UBS erzielt im Q3 Gewinn von 0,83 Mrd CHF - Ausblick gewohnt vorsichtig

Zürich (awp) - Die UBS hat im dritten Quartal 2016 etwas mehr verdient als von Analysten geschätzt. Bezüglich Ausblick für die nächsten Quartale bleibt sie zwar gewohnt vorsichtig, sieht sich aber gut aufgestellt, um von einer moderaten Erholung des Umfeldes zu profitieren.
28.10.2016 06:58

Unter dem Strich verdiente die grösste Schweizer Bank in der Periode von Juli bis September 0,83 Mrd CHF, im dritten Quartal 2015 waren es wegen eines hohen (positiven) Steuereffektes 2,07 Mrd CHF und im Vorquartal 1,03 Mrd CHF gewesen. Auf Vorsteuerebene erzielte sie einen Gewinn von 0,88 Mrd CHF (VJ 0,79 Mrd), bereinigt um Sonderfaktoren waren es gar 1,30 Mrd CHF (+33% gg. VJ). Als Sonderfaktoren genannt werden u.a. eine Nettohöherbewertung von latenten Steueransprüchen von 424 Mio CHF oder zusätzliche Rückstellungen für Rechtsfälle von 408 Mio CHF.

Die gesamten Erträge erreichten derweil 7,03 Mrd und waren damit etwas tiefer als im Vorjahres- wie auch im Vorquartal. Bei Aufwendungen von 6,15 Mrd CHF gab sich zuletzt eine Cost/Income Ratio von 87,5%, wie die Bank am Freitag mitteilte. Besonders erfreut zeigt sich die Bank vom Ergebnis der Vermögensverwaltungseinheiten und dem Schweizer Geschäft. Im Investmentbanking litt die Bank im Vergleich zur Konkurrenz unter der höheren Präsenz in den asiatischen und europäischen Märkten.

Insgesamt lag die UBS mit ihren Quartalszahlen etwas über den Erwartungen von Analysten. Diese hatten gemäss AWP-Konsens einen Reingewinn von 835 Mio, einen Vorsteuergewinn von 666 Mio sowie Erträge von 6,88 Mrd CHF prognostiziert.

KONZERNCHEF ZEIGT SICH ZUFRIEDEN

CEO Sergio Ermotti zeigt sich in der Mitteilung zufrieden mit dem Ergebnis: "Es war ein starkes Ergebnis über alle Unternehmensbereiche hinweg, trotz Saisoneffekten sowie den anhaltend schwierigen makroökonomischen, geopolitischen und marktbedingten Verhältnissen."

Die Grossbank hat auch weiter an ihrer Kostenbasis gearbeitet und Berichtsquartal zusätzliche 100 Mio CHF eingespart; im laufenden Kostensparprogramm (2,1 Mrd bis Ende 2017 gegenüber Kostenbasis 2013) steht sie damit bei 1,5 Mrd. Sie sieht sich auf Kurs, das Ziel im genannten Rahmen zu erreichen.

Ausserdem hat die UBS weitere Neugelder angezogen. Insgesamt sind es bei den Wealth Management Einheiten 9,4 Mrd CHF, im Bereich Wealth Management Americas 0,8 Mrd USD.

VORSICHTIGER AUSBLICK

Mit Blick nach vorne bleibt die UBS allerdings gewohnt zurückhaltend. Die zugrunde liegende makroökonomische und geopolitische Unsicherheit trage zu anhaltender Risikoaversion der Kunden sowie generell niedrigen Transaktionsvolumen bei, heisst es dazu. Die tiefen bzw. negativen Zinsen stellten zudem nach wie vor eine bedeutende Belastung dar. Eine Aufhellung dieser Bedingungen ist nach Ansicht der Grossbank in absehbarer Zukunft unwahrscheinlich.

Zudem werde die Umsetzung der neuen Bankkapitalstandards in der Schweiz sowie die angekündigten weiteren Anpassungen des internationalen regulatorischen Rahmens für Banken steigende Kapitalanforderungen und Kosten zur Folge haben. Die UBS sieht sich aber gut aufgestellt, um diesen Herausforderungen zu begegnen und von einer auch nur moderaten Erholung des Marktumfelds zu profitieren. "Wir werden unsere Strategie weiterhin diszipliniert umsetzen sowie Risiken und Ressourcen umsichtig bewirtschaften", bekräftigt CEO Ermotti den eingeschlagenen Kurs.

uh/gab

(AWP)