TKB macht im ersten Halbjahr mehr Gewinn - Erste Erfolge der Strategie bis 2020

(Ergänzt um mehr Details) - Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) hat sich im ersten Halbjahr im Negativzinsumfeld und trotz Wettbewerbsdruck gut behauptet. Das Hypothekargeschäft dürfte im zweiten Semester jedoch etwas weniger wachsen.
24.08.2017 08:40

Der Geschäftsgang der führenden Universalbank im Thurgau habe sich im ersten Semester sehr gut entwickelt, teilt die das Ostschweizer Institut am Donnerstag mit. "Das solide Wachstum bei Ausleihungen und Kundengeldern unterstreicht unsere führende Stellung im Kanton", lässt sich Heinz Huber, Vorsitzender der Geschäftsleitung zitieren.

Mit Blick auf die Umsätze spricht die Bank von einer "gesunden Ertragssituation". Der Geschäftsertrag stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,0% auf 160,9 Mio CHF.

Hauptbestandteil ist das Zinsengeschäft, wo der Brutto-Erfolg - trotz höherer Volumen wegen des anhaltenden Margendrucks - um 2,8% auf 122,4 Mio CHF sank. Dank tieferer Wertberichtigungen für Ausfallrisiken betrug der Rückgang netto jedoch lediglich 1,9%, wie es weiter heisst.

Positiv entwickelt habe sich dagegen das Wertschriften- und Anlagegeschäft. Anleger hätten sich wieder investitionsfreudiger an den Börsen gezeigt, und die Erträge im Vermögensverwaltungsgeschäft seien angestiegen. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg damit um 6,5% auf 25,3 Mio CHF. Auch sei das Handelsgeschäft für Kunden in der ersten Jahreshälfte gut gelaufen: Der Erfolg legte um 8,1% auf 12,5 Mio CHF zu. Der übrige ordentliche Erfolg lag zudem bei 4,1 Mio nach 2,6 Mio im Jahr zuvor.

KOSTEN GUT IM GRIFF

Auch die Kosten habe man "gut im Griff". Der Geschäftsaufwand konnte auf 79,7 Mio CHF (-3,2%) reduziert werden, woraus sich ein leicht verbessertes Cost-Income-Ratio von 48,5% nach 49,0% Ende 2016 ergab. Abschreibungen und Veränderungen von ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen und Verluste aus dem Zinsengeschäft wurden dabei nicht berücksichtigt.

Unter dem Strich legte der Geschäftserfolg - Kennzahl für die operative Leistung der Bank - um 7,6% auf 79,8 Mio CHF zu. Und der Halbjahresgewinn lag 8,1% höher bei 71,9 Mio CHF.

Die Bilanzsumme erreichte Ende Juni 22,2 Mrd CHF (+2,8%). Im Berichtszeitraum nahmen die Kundenausleihungen 1,5% auf 19,1 Mrd CHF zu, wovon 17,8 Mrd (+1,8%) Hypothekarforderungen sind. Der Immobilienmarkt sei weiterhin intakt, heisst es dazu.

Die Kundengelder stiegen derweil um 2,5% auf 14,1 Mrd. Und der Netto-Neugeld-Zufluss von Anlagegeldern habe im ersten Semester 479 Mio CHF betragen, was 2,9% der verwalteten Kundenvermögen von 17,3 Mrd CHF entspreche.

Mit Eigenmitteln von rund 2 Mrd CHF verfüge man weiterhin über eine "sehr komfortable" Kapitalausstattung. Das Leverage Ratio (Anteil Kernkapital am Gesamtengagements) liegt bei 8,5% und die Kapitalquote (Anteil Gesamtkapital an den risikogewichteten Positionen) von 17,8%.

ZINSENGESCHÄFT BLEIBT UNTER DRUCK

Auch für das zweite Halbjahr erwartet die Bank "trotz eines unverändert lebhaften Wettbewerbsumfeldes" eine "solide" Geschäftsentwicklung. Das Zinsengeschäft bleibe im Negativzinsumfeld jedoch unter Druck. Die Wachstumsdynamik im Hypothekargeschäft dürfte im zweiten Semester ebenfalls etwas nachlassen. Zudem sei wegen strategischen Investitionen mit höheren Sachkosten zu rechnen. Für das laufende Geschäftsjahr wird deshalb weiterhin mit einem tieferen Geschäftserfolg "als im sehr guten Jahr 2016" gerechnet.

Bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie 2016 bis 2020 habe man indes "erste Erfolge" erzielt. Die Bank will dabei konsequent auf ihre lokale Verankerung und Kundennähe setzen. Die E-Banking-Lösung der TKB sei derweil mit neuen Funktionalitäten erweitert worden. Es gebe nun unter anderem eine Schnittstelle zur Online-Buchhaltung Bexio, die bei Gewerbebetrieben im Einsatz sei.

Im Frühjahr habe die Bank zudem einen Erweiterungsbau in Weinfelden bezogen. Rund 80 Mitarbeiter arbeiteten in dem Minergie-Bau, in den über 30 Mio CHF investiert wurden. Insgesamt lag die Zahl der Vollzeitstellen bei der TKB per Mitte Jahr bei 652 nach 668 Ende 2016. Die Bank hat 29 Standorte im Kanton.

ys/ra

(AWP)