Über eine Milliarde Euro Schaden: Wien klagt wegen Eurofighter-Kaufs

Österreich will wegen des milliardenschweren Kaufs der Kampfflugzeuge des Typs Eurofighter vor Gericht ziehen. Der Schaden für Österreich betrage laut Hochrechnungen der Experten wegen schweren Betrugs und Täuschung bis Ende des Vorjahres 1,1 Milliarden Euro, sagte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Donnerstag in Wien. Grundlage der Berechnung seien neueste Ermittlungen der seit 2012 tätigen "Task Force Eurofighter".
16.02.2017 11:32

Das Verteidigungsministerium hat deshalb am Donnerstag in Wien eine Klage gegen die Airbus Defence and Space GmbH (vormals EADS Deutschland GmbH) und die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH eingereicht.

'ENORMER SCHADEN ENTSTANDEN'

"Es ist ein enormer Schaden entstanden", sagte Doskozil. Österreich sei seit 2002 sowohl über den wahren Kaufpreis als auch über die Lieferfähigkeit und Ausstattung der Abfangjäger getäuscht worden. "Es liegen klare Beweise vor, dass Airbus und Eurofighter trotz besseren Wissens die Republik Österreich wissentlich getäuscht haben."

Konkret soll der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus entgegen der Vereinbarungen 183,4 Millionen von insgesamt vier Milliarden Euro Gegengeschäften in das Kaufangebot miteingerechnet haben. Dieses Geld sei auch in kriminelle Kanäle geflossen. Ausserdem seien Wartungsarbeiten deutlich teuerer als angenommen gewesen. Hätte Wien das damals gewusst, wäre ein anderer Anbieter zum Zug gekommen, heisst es./saw/DP/fbr

(AWP)