Tornos mit weniger Umsatz im ersten Semester - Prozessoptimierung im Fokus

(ergänzt um strategische Massnahmen und Produkte)
16.08.2016 08:41

Moutier (awp) - Der Werkzeugmaschinenhersteller Tornos hat im ersten Halbjahr 2016 wie angekündigt Umsatzeinbussen und einen höheren Verlust als in der Vorjahresperiode hinnehmen müssen. Aufgrund des wirtschaftlich schwierigen Umfelds haben viele Kunden vor allem im Kernmarkt China auf Investitionen verzichtet, was fehlende Grossprojekte nach sich zog. Durch neue Produkte, Kostensenkungen und Prozessoptimierungen will das Unternehmen an einer allfälligen anziehenden Nachfrage teilhaben.

Trotz des Verkaufs von nicht betriebsnotwendigen Immobilien und Grundstücken und sowie der punktuellen Einführung von Kurzarbeit im zweiten Quartal am Standort Moutier, gelang es dem Produzenten von Langdrehautomaten und Mehrspindelmaschinen nicht, die Auswirkungen der Währungsverhältnisse und die Konjunkturschwäche in China zu kompensieren.

Gelitten hat vor allem der Auftragseingang, der gegenüber dem Vorjahr um 32% auf 62,6 Mio CHF schrumpfte, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilt. Der Umsatz sank wie bereits im Juli angekündigt um rund 15% auf 69,8 Mio und der EBIT auf -2,4 Mio CHF nach -0,9 Mio in der entsprechenden Vorjahresperiode. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 3,5 Mio CHF, nach einem Minus von 2,5 Mio.

MEHRSPINDLER WENIG GEFRAGT - VERKAUFSTREIBER LANGDREHAUTOMATEN

Die Entwicklungen der einzelnen Produktlinien verlief sehr unterschiedlich. Schwierig war das erste Semester vor allem für die auf hohe Produktionsvolumen ausgerichteten Mehrspindler. In diesem Bereich bekam das Unternehmen die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden bei Grossprojekten zu spüren.

Dagegen sei der in der Schweiz entwickelte und produzierte Langdrehautomat SwissNano ein Verkaufsschlager. Laut Tornos wurden im ersten Semester bereits gleich viele Maschinen dieses Typs verkauft wie in den beiden Vorjahren übers das gesamte Jahr hinweg. Besonders Kunden aus der Medizintechnik oder der Elektronikindustrie fördern die Nachfrage.

Ein wachsender Anteil der bestellten Maschinen stamme aus den asiatischen Werken und die erhöhte Nachfrage aus Europa nach Standardmaschinen wie den beiden Langdrehautomaten Swiss GT und Swiss DT unterstreiche den Bedarf nach neuen Produkten. Daher ist eine Erweiterung des Produktportfolios noch im laufenden Jahr geplant, so Tornos.

An der AMB Messe in Stuttgart wird denn auch die Swiss GT 32 - eine dritte plattformbasierte Maschine - lanciert. Und im Bereich Mehrspindler seien mit zwei Modellvarianten der MultiSwiss für grössere Werkstücke weitere Produkterweiterungen geplant. Tornos rechnet damit, dass diese Produkte ab 2017 umsatzwirksam werden.

Zudem zeige das Service- und Ersatzteilgeschäft erfreuliche Entwicklungen und liege über dem Vorjahr. Dazu trage auch die TISIS-Software als ein gefragtes Zusatzprodukt bei.

VORERST KEINE VERBESSERUNG DER NACHFRAGE ERWARTET

Für das laufende Jahr rechnet Tornos weiterhin mit einem hoch volatilen Währungsumfeld. Zwar schöpften viele Kunden derzeit die vorhandenen Kapazitäten voll aus, was auf Maschinen-Neuanschaffungen schliessen lasse, dennoch geht Tornos momentan "nicht von einer Verbesserung der Nachfrage vor Ende des laufenden Jahres aus".

Auf der Kostenseite sollten die eingeleiteten Sparmassnahmen im zweiten Semester verstärkt Wirkung zeigen. Die Umstellung auf "lean assembly" werde fortgeführt und resultiere "in deutlich gesenkten Durchlaufzeiten" in der Taktmontage. Dieses Einsparungspotenzial dürfte mittelfristig bei ansteigendem Produktionsvolumen verstärkt wirksam werden, so Tornos.

Auf eine konkrete Guidance für das laufende Geschäftsjahr wird verzichtet. Der Fokus liege auf der Prozessoptimierung, heisst es.

sta/cf

(AWP)