Tornos steigert Umsatz und Auftragseingang deutlich - Gewinn für 2017 erwartet

(Text mit weiteren Angaben ergänzt) - Der Drehmaschinenhersteller Tornos ist im ersten Halbjahr 2017 sowohl gemessen am Umsatz als auch am Auftragseingang stark gewachsen und hat - wie bereits seit Ende Juli bekannt - den Sprung zurück in die Gewinnzone geschafft. Die Gruppe will vom Nachfrageaufschwung etwa in der Automobilindustrie weiter profitieren und das Gesamtjahr mit Gewinn abschliessen.
15.08.2017 08:41

Der Umsatz kletterte in den ersten sechs Monaten um knapp 18% auf 82,1 Mio CHF in die Höhe, während 65% mehr Aufträge im Umfang von 103,2 Mio eingegangen sind, wie Tornos am Dienstag mitteilte. Vor allem der Auftragseingang übertraf die Erwartungen von Analysten. Der Auftragsbestand verbesserte sich derweil seit Ende 2016 um rund 75%.

RÜCKKEHR IN DIE GEWINNZONE

Das operative Ergebnis auf Stufe EBITDA lag bei 3,4 Mio CHF nach einem Verlust von 1,1 Mio. Daraus errechnet sich eine EBITDA-Marge von 4,1%. Weiter konnte Tornos einen positiven Free Cashflow von 10,1 Mio erarbeiten nach einem Cash Drain von 9,1 Mio in der Vorjahresperiode. Ein Grund für die Verbesserung sei das stark reduzierte Net Working Capital, heisst es. Die Nettoliquidität erhöhte sich von -4,8 Mio Ende 2016 auf 5,3 Mio.

Wie bereits seit Ende Juli bekannt, ist Tornos im Halbjahr mit dem EBIT und dem Nettoergebnis ebenfalls die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen. Der EBIT kletterte auf 1,7 Mio CHF gegenüber einem Minus von 2,4 Mio im ersten Halbjahr 2016, wie das Unternehmen bestätigte. Entsprechend weist Tornos eine EBIT-Marge in Höhe von 2,0% aus. Der Nettogewinn belief sich auf 0,3 Mio nach einem Verlust von 3,5 Mio.

NACHFRAGEBELEBUNG IN ALLEN REGIONEN

Nach einem harzigen Jahresbeginn sei die Nachfrage für sämtliche Produktlinien seit März in allen Regionen deutlich angestiegen, hielt Tornos fest. Besonders gut hat sich das Maschinengeschäft mit einer beinahe Verdoppelung des Auftragseingangs entwickelt. Als Schlüssel für die gesteigerten Bestellungen führte Tornos die Bereinigung und den gleichzeitigen Ausbau der Produktpalette an. Damit habe man die Position in den verschiedenen Marktsegmenten deutlich verbessert.

Profitiert hat Tornos im Halbjahr von der Belebung im wichtigsten Absatzmarkt, der Autoindustrie. Im vergangenen Jahr sei die Branche von Zurückhaltung bei den Investitionen geprägt gewesen, doch 2017 sei die Sicherheit zurückgekehrt und die Nachfrage nach Investitionsgüter habe stark zugenommen. Auch die Segmente Medizin- und Dentaltechnik sowie Elektronik hätten sich gut entwickelt. Einzig in der Uhrenindustrie sei die Trendwende noch nicht auszumachen.

Sehr gut hätten sich im Halbjahr 2017 Maschinen im High-End-Mehrspindelbereich verkauft, nachdem sich der Absatz bei Maschinen im mittleren Preissegment bereits im zweiten Semester 2016 zu verbessern begann. Nun will Tornos auch bei den Langdrehautomaten (Einspindelbereich) die Produktpalette mit hochinnovativen High-End-Maschinen ergänzen und diese an der Branchenmesse EMO in Hannover im September vorstellen.

Weiter intensiviert werden soll derweil die 2015 eingeleitete Auslagerung der Komponentenfertigung an Dritte. Tornos selber plant zudem mit Investitionen in hochmoderne Fertigungstechnologien, um etwa strategische Schlüsselkomponenten und Kleinserien effizienter produzieren zu können.

GEWINN IN AUSSICHT

Tornos sieht sich auch in Zukunft gerüstet, um von der Nachfragebelebung in Kernmärkten wie der Autoindustrie zu profitieren. Die konjunkturellen Aussichten und die Prognosen für die Schweizer Maschinenindustrie seien positiv, hiess es.

Für das Gesamtjahr rechnet die Gruppe neu mit dem Erreichen eines positiven EBIT und eines positiven Nettoergebnisses. Bislang zielte man lediglich darauf ab, bessere Ergebnisse als noch im Geschäftsjahr 2016 zu erzielen. Für das vergangene Jahr musste Tornos unter dem Strich einen Verlust von 3,6 Mio CHF ausweisen.

mk/rw

(AWP)