Thyssenkrupp will ohne Kapitalerhöhung auskommen

Der Industriekonzern Thyssenkrupp will trotz seines geschrumpften Eigenkapitals eine Kapitalerhöhung auskommen. ?Warum sollten wir das tun? Bei allen Eckdaten verzeichnen wir Fortschritte?, sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagausgabe) wenige Tage vor der Hauptversammlung. Entscheidend sei die Liquidität, und da habe der Konzern seine Position deutlich verbessert. "Aktuell sind wir drei Jahre durchfinanziert und konnten dabei gleichzeitig die Finanzierungskosten senken."
19.01.2017 17:59

Als Ziel hat Hiesinger weiterhin eine Eigenkapitalquote von 15 Prozent im Auge. Aber dafür die Aktionäre anzuzapfen, sei angesichts der Entwicklung von Überschuss und Zahlungsmittelfluss der falsche Weg.

Der eingeleitete Umbau des Konzerns könnte sich Hiesinger zufolge aber länger hinziehen - wegen wachsender Turbulenzen in der Politik und auf den Märkten. "Unsere Strategie steht und gibt die Richtung vor." Damit der Konzern nicht zum Spielball der Ereignisse werde, müsse er aber "öfter nachsteuern". Dabei dämpfte Hiesinger Hoffnungen auf einen schnellen Abschluss der Sondierungsgespräche mit dem indischen Tata-Konzern über eine europäische Stahlallianz. Haupthindernis blieben die hohen Pensionsverpflichtungen für die Tata-Beschäftigten in Grossbritannien. Die Schliessung des Pensionsfonds für neue Anwartschaften ist für Hiesinger nur ein erster Schritt.

Um Geduld warb er auch für die angepeilten Verbesserung der Rendite in den Technologiesparten. "Es gibt keine schnellen Ernten." Es sei ähnlich wie beim Stahl. "Die Richtung muss stimmen. Aber man sollte sich und anderen nicht vormachen, dass man den Zeitplan vollständig unter Kontrolle hat?, sagte Hiesinger./stw/he

(AWP)