Twint-CEO: System wird Ende November fertig sein

Zürich (awp) - Die mobile Bezahllösung Twint geht im Januar an den Start. "Das System wird Ende November fertig sein. Nicht zuletzt auf Wunsch von Händlern wollen wir den Roll-out nicht mitten im Weihnachtsgeschäft machen", erklärt Twint-CEO Thierry Kneissler im Interview mit "Finanz und Wirtschaft" (Onlineausgabe vom 15. September). "Der Plan, Mitte Januar zu beginnen, ist realistisch."
15.09.2016 21:17

Stellen würden wegen der Fusion zwischen Twint und Paymit keine abgebaut, versichert Kneissler. "Im Gegenteil, wir sind in einer Wachstumsphase und froh, dass wir jetzt doppelt so viel Kompetenz in einem Unternehmen haben."

Man habe inzwischen auch die Zustimmung der EU-Wettbewerbsbehörde, lässt er wissen. Dies sei für zukünftiges Wachstum im Ausland "nicht unbedeutend". Konkrete Pläne dazu gebe es aber noch nicht. "Wir stellen ein Produkt her, von dem wir überzeugt sind, also könnten wir es dereinst auch im Ausland vertreiben", hält er fest.

Angst vor dem Konkurrenten Apple habe man keine. "Wir haben einige Trümpfe in der Hand, die für uns sprechen." Als Beispiel nennt er das Hinterlegen von Kundenkarten und Treueprogrammen, weitere Zusatzfunktionen seien geplant. "Der Zahlungsverkehr in der Schweiz ist nicht so trivial, wie es scheint. Es gibt heute hierzulande zum Beispiel zwischen 50'000 und 100'000 Automaten, die man mit Geld füttern kann. Das sind viele verschiedene technische Zahlungssysteme, und wir arbeiten daran, in sie hineinzukommen. Diesen Aufwand macht sich ein internationaler Player nicht."

Die Leute vom Mobile Payment zu überzeugen sei eine grosse Herausforderung. "Unser grösster Konkurrent ist nicht Apple, sondern Cash. Mit Mobile Payment wollen wir das Verhalten der Leute ändern. Das passiert nur, wenn sie dank Mobile Payment Zeit oder Geld sparen."

Die mobile Schweizer Bezahllösung ist aus der Fusion der gleichnamigen PostFinance-Tochter und der Konkurrentin Paymit, einer Erfindung von UBS, ZKB und SIX, hervorgegangen.

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(AWP)