Thyssenkrupp wird brasilianisches Stahlwerk endlich los - Aktie steigt

(Ausführliche Fassung) - Befreiungsschlag für den Industriekonzern Thyssenkrupp verkauft sein verlustreiches brasilianisches Stahlwerk CSA an Ternium. Der Stahlkonzern mit Sitz in Luxemburg zahle 1,5 Milliarden Euro, teilte Thyssenkrupp am frühen Mittwochmorgen in Essen mit. Da dies rund 900 Millionen Euro weniger ist als die Essener das Werk derzeit in der Bilanz bewerten, muss diese Summe abgeschrieben werden. Der Verkauf werde entsprechende Auswirkungen auf den Jahresüberschuss haben. Die Schulden können aber durch den Verkauf deutlich reduziert werden.
22.02.2017 09:50

An der Börse wurde die Nachricht euphorisch aufgenommen. Die im Dax notierte Aktie legte mehr als fünf Prozent zu. Das Papier stieg zeitweise um bis zu 6,37 Prozent auf 24,645 Euro und damit über das bisherige Jahreshoch. Wegen zuletzt wieder höherer Stahlpreise und der Hoffnung auf eine Lösung für das angeschlagene europäische Stahlgeschäft zog der Kurs der Aktie deutlich an. In den vergangenen zwölf Monaten verteuerte sich das Papier um fast 60 Prozent und damit so stark wie kein anderer Dax-Titel.

"Das ist ein wichtiger Meilenstein beim Umbau von Thyssenkrupp hin zu einem starken Industriekonzern", sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Das Geschäft soll bis zum 30. September abgeschlossen sein. Die zuständigen Wettbewerbsbehörden müssen es noch genehmigen. Tyssenkrupp hatte das brasilianische Stahlwerk in Santa Cruz nahe Rio de Janeiro im April 2016 komplett übernommen. Als alleiniger Eigentümer hoffte der Konzern, das verlustreiche Werk leichter verkaufen zu können. Frühere Versuche, die 2010 in Betrieb genommene Anlage abzustossen, waren auch an den komplizierten Eigentums- und Mitspracherechten bei der Tochter gescheitert./hme/DP/zb/fbr

(AWP)