UBS erzielt im Q4 Gewinn von 949 Mio CHF - Höhere Dividende

(Ergänzt mit weiteren Details)
02.02.2016 08:48

Zürich (awp) - Die UBS hat im vierten Quartal 2015 in einem volatilen Finanzmarktumfeld gegen eine Milliarde Gewinn erzielt. Wie immer machen Spezialfaktoren einen grossen Teil aus, wobei hohe Steuergutschriften weiteren Rückstellungen für Rechtsfälle und sonstigen Aufwendungen gegenüberstehen. Wegen der hohen Steuergutschriften für das Gesamtjahr fällt die Gesamtdividende auch etwas höher aus als im Vorjahr. Für die weitere Zukunft gibt sich die Bank derweil wie üblich äusserst vorsichtig.

Der Reingewinn erreichte im Berichtsquartal 949 Mio CHF nach knapp 2,1 Mrd CHF im dritten Jahresviertel. Der Gewinn enthält u.a. eine Nettosteuergutschrift von 715 Mio, Rückstellungen für Rechtsfälle und dergleichen von insgesamt 365 Mio CHF sowie (wie bereits angekündigt) einen Aufwand von 257 Mio CHF für einen Schuldenrückkauf. Die bereinigte Rendite auf Eigenkapital (RoTE) betrug 11,4%.

Das vierte Quartal sei durch sehr verhaltene Kundenaktivität und ausgeprägte Risikoaversion gekennzeichnet gewesen, teilte die Bank am Dienstag mit. Dies zeigt sich etwa daran, dass das Ergebnis vor Steuern auf 234 Mio von 788 Mio CHF zurückfiel. Der Rückgang sei hauptsächlich auf den um 395 Mio gesunkenen Geschäftsertrag zurückzuführen, wobei die Bank in diesem Zusammenhang vor allem das Zinsen- und Handelsgeschäft sowie den übrigen Erfolg erwähnt. Ausserdem nahm der Geschäftsaufwand um 159 Mio CHF zu.

ABFLÜSSE IM WEALTH MANAGEMENT

Das Wealth Management (WM) musste ausserdem einen Abfluss von Nettoneugeldern von 3,4 Mrd CHF hinnehmen. Dies sei auf den "spürbaren Abbau" von Verbindlichkeiten durch Kunden, Abflüsse im grenzüberschreitenden Geschäft sowie eine "disziplinierte Bilanzbewirtschaftung" zurückzuführen. Dieser Abfluss wurde allerdings mehr als kompensiert durch Neugelder bei der Einheit WM Americas mit einem Nettozufluss von 16,8 Mrd USD.

Insgesamt lag die Bank beim Reingewinn eher im oberen Bereich der Schätzungen, auf Vorsteuerebene dagegen klar unter den Prognosen von Analysten. CEO Sergio Ermotti selbst zeigt sich in der Mitteilung insgesamt zufrieden und kommentiert das Ergebnis wie folgt: "Das vierte Quartal ist ein guter Nachweis unserer Disziplin. Wir haben bewusst darauf verzichtet, mehr Risiken einzugehen oder nicht profitable Neugelder in die Bank zu holen, um saisonale Effekte und schwierige Marktbedingungen auszugleichen."

Für das Gesamtjahr 2015 weist die Bank einen Reingewinn von 6,20 Mrd CHF aus, was einem Plus von 79% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die bereinigte EK-Rendite habe dabei mit 13,7% den Zielwert von 10% für das vergangene Jahr übertroffen, meint die Bank. In Sachen Kostenreduktion sieht sie sich ebenfalls auf Kurs. Das Corporate Center erzielte 2015 eine Nettokostenreduktion von 1,1 Mrd CHF (auf Basis Geschäftsjahr 2013), dies bei einem Zielwert von 2,1 Mrd bis 2017.

WEITERE FORTSCHRITTE BEI DER KAPITAL-AUSSTATTUNG

In Bezug auf die Kapitalisierung hat die Bank ausserdem weitere Fortschritte erzielt. Die Kernkapital-Quote (CET 1-Basel III bei vollständiger Umsetzung) lag per Ende Jahr bei 14,5% und damit um 20 Basispunkte höher als Ende September. Und die für die Bank ebenfalls wichtige (ungewichtete) Leverage Ratio (SRB Basel III, vollst. Umsetzung) erreichte 5,3% nach zuletzt 5,0%.

Aufgrund der soliden Kapitalausstattung und des Gewinnanstiegs wird die Dividende gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht auf insgesamt 0,85 CHF pro Aktie. Sie besteht aus einer ordentlichen Dividende von 0,60 CHF für den 2015 erzielten Gewinn und einer Sonderdividende von 0,25 CHF aufgrund der hohen Steuergutschriften. Im Vorjahr waren insgesamt 0,75 CHF pro Aktie bezahlt worden, wobei die ordentliche Dividende 50 Rappen ausmachte.

VERHALTENER AUSBLICK

In ihrem Ausblick bleibt die UBS wie bereits in den Vorquartalen zurückhaltend und spricht von den gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen und geopolitischen Risiken. Und die negative Marktentwicklung und die beträchtliche Marktvolatilität seit Anfang 2016, niedrige Zinsen und die relative Stärke des Frankens seien nach wie vor eine Belastung, heisst es.

Die jüngst vorgeschlagenen Änderungen der Schweizer "Too big to fail"-Bestimmungen dürften ausserdem weiterhin erhebliche Zinskosten nach sich ziehen und auch aus den Änderungen der internationalen regulatorischen Rahmenbedingungen erwartet die UBS zusätzlichen Aufwand.

Auch der tiefere Ölpreis ist eine Belastung. Die Grossbank hatte zum Jahresende 2015 im kriselnden Öl- und Gassektor netto Kredite von 6,1 Mrd CHF ausstehend. Engagements, welche potentiell gefährdet seien, würden dabei eng überwacht und abgesichert, heisst es. Nichtsdestotrotz könnte eine Periode mit anhaltend gedrückten Preisen dazu führen, dass die Kreditausfälle in diesem Segment künftig zunähmen.

Die UBS betont im Zusammenhang mit all den genannten Risiken dennoch, dass sie an ihrer Strategie festhalten will und die Umsetzung der angekündigten Massnahmen weiterführen werde.

Bei Investoren werden die Zahlen vorerst nicht gut aufgenommen. In einem mehr oder weniger stabilen Gesamtmarkt geht das Papier im vorbörslichen Handel von Julius Bär gut 2% tiefer um.

uh/ys

(AWP)