Toshiba will Tafelsilber verkaufen - Hohe Abschreibungen drohen

Der seit Jahren in Schwierigkeiten steckende japanische Elektronikkonzern Toshiba will sein Geschäft mit Speicherchips abspalten und Anteile daran verkaufen. Ende März soll die Sparte eigenständig werden, wie das Unternehmen am Freitag in Tokio mitteilte. Toshiba braucht wegen Problemen seines US-Atomkraftwerksbauers CB&I Stone & Webster Geld.
27.01.2017 10:24

Auf die Japaner kommen wegen schwacher Geschäfte möglicherweise Abschreibungen in Milliardenhöhe zu - nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg und der japanischen Agentur Kyodo könnten diese bis zu 700 Milliarden Yen ausmachen, umgerechnet rund 5,7 Milliarden Euro. Toshiba hat nach einem Bilanzskandal und der folgenden Radikalsanierung ohnehin zuletzt milliardenschwere Verluste eingefahren und musste schon Konzernteile verkaufen.

Toshiba ist im Geschäft mit Speicherchips gut unterwegs, die Halbleiter stecken unter anderem in den schnellen SSD-Festplatten für PCs und Laptops, finden sich aber auch in Smartphones. Mit gut 50 Milliarden Yen (407 Mio Euro) strich Toshiba mehr als die Hälfte des operativen Gewinns im ersten Geschäftshalbjahr in dieser Sparte ein.

Toshiba wolle die Kontrolle über das Geschäft auch behalten, sagte eine informierte Person der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach sollen zwischen 20 und 30 Prozent der Anteile an mehrere Interessenten gehen, unter anderem an den japanischen Rivalen Canon und Finanzinvestoren./men/jha/fbr

(AWP)