Trotz CS-Boni-Kürzung: ISS empfiehlt weiterhin Ablehnung des Vergütungsberichts

Mit Blick auf die anstehende Generalversammlung der Credit Suisse hat sich der wichtige US-Stimmrechtsberater ISS nach einem teilweisen Lohnverzicht der Geschäftsleitung wieder zu Wort gemeldet. Auch nach der Kürzung der Boni empfiehlt dieser die entsprechenden Traktanden zur Ablehnung. Denn die Aktionäre würden gebeten, die ursprünglichen Vorschläge anzunehmen, im Wissen, dass sich Geschäftsleitung und Verwaltungsrat freiwillig auf eine Reduktion geeinigt hätten, heisst es in einer Mitteilung von ISS.
18.04.2017 11:20

Nur wenn die GV den Vorschlägen widerspreche, könne der Verwaltungsrat die angepassten Vergütungstraktanden an der ordentlichen Generalversammlung im nächsten Jahr oder an einer ausserordentlichen Generalversammlung vorlegen.

In der Nacht auf vergangenen Freitag hatte die Grossbank überraschend mitgeteilt, dass Konzernchef Tidjane Thiam und die Geschäftsleitung dem Verwaltungsrat vorgeschlagen hätten, die vom Aufsichtsgremium bereits zugeteilten Boni um 40% zu reduzieren. Darüber hinaus beschloss der Verwaltungsrat am Donnerstag, seine eigene Vergütung auf dem Niveau von 2015 und 2016 zu belassen und auf die vorgesehene Erhöhung für 2017 zu verzichten.

ISS hatte bereits zuvor die Ablehnung des Vergütungsberichts, der maximalen Vergütung des Verwaltungsrats sowie der Boni für die Geschäftsleitung empfohlen.

Die Anpassungen stellten positive Schritte dar, welche die Auswirkungen des Jahresverlustes 2016 für die Aktionäre anerkannten, so ISS weiter. Sie kämen aber am Ende eines fehlerhaften Prozesses, wo die Interessen der Aktionäre nicht adäquat berücksichtig worden seien.

ys/rw

(AWP)