Thyssenkrupp-Chef warnt vor Abschreibungen bei Verbot des Verbrennungsmotors

Der Chef des Stahl- und Industriekonzerns Thyssenkrupp , Heinrich Hiesinger, hat vor einem abrupten Kurswechsel bei Verbrennungsmotoren durch die Politik gewarnt. "Wir halten nichts von einem einseitigen Verbot des Verbrennungsmotors", sagte er am Dienstag auf einer Veranstaltung in Essen. Der Gesetzgeber müsse aber Schadstoffgrenzwerte setzen und diese überwachen. Auch sprach er sich für eine Förderung der Elektromobilität aus. Einseitige Verbote könnten jedoch drastische Folgen für die gesamte Industrie - nicht nur für die Hersteller, sondern auch für die Zulieferer haben.
06.09.2017 11:08

So könnten bei einem Verbot an einem Stichtag X erhebliche Wertberichtigungen fällig werden. Dies würde nicht nur Thyssenkrupp treffen, sondern die gesamte Industrie. Er verwies dabei auf die Versorgerbranche, die nach der von der Politik ausgerufenen Energiewende Milliarden auf konventionelle Kraftwerke abschreiben musste. Nähere Details nannte er nicht, potenzielle Wertberichtigungen seien jedoch "signifikant".

Die Automobilindustrie ist mittlerweile die wichtigste Einzelindustrie von Thyssenkrupp. Hier setzt der Konzern knapp 10 Milliarden Euro im Jahr um, das entspricht rund 25 Prozent des Gesamtumsatzes. Einen grossen Stellenwert haben Lenkungs- und Dämpfungssysteme, die unabhängig von der Antriebsart sind. So sei etwa die elektrische Lenkung Kernelement des autonomen Fahrens, sagte Karsten Kroos, Vorstand der Komponentensparte. Dennoch 20 Prozent der Komponenten stehen noch direkt im Zusammenhang mit dem Verbrennungsmotor.

Für das Geschäft mit der Automobilindustrie sieht der Konzern weiter ein erhebliches Wachstumspotenzial. Dabei konzentriert sich Thyssenkrupp auf die drei Bereiche Autonomes Fahren, Elektromobilität und Digitalisierung der Fabriken der Autohersteller. Das Unternehmen will sich damit das erste Mal seit zehn Jahren wieder auf der Mitte September beginnenden Automobilmesse IAA präsentieren/nas/stk

(AWP)