Thyssenkrupp will bis zu 2500 Stellen in der Verwaltung streichen

(Ausführliche Fassung) - Der Industriekonzern Thyssenkrupp strebt weitere Einsparungen an. Ins Visier genommen hat das Unternehmen nun seine Verwaltungskosten, die in den kommenden drei Jahren um mehrere hundert Millionen Euro sinken sollen. Dabei sollen auch 2000 bis 2500 Arbeitsplätze wegfallen, die Hälfte davon in Deutschland, wie Thyssenkrupp am Dienstag mitteilte.
11.07.2017 11:18

Die Aktie reagierte positiv auch die Nachricht. Das Papier von Thyssenkrupp setzte sich am Vormittag in einem nahezu unveränderten Umfeld mit einem Kursplus von über 3 Prozent an die Spitze der Dax-Gewinner und kostete 26,88 Euro.

THYSSENKRUPP WILL 400 MILLIONEN IN DER VERWALTUNG SPAREN

Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019/20 (per 30. September) will das Unternehmen bis zu 400 Millionen einsparen. Thyssenkrupp beschäftigt in der Verwaltung derzeit 18 000 Menschen. Die aktuellen Verwaltungskosten bezifferte der Konzern auf 2,4 Milliarden Euro. Diese seien "deutlich zu hoch". Der Stellenabbau solle sozialverträglich gestaltet werden. Bestehende tarifliche Vereinbarungen würden eingehalten, hiess es.

Die Einsparungen sollen auch helfen, die gesetzten Ziele im operativen Geschäft zu erreichen, wie Thyssenkrupp erklärte. Der Stahl- und Technologiekonzern hat sich ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) von mindestens 2 Milliarden Euro zum Ziel gesetzt. Im laufenden Jahr strebt Thyssenkrupp ein bereinigtes Ebit von 1,8 Milliarden Euro an, davon 1,7 Milliarden im fortgeführten Geschäft, auch unterstützt von Einsparungen.

EINSPARUNGEN AUCH IN ANDEREN SPARTEN

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte bei seiner Amtsübernahme 2011 ein Programm aufgelegt, um die Leistung des Konzerns zu erhöhen und die Kosten zu senken. Mit dem Programm impact hat Thyssenkrupp in den vergangenen Jahren seine Kosten zwischen 800 Millionen und 1 Milliarde Euro jährlich gesenkt. Das derzeitige Ergebnisniveau reiche nicht für einen nachhaltig positiven Mittelzufluss aus, erklärte Thyssenkrupp.

Dabei dreht Thyssenkrupp an mehreren Stellschrauben, um die Kosten zu senken. Die Stahlsparte soll wie bereits bekannt in den kommenden drei Jahren 500 Millionen Euro einsparen - unabhängig davon, ob es zu einem Zusammenschluss mit dem indischen Konzern Tata kommt oder nicht. Auch der Anlagenbau soll seine Kosten um einen dreistelligen Millionenbetrag senken, hiess es Ende Juni. In beiden Fällen sollen Arbeitsplätze gestrichen werden./nas/stw/she

(AWP)