Türkei-Krise und Terrorangst verderben Thomas Cook den Sommer

LONDON (awp international) - Die Terroranschläge in Europa und die Krise in der Türkei haben Europas zweitgrösstem Reiseveranstalter Thomas Cook den Sommer verdorben. Die Zahl der Buchungen sei im Vergleich zum Sommer 2015 um vier Prozent gesunken, teilte das Unternehmen mit Marken wie Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor am Dienstag auf Basis der Zahlen vom 17. September mit. Ausser in Grossbritannien sammelte der Tui-Rivale in allen Regionen weniger Buchungen ein. Bei den Kunden aus Deutschland wurde der Veranstalter sechs Prozent weniger Pauschalreisen los als ein Jahr zuvor.
27.09.2016 09:07

Deutliche Einbussen verursachten vor allem die Krise in der Türkei mit tödlichen Anschlägen und politischen Verwerfungen sowie die Terrorattacken in Brüssel. In Belgien seien die Reisebuchungen deutlich zurückgegangen, hiess es. Aus Kontinentaleuropa zählte Thomas Cook neun Prozent weniger Kunden und nahm je Reise im Schnitt drei Prozent weniger ein als im Vorjahreszeitraum. Nur die Kunden aus Grossbritannien buchten ein Prozent mehr Reisen.

Vorstandschef Peter Fankhauser sieht den Konzern auf Kurs, das im Juli gekappte Gewinnziel für das Ende September auslaufende Geschäftsjahr zu erreichen. Demnach soll der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (Ebit) 300 Millionen britische Pfund (346 Mio Euro) erreichen. Mit Blick auf die bevorstehende Wintersaison zeigte sich Fankhauser nur für Nordeuropa und Grossbritannien optimistisch. In Deutschland erwartet er weiterhin eine nachlassende Nachfrage, vor allem für Ziele in der Türkei./stw/mne/stb

(AWP)