Thyssenkrupp-Betriebsrat auf Konfrontationskurs zur Stahlfusion mit Tata

Vor dem Hintergrund der geplanten Stahlfusion mit Tata treffen sich am Donnerstag die Beschäftigten der Thyssenkrupp Stahlsparte in Duisburg. Bei den geplanten Betriebsversammlungen werde der Betriebsrat die Beschäftigten über den Stand der Verhandlungen informieren, kündigte ein Sprecher in Duisburg an.
07.12.2017 06:32

Zentrale Forderung von Betriebsräten und IG Metall bei den seit Wochen laufenden Gesprächen sei eine zehnjährige Beschäftigungsgarantie. Eine Einigung darüber sei aber derzeit nicht in Sicht. Vor knapp zwei Wochen hatten sich die Verhandlungspartner zunächst darauf verständigt, in zwei Gutachten die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Zusammenschlusses und die Belastung durch Pensionsverpflichtungen untersuchen zu lassen.

IG Metall und Betriebsräte laufen seit Monaten Sturm gegen das Vorhaben. Die Arbeitnehmervertreter befürchten bei einer Fusion der bisherigen Konkurrenten den Abbau von deutlich mehr als 2000 Jobs in Deutschland und kritisieren die anvisierte Verlegung des Sitzes der Stahlsparte in die Niederlande. Sie fordern zudem Standort-Garantien.

Der bis zum 22. Dezember erzielte Verhandlungsstand soll den IG Metall-Mitgliedern in der Belegschaft im Januar zur Abstimmung vorgelegt werden. Bei einem ablehnenden Votum sollen dann auch die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Obergesellschaft gegen die Fusion stimmen. Notfalls könnte Thyssenkrupp den Zusammenschluss jedoch auch gegen die Stimmen der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat durchsetzen. Eine Abstimmung hat der Konzern zum Jahresbeginn in Aussicht gestellt. Konzernchef Heinrich Hiesinger, der die Fusion mit Nachdruck verfolgt, setzt allerdings darauf, eine "gute Lösung" zu finden./uta/DP/stk

(AWP)