TKB 2016 dank starkem Zinsengeschäft mit höherem Gewinn - Dividende unverändert

(Meldung durchgehend ergänzt) - Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) hat im Geschäftsjahr 2016 ihr Wachstum fortgesetzt und die Gewinnzahlen verbessert. Dabei konnte das Institut von einem verbesserten Zinsengeschäft und von der Auflösung von Wertberichtigungen und Rückstellungen profitieren. Im laufenden Jahr 2017 erwartet die TKB bei einem stabilen Geschäftsgang wieder ein tieferes operatives Ergebnis.
21.02.2017 08:53

Im Geschäftsjahr 2016 kletterte der Geschäftserfolg als Kennzahl für die operative Leistung um 13,1% auf 168,5 Mio CHF. Nach einer noch einmal erhöhten Zuweisung an die Reserven für allgemeine Bankrisiken resultierte unter dem Strich ein um 2,9% erhöhter Jahresgewinn von 125,9 Mio CHF. Die Inhaber der TKB-Partizipationsscheine erhalten ein weiteres Jahr in Folge eine unveränderte Ausschüttung von 2,75 CHF pro PS.

STARKES ZINSENGESCHÄFT

Insgesamt erwirtschaftete die Ostschweizer Kantonalbank einen um 3,3% höheren Geschäftsertrag von 333,7 Mio CHF. Haupttreiber war das Zinsengeschäft, wo der Bruttoerfolg dank einer günstigeren Refinanzierung und Erträgen aus der Zinsabsicherung um 2,0% auf 250,2 Mio CHF stieg. Das Institut profitierte in dem Geschäft zudem von der Auflösung von Wertberichtigungen im Zuge der Bereinigung von zwei grossen Kreditpositionen, was zu einem deutlichen Anstieg des Netto-Zinserfolgs um 6,6% auf 257,8 Mio CHF führte.

Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft bekam die Bank dagegen wie andere Institute das weiterhin zurückhaltende Anlageverhalten der Kunden zu spüren. Der Erfolg bildete sich in der Folge um 6,3% auf 47,6 Mio CHF zurück. Im Handelsgeschäft ging der Erfolg derweil nach dem Rekordjahr 2015 um 3,7% auf 23,5 Mio CHF zurück - damit habe sich das Geschäft "auf einem erhöhten Niveau eingependelt", kommentiert die Kantonalbank.

Der Geschäftsaufwand lag mit 159,7 Mio CHF um 1,2% unter dem Vorjahreswert, dies dank einem rückläufigen Personalaufwand (-2,7%). Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich damit leicht auf 49,0% (VJ 49,5%).

WEITER WACHSENDES HYPOTHEKARVOLUMEN

Die Bilanzsumme der Bank erhöhte sich mit einem Plus von 3,6% auf 21,6 Mrd CHF. Wachstumstreiber waren die Hypothekarforderungen, die mit einem Plus von 4,4% auf 17,5 Mrd CHF erneut kräftig zulegten. Wachsen konnte die Kantonalbank aber auch auf der Gegenseite der Bilanz bei den Kundeneinlagen, die per Ende Jahr um 2,7% auf 13,8 Mrd CHF zulegten.

Deutlich im Plus fielen auch die insgesamt verwalteten Kundenvermögen aus, die um 5,1% auf 16,6 Mrd CHF zulegten. Dabei profitierte die TKB von einem Netto-Neugeldzufluss beziffert die Bank auf 847 Mio CHF (VJ 580 Mio).

Weiter gestärkt wurden die Eigenmittel der Bank: Die Kapitalquote belief sich per Ende Jahr auf 18,1% (VJ 17,8%), womit die TKB "eine der bestkapitalisierten Banken der Schweiz" sei, wie es in der Mitteilung heisst. Die Leverage Ratio verbesserte sich auf 8,8% (8,7%).

TIEFERER GESCHÄFTSERFOLG 2017

Im laufenden Geschäftsjahr 2017 erwartet die TKB keine grundlegenden Veränderungen im Zinsumfeld, die tiefen Zinsen dürften entsprechend für Margendruck sorgen, wie sie schreibt. Zudem blieben auch die internationalen Finanzmärkte von Unsicherheit geprägt. Insgesamt geht die Bank im laufenden Jahr auch dank der guten Konjunkturaussichten von einem "stabilen Geschäftsgang" aus, sie erwartet allerdings einen tieferen Geschäftserfolg.

Zudem will die Bank 2017 mit der Umsetzung ihrer Unternehmensstrategie 2016 bis 2020 fortfahren. So sollen etwa Mobile Banking und Website modernisiert sowie ein neues Angebot für Familien lanciert werden. Vereinen und Institutionen will die TKB eine "Crowdfunding-Plattform" zur Verfügung stellen.

tp/yr

(AWP)