Thyssenkrupp-Betriebsrat warnt vor 'Vertrauensbruch' bei Stahlfusion

Im Streit über geplanten Stahlfusion mit Tata hat der Betriebsrat der Thyssenkrupp -Stahlsparte davor gewarnt, den Zusammenschluss gegen den Willen der Arbeitnehmervertreter durchzudrücken. Ansonsten drohe ein "tiefer Vertrauensbruch", warnte der Betriebsratsvorsitzende der Stahlsparte, Günter Back, am Donnerstag nach einer Betriebsversammlung in Duisburg.
07.12.2017 16:02

Bei den bisherigen Gesprächen sei man "keinen Millimeter" weitergekommen, beklagte Back. Die Arbeitnehmervertreter fordern langfristige Arbeitsplatz- und Standortgarantien, die in einem Tarifvertrag geregelt werden sollen. Um Bewegung in die Gespräche zu bringen sei nun geplant, den bis zum 22. Dezember erzielten Verhandlungsstand den mehr als 25 000 IG Metall-Mitgliedern in der Belegschaft zur Abstimmung vorzulegen.

Er gehe davon aus, dass eine mögliche Ablehnung durch die Beschäftigten auch von den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat bei ihrer Entscheidung über die Fusion berücksichtigt werde. Auch bei einer Ablehnung des Vorhabens durch die Arbeitnehmervertreter könnte die Fusion im Aufsichtsrat jedoch beschlossen werden.

Back zeigte sich überzeugt, dass Konzernchef Heinrich Hiesinger entschlossen sei, an dem Zusammenschluss festzuhalten. "Kommt das Joint Venture nicht, ist Herr Hiesinger Geschichte", sagte er. Der Konzernchef hatte zuvor jedoch auch betont, eine Lösung mit den Arbeitnehmervertretern finden zu wollen.

IG Metall und Betriebsräte laufen seit Monaten Sturm gegen das Vorhaben. Die Arbeitnehmervertreter befürchten bei einer Fusion der bisherigen Konkurrenten den Abbau von deutlich mehr als 2000 Jobs in Deutschland und kritisieren die anvisierte Verlegung des Sitzes der Stahlsparte in die Niederlande.

Back kritisierte, dass er bislang als Betriebsratschef des grössten deutschen Stahlunternehmens nicht zu dem am 18. Dezember geplanten Stahlgipfel der nordrhein-westfälischen Landesregierung eingeladen worden sei. Bei dem Treffen mit Vertretern aus der Politik, von Unternehmen, Betriebsräten und Gewerkschaft soll es nach Angaben eines Ministeriums-Sprechers um die Sicherung des Stahlstandorts NRW gehen.

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte das Treffen vor einigen Wochen angekündigt. Pinkwart hatte die Chancen eines möglichen Zusammenschlusses von Thyssenkrupp und Tata zuvor positiv bewertet. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums wollte auf Anfrage zunächst keine Stellung zu der Teilnehmerliste des Treffens nehmen./uta/DP/zb

(AWP)