Thyssenkrupp streicht Jobs im Anlagenbau - Schwerpunkt in NRW

(Ausführliche Fassung) - Der Essener Stahl- und Technologiekonzern Thyssenkrupp plant weitere Stellenstreichungen in seiner Sparte Anlagenbau. Ziel sei es, mit den auch in anderen Bereichen geplanten Kostensenkungen einen dreistelligen Millionenbetrag einzusparen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zum Umfang der geplanten Stellenstreichungen wollte ein Sprecher keine Stellung nehmen.
22.06.2017 15:23

Hauptsitz der Sparte Grossanlagenbau ist Dortmund. Das Unternehmen unterhält jedoch in Nordrhein-Westfalen noch weitere Standorte für diesen Bereich, unter anderem in Beckum und Ennigerloh (beide Kreis Warendorf). Von rund 6700 Mitarbeitern in Deutschland sind nach Angaben des Unternehmens rund 3500 in Nordrhein-Westfalen beschäftigt. Zuvor hatten bereits geplante Sparmassnahmen in der ebenfalls schwerpunktmässig in NRW angesiedelten Stahlsparte des Konzerns für Proteste gesorgt.

Nach Informationen des "Manager-Magazins" (Freitag) sollen beim Anlagenbau insgesamt Kosten in Höhe von 250 Millionen Euro eingespart werden. Geplant seien unter anderem Produktionsverlagerungen von Deutschland in Billiglohnländer und Kapazitätsanpassungen, so das Magazin. Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger reagiere mit dem Sparprogramm auf einen "drastischen Ergebniseinbruch". Der Anlagenbau leide unter einem schwachen Auftagseingang der vergangenen Jahre, berichtete das Blatt unter Berufung aus Insider.

Hintergrund der geplanten Massnahmen ist nach Darstellung des Unternehmens eine Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Industrial Solutions, zu dem neben dem Spezial- und Grossanlagenbau auch das Marinegeschäft gehört. Geplant seien auch Kostensenkungen in anderen Bereichen wie der Verwaltung, dem Einkauf sowie dem Vertrieb./uta/DP/fbr

(AWP)