TKB verdient im Halbjahr deutlich weniger - Einmalerlös im Vorjahr

(Zusammenfassung)
18.08.2016 15:27

Weinfelden (awp) - Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) hat im ersten Halbjahr 2016 wie vom Unternehmen erwartet deutlich weniger verdient - nach einem Sondererlös im Vorjahr. Ansonsten wurde das Semester nach Ansicht des Managements in einem unverändert anspruchsvollen Umfeld gut gemeistert. Die Guidance für das Gesamtjahr bestätigt das Unternehmen.

Der Geschäftsertrag sank im Vergleich zum Vorjahr um 2,6% auf 159,3 Mio CHF. Bedeutendster Ertragspfeiler der Bank ist das Zinsengeschäft, wo das Institut den Brutto-Erfolg zwar verbessern konnte, allerdings resultierte ein leicht tieferer Netto-Zinserfolg (-0,1%). Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (-11%) sowie im Handelsgeschäft (-9,1%) musste das Ostschweizer Institut zudem einen deutlicheren Rückgang hinnehmen.

Unsicherheit an den Finanzmärkten sowie zurückhaltende Anleger prägten das Anlagegeschäft, sagte Heinz Huber, Vorsitzender der Geschäftsleitung, am Donnerstag an einer Medienkonferenz. Die Handelsaktivitäten seien auch geringer ausgefallen im Vergleich zum starken Vorjahr wegen der Aufhebung des Mindestkurses.

INVESTITION IN STRATEGIE

Der Geschäftsaufwand legte gleichzeitig etwas zu - unter anderem wegen Aufwendungen für die Umsetzung der Unternehmensstrategie. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis stieg damit leicht auf 50,2% nach 49,5% Ende 2015. Die "Kostensituation" habe man aber "im Griff", kommentierte Huber.

Der Geschäftserfolg als Kennzahl für die operative Leistung der Bank sank damit im Berichtszeitraum um 3,7% auf 74,2 Mio CHF. Und unter dem Strich verminderte sich der Halbjahresgewinn um 20% auf 66,5 Mio CHF. Im Vorjahr war der Wert allerdings vor allem wegen eines einmaligen Erlöses aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung (15,5 Mio CHF) um über 40% angestiegen.

Ohne den Einmaleffekt wäre der Halbjahresgewinn lediglich 1,6% tiefer als 2015, hob das Management hervor. Das Thurgauer Finanzinstitut habe damit im ersten Semester "in einem unverändert schwierigen Zins- und Marktumfeld einen stabilen Geschäftsgang" verzeichnet, so das Fazit.

AUSLEIHUNGEN STEIGEN

Die Bilanzsumme der TKB stieg per Ende Juni auf über 21 Mrd, womit die TKB zu den grösseren Kantonalbanken in der Schweiz zählt. Bei den Ausleihungen resultierte ein Wachstum von 2,3% auf 18,5 Mrd im Vergleich zu Ende 2015, wobei sich das Hypothekargeschäft mit +2,0% "gut entwickelt" habe. Von einer Immobilienblase könne nicht gesprochen werden: es gebe "gesundes Wachstum" im Thurgau, so Huber.

Die Verpflichtungen aus Kundeneinlagen stiegen um 1,7% auf 13,6 Mrd. Dabei habe es grössere Zuflüsse auf Service- und Sparkonti bestehender Kunden gegeben, so der CEO weiter. Was in diesem Zusammenhang seiner Meinung nach auch ganz wichtig sei: "Bei uns zahlen Kunden keine Negativzinsen."

GESCHÄFTSERFOLG 2016 TIEFER GESEHEN

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Bank weiterhin mit einem tieferen Geschäftserfolg als 2015 - angesichts tiefer Zinsen und einer für die Exportwirtschaft belastende Frankenstärke sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, welche die Finanzmärkte prägten. Auch die Binnenwirtschaft dürfte sich etwas moderater entwickeln, hiess es.

Strategisch sei man "auf Kurs": Die Umsetzung der Unternehmensstrategie 2016 bis 2020 sei planmässig angelaufen. So werde etwa laufend in das Geschäftsstellennetz investiert, und am Hauptsitz in Weinfelden befinde sich derzeit ein Neubau mit 100 Arbeitsplätzen in Arbeit, der im Frühjahr 2017 bezogen werden könne.

Auch mit dem IPO der Partizipationsscheine - Wertpapier ohne Stimmrechte - an die Börse 2014 ist die Gesellschaft zufrieden. Im Juni 2015 war dann eine zweite Tranche kotiert worden. Der Kanton hält aber nach wie vor 80% des Gesellschaftskapitals und bleibt damit klarer Haupteigentümer der Bank. Huber ist nach der Kotierung 2014 zum CEO ernannt worden.

Thurgauer KB verlieren gegen 14.50 Uhr 2,4% auf 91,60 CHF - in einem ansonsten leicht festeren Gesamtmarkt. Seit Anfang Jahr haben die PS fast 18% zugelegt. Die Bank beweise mit dem Zahlenkranz, "dass sie über ein solides Kerngeschäft verfügt", so die ZKB in einem Kommentar.

ys/ra

(AWP)