischen ein Sparprogramm eingeleitet, das im laufenden Jahr wieder für Gewinne sorgen soll.

Im Gegensatz zu Thomas Cook will der weltgrösste Reiseveranstalter Tui seine deutsche Fluglinie Tuifly in ein Bündnis mit der bisherigen Air-Berlin-Tochter Niki einbringen. Dabei verbündet sich Tui mit Air Berlins arabischer Grossaktionärin Etihad. Laut Insidern dürfte das Bündnis aber nicht vor dem nächsten Winterflugplan starten. Mit dem geplanten Deal reagiert Tui auf die Schieflage von Air Berlin . 14 Tuifly-Jets sind seit Jahren samt Besatzung für Air Berlin unterwegs.

Air Berlin, die bisher selbst massenhaft Kunden der Reiseveranstalter zu den Badestränden Europas brachte, wird faktisch aufgespalten. Ein Teil der Air-Berlin-Jets ist bereits im Auftrag der Lufthansa unterwegs, der verbleibende Rest soll sich mit rund 75 Maschinen auf die Drehkreuze Berlin und Düsseldorf sowie verstärkt auf Langstreckenflüge konzentrieren./stw/mne/fbr

(AWP)