Thyssenkrupp will Betriebsräte über Umbau der Stahlsparte informieren

Der Industriekonzern Thyssenkrupp will bald erste Einblicke in den geplanten Umbau der Stahlsparte geben. Zunächst sei am Freitag eine Information der Arbeitnehmervertreter geplant, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Stahlchef Andreas Goss werde dem Wirtschaftsausschuss des Betriebsrats der europäischen Stahlsparte einen strategischen Rahmen vorlegen. "Wir sind noch nicht soweit, dass wir Fakten verkünden", sagte der der Sprecher. Eine Information der Öffentlichkeit sei zunächst nicht vorgesehen.
05.04.2017 17:22

Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Wilhelm Segerath, forderte zunächst Informationen über die Pläne des Konzerns für eine mögliche Fusion der Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata. "Da wollen wir erst Klarheit haben. Vorher gibt es keine Restrukturierung", sagte Segerath in Essen nach einer Konferenz des Thyssenkrupp-Konzernbetriebsrats.

Konzernchef Heinrich Hiesinger hatte den Umbau der Stahlsparte unabhängig von einer möglichen Fusion mit Tata angekündigt. Der Betriebsrat fürchtet den Abbau von Arbeitsplätzen und mögliche Standortschliessungen und hat Widerstand angekündigt. "Wir werden nicht einsehen, wenn in diesem Bereich Kapazitäten im Rahmen einer vermeintlichen Konsolidierung herausgenommen werden", sagte Segerath.

Für die Belegschaft sei die anhaltende Ungewissheit "unerträglich", sagte der Betriebsrat. Dabei seien auch mögliche Aktionen nicht ausgeschlossen. "Wie Stahlbelegschaften auch reagieren können, ist bekannt", sagte Segerath. In Deutschland beschäftigt Thyssenkrupp in seinem europäischen Stahlgeschäft nach Angaben des Betriebsrats rund 25 000 Mitarbeiter, davon rund 22 000 in Nordrhein-Westfalen./uta/DP/jha

(AWP)