UBS-Aktien fallen nach neuem Jahreshoch zurück - Q3 über Erwartungen

UBS tendieren am Freitag zur Mittagszeit mittlerweile klar im Minus. Nach der Zahlenvorlage hatten die Titel im frühen Handel noch ein neues Jahreshoch markiert, fielen dann aber im Laufe des Vormittags immer weiter zurück. Mit den Ergebnissen aus dem dritten Quartal hat die Grossbank die Markterwartungen übertroffen, und auch in Sachen Kapitalisierung geben sich die Analysten - nach dem Rückgang im Vorquartal - nun beruhigt. Im Handel ist denn auch von Gewinnmitnahmen die Rede.
27.10.2017 12:51

UBS verlieren gegen 12.10 Uhr 1,1% auf 17,02 CHF, nachdem die Titel am Morgen noch an der Spitze der Bluechips gestanden hatten. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI liegt mit +0,2% leicht im Plus. Im bisherigen Hoch erreichten UBS am Morgen 17,60 CHF, womit ein neuer Jahreshöchstkurs erreicht wurde. Bereits seit Anfang September hatten die Valoren der Grossbank kräftig Boden gutgemacht, dies vor allem aufgrund von Ergebnishoffnungen - ausgelöst u.a. durch die mehrheitlich soliden Quartalsabschlüsse führender US-Institute.

WEITERES KOSTENPROGRAMM ALS NÖTIG ERACHTET

Der Vorsteuergewinn sei über den eigenen Schätzungen und über dem Konsens ausgefallen - mit besser als erwarteten Ergebnissen in einigen Divisionen, schreibt etwa Vontobel. Gelobt wird am Markt besonders das gute Abschneiden der Vermögensverwaltung.

Die UBS habe in einem schwachen Umfeld ein "sehr gutes" Ergebnis publiziert, das vor allem von leicht höheren Erträgen profitieren konnte, kommentiert die ZKB. Die Kosten scheinen besser unter Kontrolle zu sein als zuvor.

Dass sich zudem die harte CET1-Kernkapitalquote im Quartalsverlauf erholen konnte, "beruhigt die Gemüter" der Analysten, nachdem die Kennzahl wegen schärferer Anforderungen durch die Finma zuvor deutlich zurückgegangen war.

Die ZKB bestätigt unter dem Strich dennoch die Einstufung "Marktgewichten": Denn ihrer Ansicht nach müsste die UBS erst noch weitere Kostensenkungsmassnahmen ankündigen, um die Gewinnkraft deutlich erhöhen zu können.

SOLIDES RESULTAT MIT SCHATTENSEITEN

Baader Helvea spricht ebenfalls einschränkend von einigen Schattenseiten bei der Zahlenvorlage vom Morgen. Das Ergebnis sei "relativ solide", allerdings sei der bereinigte Vorsteuergewinn von eher tiefer Qualität, und den Investoren könnten eine merkliche Verschlechterung der Neugelder-Dynamik im Wealth Management ein Dorn im Auge sein.

Insgesamt zeigt man sich am Markt leicht enttäuscht von der Nettoneugeldentwicklung in den Wealth-Management-Einheiten. Das dritte Quartal gilt in Expertenkreisen jedoch als ein saisonal bedingt eher schwaches und deshalb als ein eher vernachlässigbares Quartal.

So bestätigt Baader denn auch die Kaufempfehlung für die Aktie. Dabei hoffe man auch auf eine baldige Einigung in Frankreich und in den USA bezüglich der Streitigkeiten über Hypothekenpapiere (RMBS). Dies würde die Unsicherheit aus der Welt schaffen und könnte die UBS veranlassen, die Dividenden zu erhöhen.

Mit Blick auf die Divisionen bewertet zudem die Deutsche Bank die Performance in Wealth Management Americas sowie im Investment Banking als "weniger gut". Andere schreiben, die Investmentbank habe im Rahmen der - allerdings tiefen Erwartungen - geliefert.

Den Ausblick bewerten die Analysten insgesamt als nicht wesentlich verändert bzw. "sehr vage", weshalb eine stärkere Interpretation nicht angebracht sei.

ys/uh

(AWP)