UBS-Aktien nach durchwachsenem Quartal klar im Minus

Die Aktien der UBS sind mit deutlichen Verlusten in den Handel vom Freitag gestartet. Die grösste Schweizer Bank hat mit ihren Zweitquartalszahlen die Schätzungen von Analysten beim Gewinn zwar übertroffen, muss bei der Kernkapitalquote aber einen Rückgang vermelden. Zum Teil ist auch von Gewinnmitnahmen nach dem relativ starken Lauf in letzter Zeit die Rede.
28.07.2017 09:26

Um 09.20 Uhr verliert die UBS-Aktie bei relativ hohen Volumen 3,9% auf 16,72 CHF (bisheriges Tagestief 16,65) und trägt damit auch zum Minus des Gesamtmarktes (-0,5%) bei.

Für Gesprächsstoff sorgt der überraschend starke Rückgang der Kernkapitalquote (CET1) auf 13,5% von 14,1% noch Ende März. Experten hatten im Vorfeld nur mit einer leicht schwächeren Quote von 14% gerechnet. Schuld seien strengere regulatorische Vorschriften bei der Erkennung der sogenannten risikogewichteten Aktiven (RWA), hiess es bei der UBS. Dies hat im zweiten Quartal zu einer Erhöhung der RWA um 15 Mrd auf 237 Mrd CHF geführt hat.

Die für RBC Capital Markets tätige Analystin etwa bezeichnet das Quartalsergebnis insgesamt als solide, zeigt sich aber enttäuscht über den Rückgang bei der Kernkapitalquote. Dieser dürfte bei Investoren nicht gut ankommen, schreibt sie in einem ersten Kommentar. Gleichzeitig verweist sie allerdings auf die gestiegene Leverage Ratio, die sie begrüsst.

Auch bei Kepler Equities erwähnt man die gesunkene CET1-Ratio. Dies dürfte einige Investoren enttäuschen, heisst es auch hier im Kommentar. Der zuständige Analyst verweist allerdings auf die Gründe (regulatorisch) dafür und gibt sich "perfectly happy" mit der Kapitalposition der grössten Schweizer Bank.

Die Bank Vontobel bezeichnet den aktuellen Wert der Kernkapitalquote von 13,5% zwar als weiterhin "solide, aber nicht herausragend". Auch bei BaaderHelvea wird der Rückgang ins Feld geführt; wichtiger sei allerdings, dass die Leverage Ratio mit 3,7% stark ausgefallen sei, heisst es dort.

Eher enttäuscht zeigt man sich in gewissen Expertenkreisen auch vom Ergebnisbeitrag aus dem Wealth Management und dem Wealth Management Americas. Einmal mehr habe das erklärte Kerngeschäft eher zu wünschen übriggelassen, heisst es. Während die Bruttomarge im Wealth Management gemäss dem zuständigen Analysten der Deutschen Bank etwas tiefer als erhofft ausgefallen ist, findet er an der starken Nettoneugeldentwicklung sichtlich Gefallen.

Händlern zufolge näherten sich die Valoren der UBS in den Wochen vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen kontinuierlich den bisherigen Jahreshöchstkursen bei 17,49 CHF von Anfang Jahr. Entsprechend komme es jetzt, da die Zahlen nicht besonders positiv hervorstächen, zu Gewinnmitnahmen

uh/gab

(AWP)