UBS-Aktien profitieren von starkem Quartalsergebnis der Grossbank

Die UBS-Aktien setzen im frühen Freitagshandel zu einem Höhenflug an. Der Ergebnisausweis der Schweizer Grossbank übertraf selbst die Erwartungen der grössten Optimisten. Gelobt wird vor allem die Leistung des Investment Bankings und des Wealth Managements sowie die Kostendisziplin der gesamten Bank. Etwas enttäuscht hat dagegen die Vermögensverwaltung in den USA.
28.04.2017 09:40

Um 9.30 Uhr notieren die UBS-Valoren 3,2% höher auf 17,19 CHF. Das bisherige Tageshoch lag bei 17,37 CHF. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI verliert zeitgleich 0,3%.

Insgesamt kommt der Zahlenkranz bei den Experten gut an. Selbst unter Ausklammerung des deutlich geringer als erwartet ausgefallenen Verlusts im Corporate Center liegt das Ergebnis auf den Stufen bereinigter Vorsteuergewinn und Reingewinn über den jeweiligen Konsensschätzungen, so der Tenor. BaaderHelvea, Morgan Stanley und die Bank Vontobel sprechen von einem "starken" Ergebnis, für die Deutsche Bank lieferte die UBS einen klaren "Beat". Und selbst der ansonsten pessimistisch gestimmte Experte von Bernstein räumt ein, dass die Gewinnentwicklung in den wichtigsten Geschäftsfeldern der UBS leicht über den Erwartungen liegt.

Begrüsst werden durchs Band die auf der Kostenseite erzielten Fortschritte. Wie die Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar schreibt, ist die grosse Überraschung des heutigen Tages denn auch der rund 250 Mio CHF tiefer als erwartet ausgefallene bereinigte Kostenblock.

Lobende Worte findet das Zürcher Kantonsinstitut auch für die gute Kostenkontrolle und die dadurch höhere Bruttomarge im Kerngeschäftsbereich Wealth Management. In dieselbe Kerbe schlägt auch BaaderHelvea. Seines Erachtens feiert die Schweizer Grossbank im Kerngeschäft ein "Comeback", so der zuständige Analyst. Dabei verweist er nicht nur auf die auf bereinigter Basis um 4 Basispunkte höhere Bruttomarge, sondern auch auf das beeindruckende Nettoneugeldwachstum von 7,6%. Er hält die Wachstumsängste anderer Kollegen zusehends für übertrieben.

Gut aufgenommen wird von der Analystengemeinde auch der Ergebnisausweis der Investment Bank, welcher die Konsensprognose ebenfalls klar übertrifft. Die Deutsche Bank verweist unter anderem auf die gute Kostenkontrolle.

Weniger gut weg kommt in verschiedenen Kommentaren dagegen Wealth Management Americas. Während die Sparte in der jüngeren Vergangenheit oft positiv überraschen konnte, blieb sie im ersten Quartal für einmal deutlich hinter dem Konsens zurück. Enttäuscht hat gemäss der Deutschen Bank nicht zuletzt die Ertragsentwicklung. Bernstein zeigt sich darüber hinaus auch über den geringen Zufluss neuer Gelder enttäuscht. Daran zeige sich, dass passive Plattformen zunehmend Marktanteile gewinnen würden.

Händlern zufolge profitierten die UBS-Aktien im bisherigen Wochenverlauf über weite Strecken vom sehr freundlichen europäischen Bankensektor. Am Tag vor der Quartalsergebnispräsentation seien allerdings erstmals Gewinnmitnahmen zu beobachten gewesen. In Anbetracht des starken und qualitativ recht überzeugenden Zahlenkranzes gehen die Marktexperten von einer heute positiven Kursentwicklung aus.

gab/hr

(AWP)